Gut besucht war die Info-Veranstaltung zum geplanten Projekt "Essbare Stadt", die Bad Dürrheim werden möchte. Foto: Kaletta

Gemüse statt Blumen? Zuspruch und Kritik werden bei erster Inforveranstaltung laut. "Projekt lebt von Beteiligung."

Bad Dürrheim - Salatköpfe, Kohl und Tomaten statt bunte Blumen in der Innenstadt? Die Kurstadt möchte eine »essbare Stadt« werden, Grünflächen in Nutzflächen verwandeln. Aber es ist nicht angedacht, dass die Blumen völlig dem Gemüse weichen.

Auf der ersten Info-Veranstaltung war sowohl Skepsis als auch Zustimmung zu vernehmen. Überraschend groß war die Resonanz für die Veranstaltung, zu der die Initiatoren des Vereins Generationentreff Lebenswert eingeladen hatten. Angelika Strittmatter und Wolfgang Götz brachten zunächst die Idee der »essbaren Stadt« näher, die bereits schon weltweit umgesetzt werde.

Als Ziele solch eines Projektes wurde unter anderem aufgezählt: Aktivierung der Bürger für die Gestaltung der eigenen Stadt, Schaffung neuer sozialer Strukturen, Orte der Begegnung schaffen für alle Bürger, das Bewusstsein stärken für die Natur und gesunde Ernährung.

In Deutschland gebe es mittlerweile 70 Orte mit Gärten, in denen für die Öffentlichkeit Obst und Gemüse angepflanzt werde.

Als Beispiel wurde ein Film von Andernach gezeigt, dort hatten sich einige Mitglieder des Generationentreffs informiert und vertraten die Ansicht, dass dies auch in der Kurstadt machbar wäre. Gespräche mit der Stadtverwaltung sowie mit der Kur und Bäder GmbH seien geführt worden, und bei einem Rundgang durch die Stadt mit Bürgermeister Walter Klumpp und dem stellvertretenden Geschäftsführer der Kurverwaltung, Markus Spettel, habe das Vorhaben grünes Licht erhalten. Gerne würden Flächen zur Verfügung gestellt werden.

In Bad Dürrheim, so meinen die Ideengeber, könnten die essbaren Pflanzen in der Bahnhofsstraße und Friedrichstraße angepflanzt werden, ebenso in einem Teil des Kurparkes, im Hindenburgpark und vor dem Haus des Bürgers. »Ein großer, essbarer Pfad könnte sich durch die Innenstadt ziehen«, meinte Angelika Strittmatter.

In der sich anschließenden Diskussion hagelte es zunächst ablehnende Einwände: Hunde würden auf die Beete pinkeln. Es sei kein schöner Anblick, wenn ständig etwas heraus gerupft werde. Die einen würden säen, pflanzen und pflegen, andere kämen, um zu ernten. Kurgäste wollten Blumen sehen, keine Kohl- und Salatköpfe. Auch wurde befürchtet, dass im Laufe der Zeit immer weniger mitmachen würden, weil die Begeisterung schnell nachlassen werde.

Die Befürworter, unter ihnen Ralf Kienzle von der Kurgärtnerei, Michael Liedtke, Leiter des Bauhofes, und Kur- und Bäder-Chef Uwe Winter, vertraten die Ansicht, dass das Vorhaben in Bad Dürrheim gut funktionieren könne, da es sicher genügend Bürger gebe, die bereit seien, eine Patenschaft für ein oder mehrere Beete zu übernehmen. Dies sei auch mit den Kindergärten vorstellbar.

Die Konrektorin der Grund- und Werkrealschule, Roswitha Groß, signalisierte ebenso ein Interesse seitens der Schule. Wolfgang Kaiser verdeutlichte, dass das Projekt nur machbar sei, wenn sich genügend Personen daran beteiligten, mit zehn bis 15 Leuten könne man es vergessen. Er versicherte, dass Interessierte, die keine gärtnerische Erfahrung haben, von Fachleuten angelernt würden.

Auf die Frage, wie das Projekt finanziert werde, klärte Wolfgang Götz über das Leader- Programm auf. Hier habe sich die Stadt beworben und könne mit einem finanziellen Zuschlag rechnen. Den gebe es aber nur, wenn ein interessantes Projekt nachgewiesen werden könne.

Seite 2: Kontaktadresse

Nach der ersten Info-Veranstaltung zum Projekt »Essbare Stadt« haben sich einige Interessierte in die Teilnehmerliste eingetragen. Weitere werden noch gesucht.

Wer mitmachen möchte, sollte sich im Generationentreff beim Bundesfreiwilligendienstler Marcel Rebholz, Viktoriastraße 7, Telefon 07726/3890337 oder info@generationentreff-lebenswert.de melden.

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