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Bad-Dürrheim Den Besuchern eine Freude machen

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Jürgen Kauth ist Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins Bad Dürrheim. Hier zeigt er sich in seiner Lieblingsabteilung, der 50er-Jahre-Ausstellung, die nun dauerhaft im Heimatmuseum zu sehen ist. Fotos: Eich Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem Heimatmuseum betreibt der Geschichts- und Heimatverein seit über 30 Jahren ein Kleinod. Dessen Vorsitzender Jürgen Kauth erklärt, warum sich der Besuch der liebevoll gestalteten Ausstellung immer wieder lohnt.

Bad Dürrheim. Zwei Stockwerke, fünf Räume und unzählige Ausstellungsstücke: Das Heimatmuseum in der Salinenstraße nimmt die Besucher nicht nur auf eine Zeitreise durch die wechselvolle Geschichte der Stadt Bad Dürrheim, sondern auch ganz allgemein durch verschiedenste geschichtlichen Epochen mit.

Dabei ist das Gebäude eigentlich sogar selbst Teil der Dürrheimer Geschichte – denn der Bau gehörte zur alten Saline, die 150 Jahre lang die Gemeinde prägte. Dort, wo heute die Exponate ausgestellt sind, befanden sich früher Lockschuppen sowie Waschküche. Zwar sind diese Zeiten längst vorbei, doch auch die Geschichte der Saline wird just in diesen Räumen zum Leben erweckt.

Zu verdanken ist dies dem Geschichts- und Heimatverein (GHV), der die Räumlichkeiten seit 1986 mit Unterstützung der Stadt als Museum nutzt. "Wir haben immer wieder erweitert und bräuchten eigentlich sogar noch mehr Platz", berichtet Vorsitzender Jürgen Kauth. Denn im Lager schlummern weitere, hunderte Ausstellungsstücke, die es sich zu zeigen lohnt. Doch: Der Platz ist begrenzt.

Und dennoch seien die Besucher immer wieder begeistert von der liebevoll zusammengestellten Exposition. Für besonderes Entzücken sorge laut Kauth momentan insbesondere die 50er-Jahre-Ausstellung. "Das ist meine Lieblingsabteilung", gibt der 65-Jährige lachend zu. Viele der Menschen, die die Abteilung betreten, würden sich sofort in die Zeit zurückversetzt fühlen und die Musik, die läuft, mitsingen. Kauth: "Vieles hier ist natürlich Kitsch in Reinkultur – aber typisch für die damalige Zeit." Die große Resonanz habe deshalb auch dafür gesorgt, dass aus der Sonderausstellung nun eine Dauerausstellung geworden ist. "Es ist schön, dass wir den Menschen mit so etwas eine Freunde machen können", so der Vorsitzende.

Was ihn besonders freut: Es würden sich selbst Kurgäste melden, die etwas zur Ausstellung beitragen möchten. So habe eine Dame eine Schachtel mit Programmheften der damaligen Zeit bei ihrer Rückkehr Zuhause von weit her geschickt, nachdem sie das Heimatmuseum besucht hatte. Es gebe also öfter mal Neues zu entdecken, vieles würde laufend ergänzt oder geändert. Trotzdem seien es bislang insbesondere Touristen oder eben Kurgäste, die das Kleinod aufsuchen – und sich daran erfreuen würden. "Es wäre schön, wenn auch die Bürger aus Bad Dürrheim dem Museum öfter einen Besuch abstatten würden", äußert Kauth einen Wunsch.

Denn zu erleben gibt es eine große Vielfalt an Themen und Ausstellungsstücken. Seien es die Dürrheimer Schulbänke aus den Jahren rund um 1900, in denen noch Platz für das Tintenfässchen war oder die Geschichten, Bilder und damaligen Souvenirs rund um die Anfänge als Kurort. "Damals war die Sparte viel zu groß dimensioniert", so Kauth, der sich seit 30 Jahren im GHV – davon 25 Jahre im Vorstand – engagiert.

Die dunkle Zeit im Zweiten Weltkrieg wird ebenso nicht verschwiegen. Zwar blieb Dürrheim als Lazarettstadt größtenteils verschont, die hässliche Fratze des Krieges zeigte sich jedoch im April 1945, als die Franzosen einmarschierten. Spannend ist auch zu erfahren, was die Widerstandskämpferin Sophie Scholl, der Schriftsteller und Dichter Victor von Scheffel, Lyriker Bertolt Brecht und Maler Hans Thoma mit der Kurstadt verbindet.

Einer der Höhepunkte dürfte aber sicher das "Sammelsurium" sein, dass weit über 1000 Bilder und Abbildungen aus Bad Dürrheim zeigt. In dicken Ordnern kann sich ein vielfältiger Eindruck von der damaligen Zeit verschafft werden. Und das Besondere: Jeder kann als "Heimatforscher" tätig werden. "Die Bilder sind hinter Folie und auf diese können die Besucher schreiben, wenn sie jemanden erkennen", berichtet Kauth. Dadurch entsteht ein einzigartiges Sammelwerk, das immer wieder erweitert wird.

Und dann wäre da eben die Saline zu erwähnen, die erste im Großherzogtum Baden, welche zu Hochzeiten bis zu 120 Mitarbeiter beschäftigte. "Alles Moderne in Bad Dürrheim ist aus der Saline entstanden", so der Vorsitzende und nennt hierbei die Elektrizität, die Wasserversorgung, die Werkfeuerwehr sowie die Gründung vieler Vereine. Kein Wunder, also, dass der Salzgewinnung, die ihren Ursprung im Jahr 1822 hat, eine besondere Rolle im Heimatmuseum spielt.

Angesichts der Tatsache, dass die Salzproduktion 1972 stillgelegt wurde, ist dieser wichtige Abschnitt in der Geschichte Dürrheims nun Geschichte – die aber wiederum im Museum des Geschichts- und Heimatvereins auf vielfältige Art und Weise erlebbar wird.

Das Heimatmuseum hat sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Das Museum befindet sich in der Salinenstraße in der Nähe des dortigen Busbahnhofs neben dem Haus des Bürgers. Im Monat werden dort rund 200 Besucher gezählt. Betrieben wird es vom Geschichts- und Heimatverein Bad Dürrheim. Der Verein hat über 500 Mitglieder, Vorsitzender ist Jürgen Kauth. Er kümmert sich gemeinsam mit einem engeren Helferkreis von knapp 25 Personen um das Museum und die anfallenden Dienste.

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