Neues Angebot im "Lebenswert" bietet geselligen Austausch von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

Von Markus Reutter

Bad Dürrheim. "Wir haben eine Vorreiterrolle gespielt", meint Sibylle Baumeister von der Stadtverwaltung zum bisherigen Engagement Bad Dürrheims im Umgang mit Asylbewerbern. Nun gibt es ein zusätzliches Angebot, das Café International, das sich an Menschen mit und ohne Migrationshintergrund richtet.

Die neue Plattform soll nicht nur den aktuell 34 Asylbewerbern in Bad Dürrheim eine Möglichkeit zum geselligen Austausch bieten, sondern lädt allgemein Menschen mit und ohne ausländische Wurzeln ein, um Kontakte zu knüpfen, in Bad Dürrheim anzukommen und Verständnis füreinander zu fördern, beschreibt Sibylle Baumeister, Leiterin des Sachgebiets Soziales in der Stadtverwaltung, die Intention des Cafés International, das erstmals am Montag, 4. Mai, 15 bis 17 Uhr, seine Türen im Generationentreff in der Viktoriastraße 7 öffnet.

"Es gibt auch Kaffee und Kuchen", lädt eine der Frauen vom Müttertreff ein, in dessen Händen die Organisation des Cafés International liegt. Regelmäßig kämen um die acht Frauen im Müttertreff zusammen, die meisten von ihnen hätten selbst Migrationshintergrund, verweist Barbara Durul auf ihre polnischen Wurzeln. "Wir wissen also, wovon wir reden", deutet sie an, welche Hürden Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland haben und dass das Café International gerade beim Müttertreff in guten Händen ist. Wobei sie ausdrücklich betont, dass auch Männer zum Café International willkommen seien.

Gerade im ländlichen Bereich falle die Integration und die Suche nach einem Arbeitsplatz schwerer als in Großstädten, meint Baumeister. Doch Bad Dürrheim leiste hier Vorbildliches, erwähnt sie bisherige Aktivitäten, zum Beispiel das Forum Asyl, das unter anderem Sprachkurse für Asylbewerber anbiete. Sie lobt aber auch die Bereitschaft in der Bevölkerung, Wohnraum für die Flüchtlinge anzubieten.

So liege die Kurstadt derzeit sogar acht Personen über dem Soll, das die Kommune laut Zuteilungsschlüssel aufnehmen sollte. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", freut sich Baumeister.

Menschen mit Migrationshintergrund seien in Bad Dürrheim keine Seltenheit, informiert Angelika Strittmatter vom Generationentreff Lebenswert. So weise der Zensus 2011 für die Kurstadt einen Anteil von 19,3 Prozent mit Menschen mit Migrationshintergrund aus. Das sei eine große Personengruppe. Das Café International biete hier eine Möglichkeit der Integration, um Parallelgesellschaften zu vermeiden. Alle Bürger und Gäste seien willkommen.

Weitere Informationen: Café International für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, jeden Montag, 15 bis 17 Uhr, im Generationentreff Lebenswert, Viktoriastraße 7, Ansprechpartnerinnen sind Sibylle Baumeister, Telefon 07726/ 66 62 20, und Barbara Durul, 07726/38 91 196.

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