Der Demografische Wandel war Thema beim Generationentreff Lebenswert (von links): Bürgermeister Walter Klumpp, Demografiebeauftragter Thaddäus Kunzmann, Landrat Sven Hinterseh, Wolfgang Götz und Angelika Strittmatter vom Verein Generationentreff. Foto: Kaletta Foto: Schwarzwälder-Bote

Bevölkerung: Generationentreff lädt Fachmann für den demografischer Wandel ein

Bad Dürrheim (kal). "Der demografische Wandel lässt sich nicht aufhalten. Nun geht es darum, was in 30 Jahren sein wird." Dies machte Thaddäus Kunzmann, Demografiebeauftragter des Landes Baden Württemberg in seinem Referat deutlich.

Zu dieser Veranstaltung hatte der Generationentreff Lebenswert eingeladen. Das Vorstandsteam Angelika Strittmatter und Wolfgang Götz konnten dazu viele Besucher begrüßen, darunter Bürgermeister Walter Klumpp, Landrat Sven Hinterseh und einige Kreisräte.

"Die Kommunen müssen für alle Altersschichten attraktiv bleiben" hob der 53-jährige Referent hervor, mit einem Blick in die Zukunft. Die geburtenstarken Jahrgänge (1964 bis 1969), zu denen er auch gehöre, werden in 15 Jahren Rentner sein. Somit seien sie keine Steuerzahler mehr, jedoch noch rüstig genug, um ein Ehrenamt zu übernehmen. Nochmals 15 Jahre später, etwa im Jahr 2045, sind sie über 80 Jahre alt und im Jahr 2060 werde es voraussichtlich viele Hochbetagte geben, die pflegebedürftig seien. Deshalb sei 2060 die Zielmarke, auf die man sich vorbereiten müsse.

"Wie betreut man die vielen Alten, ohne die Jungen zu belasten?" fragte Kunzmann und gab einige Anregungen. Wichtig sei es, barrierefreie Wohnungen zu bauen, die Entwicklung wegen zunehmender vernetzten Geräten müsse die Digitalisierung fortschreiten, bei Mobilität, sei es mit Bus und Bahn, müsse an die Hochbetagten gedacht werden und nicht zuletzt müsse auch im ländlichen Raum eine Grundversorgung und eine gute Infrastruktur gewährleistet werden. "Wenn eine junge Familie wegzieht, ziehen gleich Generationen weg", mahnte der Referent.

Die Kommunen müssten darauf vorbereitet sein, dass alte und kranke Menschen zu Hause gepflegt werden können. "Menschen sollten im Alter nicht zwangsläufig verpflanzt werden", betonte er. Keinen Hehl machte Kunzmann daraus, dass er an diesem Abend im Haus des Gastes seine Generation vermisse, denn die betreffe es am meisten. Sie müsse es endlich begreifen, sonst werde es schwierig. Lobende Worte sprach Kunzmann dem Generationentreff Lebenswert aus, hier werde ehrenamtliches Engagement mit viel Freude und Optimismus geleistet. Angelika Strittmatter fügte hinzu, dass das Bürgerschaftliche Engagement Anerkennung benötige, die Ehrenamtlichen müssten unterstützt und motiviert werden.

Es sei heute schwierig, langfristig zu denken, denn die jeweiligen Situationen entwickeln sich schnell und sehr unterschiedlich, meinte Bürgermeister Walter Klumpp. In der Kurstadt werde daher die Bürgerschaft miteinbezogen, um zu überlegen, welche Schwerpunkte in der Stadtentwicklung entstehen sollen. Der Generationentreff sei ein gutes Beispiel, denn er sei auf dem bestem Weg, gute Lebensverhältnisse zu schaffen. Landrat Sven Hinterseh sprach seine Hochachtung aus vor dem, was in Bad Dürrheim als attraktive Gemeinde im Schwarzwald-Baar-Kreis angestoßen wurde und weiterhin auf den Weg gebracht werden solle. 27 Prozent der Einwohner seien über 65 und möchten hier ihren Lebensabend verbringen, das sei für die Stadt eine große Herausforderung.

In der anschließenden Podiumsdiskussion regte Stadt- und Kreisrat Wolfgang Kaiser an, dass es wichtig sei, die jüngere Generation in das Thema mit einzubeziehen, damit die Zukunft für alle aktiv gestaltet werden könne. Hauptamtsleiter Markus Stein meinte, es müsse selbstverständlich sein, über städtische Strukturen nachzudenken und über den Tellerrand zu schauen.

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