60 000 Pflanzen bereits im Herbst ausgebracht / Derzeit ist Kurgärtnerei mit Sommerflor beschäftigt
Von Markus Reutter
Bad Dürrheim. Die Kurgärtnerei denkt voraus. Während draußen das Frühjahr erblüht, bereitet die Kurgärtnerei bereits den Sommerflor im Kurpark mit rund 40 000 Pflanzen vor.
Die Blütenträume, die derzeit im Kurpark wahr werden, hat die Kurgärtnerei bereits im Herbst gepflanzt. Wie der Leiter Ralf Kienzle informiert, seien zum Ende des vergangenen Jahres etwa 60 000 Blumen und Blumenzwiebeln gesetzt worden, davon alleine 30 000 Stiefmütterchen, die andere Hälfte verteilt sich auf Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und andere winterharte Gewächse mehr, die jetzt im Kurpark und anderswo in Bad Dürrheim das Auge von Einwohnern und Gästen erfreuen.
Zum Aufgabengebiet der Kurgärtnerei gehören 25 Hektar Kurparkgelände, die sich auf verschiedene Areale im Süden Bad Dürrheims verteilen, davon alleine 16 Hektar im so genannten Kurpark I, dem eigentlichen Kurpark in der Nähe von Kurhaus und Solemar. Um die Grünanlagen beim Haus des Gastes und am Minara kümmern sich Kurgärtner gleichfalls.
Samen, Stecklinge und Jungpflanzen werden in den Gewächshäusern aufgepäppelt von den insgesamt sieben Mitarbeitern. So wird zum Sommer hin ein neues Blütenmeer mit Fleißigen Lieschen, Lobelien, Geranien, Sonnenhut, Salvien, Begonien, Margeriten, Tagetes und weiteren Blumen die Kurstadt überschwemmen.
Der milde Winter hat Vor- und Nachteile für die Arbeitsabläufe gehabt, erklärt Kienzle. So konnten Ausbesserungsarbeiten an den Wegen und die Gehölzpflege verstärkt geleistet werden. Regelmäßig werden in dieser Zeit auch die Bänke neu gestrichen. Andererseits musste der Rasen früher gemäht werden und wächst auch das "Unkraut" schneller, geht Kienzle von einem erhöhten Pflegeaufwand in den Beeten und Gartenanlagen aus.
Auch Exotisches beherbergt die Kurgärtnerei über die kalte Jahreszeit hinweg, erwähnt Kienzle die rund 40 Palmen und Oleandersträucher, die ab Mitte Mai wieder dem Freigelände des Solemars Urlaubsflair verleihen. Hin und wieder werde die Kurgärtnerei auch unterstützend bei der derzeit laufenden Erweiterung des Solemars eingebunden, erklärt Kienzle. Doch die Ausführung der Grünanlage beim Solemar sei an jemand anderen vergeben, zeigt Kienzle auch Grenzendes Arbeitspensums auf, das die Kurgärtnerei leisten könne. Fremd vergeben ist auch die Grünpflege in der Friedrich- und Luisenstraße. Bei weiteren Grünanlagen bringt sich der Bauhof ein, der aber hierfür auf Pflanzen der Kurgärtnerei zurückgreift.
Die Kurgärtnerei bietet ihre Pflanzen vom 2. Mai bis 7. Juni wieder zum Verkauf an, jeweils freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 7 bis 13 Uhr.
Laut einer gestern veröffentlichten Greenpeace-Studie sind ein Großteil der Pflanzen, die in Gartencentern, Bau- und Supermärkten in Europa verkauft werden, mit bienengefährdenden Pestiziden belastet. Der Leiter der Kurgärtnerei in Bad Dürrheim, Ralf Kienzle, möchte zwar nicht ausschließen, dass auch Pflanzen, die die Kurgärtnerei bezieht, möglicherweise eine Pestizidbelastung haben. Jedoch würden die Jungpflanzen noch einige Wochen und Monate in den Gewächshäusern verweilen, bevor sie dann in den Grünanlagen ausgebracht oder zum Verkauf angeboten würden. Eine Bienengefährdung durch diese Pflanzen kann Kienzle nicht erkennen. Außerdem bekämpfe die Kurgärtnerei Schädlinge vor allem auf biologische Weise, beispielsweise durch den Einsatz von Schlupfwespen, australischen Marienkäfern und Nematoden, um Läuse und andere Plagen mehr in den Griff zu bekommen.