Ein Heer an Helfern war an den vergangenen beiden Tagen im Einsatz, um die zigtausend für die Europa- und Kommunalwahl abgegebenen Stimmen in Bad Dürrheim zu erfassen. Unser Bild zeigt einige der Wahlhelfer beim Auszählen der Briefwahl. Foto: Reutter Foto: Schwarzwälder-Bote

22-jähriger Moritz Nann hat es auf Anhieb in den Gemeinderat geschafft

Von Markus Reutter

Bad Dürrheim. Die Christdemokraten sind auch im neuen Gemeinderat die weitaus stärkste Fraktion, büßen allerdings einen Platz ein und fallen auf elf Sitze. Die CDU wartet noch mit weiteren Besonderheiten auf.

So stellen die Christdemokraten mit dem 22-jährigen Moritz Nann den jüngsten Gemeinderat im neuen Gremium. Das erinnert den 64-jährigen Heinrich Glunz an seine Jugendzeit, als er mit 21 Jahren in den Ortschaftsrat Öfingen gewählt wurde, und wenige Jahre später dann im Gemeinderat Bad Dürrheim Verantwortung übernahm. Das langjährige kommunalpolitische Wirken von Glunz zahlt sich aus. So wurde er erneut Stimmenkönig (3118 Stimmen), wie bei den beiden vergangenen Kommunalwahlen auch. Dass die CDU trotz leichten Stimmenzuwachses auf einen Sitz verzichten muss, schiebt Glunz auf die Besonderheiten des Wahlverfahrens zurück. Außerdem habe Klaus Fischerkeller nicht mehr kandidiert, was die CDU vermutlich auch Stimmen gekostet habe.

Sein persönlich gutes Abschneiden wertet Glunz als "Verpflichtung", sich auch die nächsten fünf Jahre im Gemeinderat zu engagieren, "wenn die Gesundheit es zulässt", schränkt er ein. Wenn er denn vom neuen Gremium gewählt werde, stehe er auch weiterhin als Bürgermeisterstellvertreter zur Verfügung.

Die SPD kann sich von einem auf zwei Plätze im künftigen Gemeinderat steigern. Andreas Nachbaur und Beate Schrenk werden die bisherige "Einzelkämpferin" Beate Moser ablösen, die nicht mehr kandidierte. Nachbaur hatte sich noch mehr erhofft, nachdem die Europawahl mit einem Plus von 5,4 Prozent zuversichtlich stimmte. Doch bei der Gemeinderatswahl hätten offensichtlich andere Kriterien gegolten. Die SPD sei in den Teilorten nur schlecht mit Kandidaten vertreten gewesen.

Ebenfalls einen Sitz gewonnen hat die Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz (LBU). Sie stellt im neuen Gemeinderat nun fünf Mitglieder. Das sei ein "Höchststand", freut sich Wolfgang Kaiser über die Entwicklung. Das erfolgreiche Abschneiden führt er auf die "sehr gute Kandidatenliste" zurück, aber auch auf die geleistete Arbeit in den vergangenen Jahren, die beim Wähler offensichtlich Anerkennung gefunden habe. Wobei er bedauert, dass Friedhelm Hensler und Wolfgang Götz nicht mehr im neuen Gremium vertreten sein werden. Doch Kaiser begrüßt es, wenn deren Sachverstand der LBU weiterhin zugute kommen würde.

Einen Platz verloren haben die Freien Wähler, die im neuen Gemeinderat zu sechst sein werden. Wolfgang Götz meint, bislang sei aus Hochemmingen noch jemand im Gremium vertreten gewesen. Das sei in der künftigen Fraktion leider nicht mehr der Fall.

Ebenfalls einen Platz weniger hat mit künftig nur noch drei Sitzen die FDP. Hans Buddeberg freut sich zwar über sein persönlich gutes Ergebnis, bedauert aber den Wegfall eines Sitzes im Gremium. Das schlechtere Abschneiden der FDP führt Budde­berg auf einen bundesweit negativen Trend für die Liberalen zurück.

Auch der Gemeinderat hat einen Platz verloren. Das künftige Gremium wird nur noch mit insgesamt 27 Mitgliedern besetzt sein. Hauptamtsleiter Markus Stein führt das auf die unterschiedliche Zahl an Ausgleichssitzen zurück.