Das erste Treffen im "Café International" stieß bei den Einheimischen auf großes Interesse. Menschen mit Migrationshintergrund sind erwünscht und willkommen. Foto: Kaletta Foto: Schwarzwälder-Bote

"Café International" benötigt noch etwas Anlaufzeit

Bad Dürrheim (kal). "Die Idee ist gut und wichtig". Damit meinte Sybille Baumeister vom Amt für Soziales das neue Angebot "Café International" im Generationentreff Lebenswert.

Es ist ab sofort jeden Montag von 15 bis 17 Uhr für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund geöffnet. Viele Gäste, hauptsächlich Frauen, kamen zum ersten Treffen und waren etwas enttäuscht, dass zunächst keine ausländischen Mitbürger erschienen, mit denen sie in Kontakt kommen wollten. "Es braucht Anlaufzeit, wir können es anbieten, aber keinen zwingen", meinte Sybille Baumeister und bat darum, dass jeder, der Mitmenschen mit Migrationshintergründen kennt, diese ansprechen und einladen sollte. Es gebe eine Hemmschwelle und man müsse bedenken, dass hier verschiedene Kulturen aufeinandertreffen, es müsse sich ein Vertrauen entwickeln. Ideen, was man miteinander machen könne, seien vorhanden. Die Sachbearbeiterin denkt an gemeinsames Kochen und Backen, Festtage feiern und auch mal einen Ausflug unternehmen.

Generationentreff lädt montags zu Kaffee und Kuchen ein

"Ich bin gekommen, weil ich es sehr wichtig finde, mit den Asylbewerbern in Kontakt zu kommen, mit ihnen zu reden, ihre Sorgen und ihre Nöte anzuhören und zu schauen, wo man helfen kann. Wenn man als Fremder von den Einheimischen abgelehnt wird, entstehen rasch Aggressionen". So begründete Erika Müller, Mitarbeiterin im Eine-Welt-Laden "Karibuni" ihre Anwesenheit, und die Frauen am Tisch stimmen mit ein.

Im Laufe des Nachmittags erschien Ferdinand Lahsotta mit Amal Misto und deren zwei Söhne, zwölf und zwei Jahre alt. Die syrische Familie lebt seit einiger Zeit in der Huberstraße. "Sie traute sich nicht, ich habe sie überredet", erzählt Lahsotta. Der syrische Familienvater gehe tagsüber einer Arbeit nach, die Frau versorge Kinder und Haushalt und sei durch fehlenden Kontakt isoliert. Doch sie gehe mit großem Eifer zum Deutschunterricht, wusste der Betreuer, der die Familie immer wieder aufsucht und den anfallenden "Papierkram" zu erledigen hilft.

Sybille Bauermeister richtete ihren Dank an das Team vom Müttertreff, das an diesem ersten Nachmittag für Kaffee und reichlich Kuchen gesorgt hatte. Einige von den Müttern seien selbst Menschen mit Migrationshintergründen. "Das ist gut so, denn die Frauen wissen, von was sie reden", so Baumeister.

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