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Bad-Dürrheim Corona-Krise: Kliniken nehmen wieder verstärkt Patienten auf

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Bei der Klinik Limberger wird im Juni wieder eine Normalauslastung erwartet.Archiv-Foto: Kaletta Foto: Schwarzwälder Bote

Bad Dürrheim - In kleinen Schritten kehren in Bad Dürrheim viele Kliniken in Richtung Normalität zurück. Während die Reha-Einrichtungen langsam ihre Kapazitäten wieder hochfahren, fließen bei den Patienten des Hänslehof Tränen. Denn dort ist der Betrieb noch ausgesetzt.

Die Corona-Krise hat auch in den Kliniken in Bad Dürrheim zu Ausnahmesituationen geführt. Doch wie ist die derzeitige Lage? Der Schwarzwälder Bote hat sich umgehört.

Bei der Klinik Limberger , die sich auf die Fachbereiche Orthopädie und Pneumologie spezialisiert hat, ist man wieder in den normalen Reha-Betrieb eingestiegen. Hinsichtlich der Anschlussrehabilitationsmaßnahmen sei man deshalb laut Klinik-Geschäftsführer Joachim Limberger "ein Stück weit auf dem Weg in die Normalität".

Allerdings gebe es natürlich weiterhin reduzierte Belegungszahlen, weil vielerorts auch Operationen noch nicht durchgeführt werden konnten. Bis Ende der Woche, so schätzt Limberger, sei jedoch eine 75-prozentige Belegung zu erwarten, "Anfang Juni dürften wir dann wieder annähernd im Normalbetrieb sein".

Patienten zurückhaltend

In der Einrichtung stellt man jedoch fest, dass Patienten hinsichtlich der Reha-Maßnahmen während der Corona-Zeit zurückhaltend sind – aus Angst, sich anzustecken. Limberger hat dafür aber Verständnis, insbesondere bei Risikopatienten. Menschen, die nach einer Corona-Erkrankung aufgenommen werden mussten, habe die Klinik gehabt. Limberger sieht es jedoch als Vorteil, dass man für solche Fälle vorbereitet war. "Sollte es zu einer zweiten Welle kommen, so haben wir den Ernstfall schon durchspielt", erklärt der Geschäftsführer.

Ein gute Auslastung kann die Luisenklinik als Zentrum für Verhaltensmedizin vermelden. In der Rehabilitationsfachklinik für Erwachsene läuft es laut dem Vorstandsvorsitzenden Sven Wahl "relativ konstant". Zu Beginn der Corona-Krise habe es auch seitens der Patienten anfangs Verunsicherungen gegeben. "Mittlerweile sind alle froh und dankbar, dass wir geöffnet haben und die Behandlung angetreten werden kann", berichtet Wahl. Was den tagesklinischen Sektor der Luisenklinik betrifft, gehe es vor allem darum, das Infektionsrisiko zu minimieren – da die Patienten abends wieder nach Hause gehen und man deshalb keine Kontrolle habe.

Im ambulanten Bereich, der eine Zeit lang geschlossen werden musste, wurde anfangs auf Videokonferenzen gesetzt, mittlerweile finden auch hier wieder Vor-Ort-Termine statt. Insbesondere, weil sich manche Patienten damit schwergetan hätten. Um diese wieder ins Haus zu lassen, seien jedoch Vorsichtsmaßnahmen nötig gewesen, unter anderem sollen unnötige Wege in der Klinik vermieden werden. "Wir haben eine gewisse Routine entwickelt", so Wahl, der aber betont: "Die Gefahr, dass etwas ausbricht, ist nicht gebannt – wenn wir deshalb größere Bereiche schließen müssten, wäre das der Super-GAU."

Ein "langsames Anfahren" erwartet derweil Heiko Schöne, Verwaltungsdirektor bei der Schloss-Klink Sonnenbühl, die sich die Bereiche ­Neurologie, Orthopädie, Kardiologie und Innere Medizin auf die Fahnen geschrieben hat. Für Schöne ist klar, dass die Operationen, die entsprechende Reha-Maßnahmen nach sich ziehen, in den Krankenhäusern nicht so schnell wieder hochgefahren werden.

Angst vor Ansteckung

Dies würde auch damit zusammenhängen, dass viele Menschen sich derzeit aus Angst vor Ansteckung nicht operieren lassen wollen, "dabei verursachen Hospitalkeime mehr Tote als Corona." Er rechnet damit, dass erst wieder in etwa drei Monaten eine normale Auslastung möglich ist. Dies hänge mit den vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen zusammen, die ohnehin eine Vollauslastung verhindern würden, zudem "will im Moment jeder Patienten haben!". Die vergangenen Wochen habe die Schloss-Klinik in der Funktion als Ersatzkrankenhaus bis zur 40 Schwerstpflegefälle versorgt, die sich in Quarantäne befanden. "Das war eine besondere Herausforderung", so der Verwaltungsdirektor. Den Mehraufwand habe man selbst gestemmt und externe Pflegekräfte angeheuert.

Arbeitslos ist man derweil bei der Mutter-Vater-Kind-Kurklinik Hänslehof . Alle Einrichtungen für Maßnahmen in diesem Bereich sind weiterhin geschlossen. "Den letzten Patienten hatten wir am 1. April", berichtet dort Aline Schreijäg de Ortiz. Sie hofft jedoch, dass der Betrieb Anfang Juni wieder starten kann. Es sei sehr schwer gewesen, den Patienten absagen zu müssen, betont Schreijäg de Ortiz: "Für die psychosozial angeschlagenen Väter und Mütter ist das Homeschooling gerade eine zusätzlich Belastung, die Absagen waren deshalb auch manchmal mit Tränen verbunden". Die Existenz der Klinik stehe derweil dank des Klinik-Rettungsschirms nicht auf dem Spiel, "wir mussten aber kämpfen, dass wir als Mutter-Vater-Kind-Kurklinik mit aufgenommen wurden", so Schreijäg de Ortiz.

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