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Bad-Dürrheim Bürgermeisterwahl: Joachim Lange schmeißt hin

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Proppenvoll ist das Bürgerhaus bei der Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in Bad Dürrheim. Foto: Spitz

Bad Dürrheim - Die Bürgermeisterwahl von Bad Dürrheim hat nur noch drei Kandidaten. Joachim Lange zog bei der offiziellen Kandidatenvorstellung der Stadt am Donnerstagabend seine Kandidatur zurück.

Als zweiter Kandidat des Abends hätte Joachim Lange sich eigentlich in 15 Minuten den Bad Dürrheimern im Haus des Bürgers vorstellen dürfen. Doch diese, sagte Lange, habe er unmittelbar vor seinem Auftritt beobachten können, wie sie sich bewegten, "Ihre Mimik". Und diese Studie habe in ihm den Entschluss reifen lassen, dass jedes weitere Engagement für diese Leute ein Fehler sei.

Kein Fehler war es hingegen in den Augen des Publikums offenbar, dass der 62-Jährige daraufhin vor vollem Haus verkündete, seine Bewerbung hiermit zurückzuziehen. Beifall, Lachen. Ein Joachim Lange, der mit hochrotem Kopf mit seiner Mappe in der Hand von dannen zieht.

Und da waren’s nur noch Drei. Doch die verbliebenen Kandidaten sind wild entschlossen, um den Chefsessel im kurstädtischen Rathaus zu kämpfen.

Jeder hatte in der ersten Runde des Abends unter der Moderation von Bürgermeister Walter Klumpp genau eine Viertelstunde Zeit, sich und seine Ziele dem Publikum vorzustellen.

Ihre Vorstellungen

Jonathan Berggötz hatte bereits als Erster den Anfang gemacht in der Vorstellungsrunde. Als mit 32 Jahren Jüngster und rhetorisch dennoch offenbar routiniertester der Kandidaten präsentierte er den Wählern klar strukturiert sein Programm. Eckpfeiler darin unter anderem: eine Koordinationsstelle, die Vereinsvorsitzende von Verwaltungsarbeit entlastet; die Klärung des Bedarfs eines das Minara ergänzenden Freibades und Prüfung eventueller Finanzierungsmöglichkeiten; ein neuer Gesundheitsdialog, der alle Akteure im Gesundheitssektor vernetzt und dem befürchteten Ärztemangel begegnet oder das Gewinnen von Investoren für innovative Tourismusangebote sowie der vierzügige Ausbau der Realschule oder die Gründung eines Bürgervereins, in dem beispielsweise auch eine Schülerfirma möglich wäre. Dort könnten Jugendliche Angebote für ältere organisieren und so nicht nur zu Unternehmern, sondern auch sozial engagierten Bürgern werden.

Klar strukturiert, unmissverständlich und ganz der Bundeswehroffizier, der er beruflich ist, das war Jens Wehner bei seiner Vorstellung. Das A und O in seinem Wahlprogramm: ein Zukunftskonzept für Bad Dürrheim, das er erstellen will. Diese Marschroute für die Kurstadt solle aufzeigen, wohin es mit der Stadt geht. Seine Ideen dazu unter anderem: ein maßvolles Prüfen, "wieviel Gewerbe verträgt Bad Dürrheim noch, ohne seinen Charme zu verlieren", und doch offen sein für innovative Unternehmen. Bad Dürrheims Schwäche sei die Verbindung zwischen der Innenstadt und zwei wichtigen Komponenten: dem Solemar sowie dem Gewerbegebiet – eine Lösung könne eventuell ein Citybus sein. Mittelfristig würde der Mann, der, ganz Offizier, gerne in der dritten Person von sich selbst spricht, gerne Steuersenkungen anstreben, vorausgesetzt die Gewerbelandschaft entwickle sich entsprechend positiv. Und das Flächenmanagement der Stadt müsse überarbeitet werden – die Stadt müsse Flächen kaufen, nicht erst bei Bedarf, sondern auf Vorrat, um sie dann anzubieten, wenn ein Investor auf den Plan tritt, so Wehner.

Betont leutselig, bürgernah und sympathisch bodenständig präsentierte sich der Mafia-Jäger Wolfgang Rahm. In tiefstem Schwäbisch breitete er sein Wahlprogramm aus, das zunächst darauf hinausläuft, das Engagement Ehrenamtlicher und auf anderen Wegen für die Stadt tätigen Bürger zu würdigen und in die entsprechenden Bahnen zu lenken. Die Stadt benötige ein städtebauliches Konzept, aber kein teures Gutachten, sondern eines, das mit Hilfe der Kompetenzen der Verwaltung und seines Netzwerks ganz praxisnah und mit hoher Bürgerbeteiligung erstellt werden soll. Er wolle nicht "herkommen und alles besser machen wollen", sondern er wolle es gemeinsam mit den Bad Dürrheimern und als ihr Bürgermeister zum Anfassen besser machen. Als echter Schwabe stehe er für solides, sparsames Wirtschaften, aber auch dafür, Möglichkeiten an Geld zu kommen auszuschöpfen, etwa diverse Förderprogramme. "Ich möchte einfach, dass Sie zufrieden sind und ich zufrieden bin", betonte Rahm.

Fragerunde

In der zweiten Runde gingen drei Fragen des Publikums an jeden Kandidaten, drei weitere Fragen richteten sich an alle drei gleichzeitig. Hier punkteten Berggötz und Wehner beim Thema Ärztemangel – beide haben klare Vorstellungen, würden beispielsweise ein Stipendium für angehende Mediziner ausrufen – und Berggötz würde die Vergabe dieses Stipendiums gerne mit einem späteren beruflichen Engagement in der Kurstadt verknüpfen. Wehner setzt auf ein Ärztehaus und Gemeinschaftspraxen. Beide würden ebenso wie Wolfgang Rahm günstige Mietpreise gewähren, und Letzterer zeigte mit dem Vorschlag, ein Arzt könne beispielsweise auch einen Dienstwagen gestellt bekommen mit Werbung der Kur und Bäder GmbH, dass er auch gerne unkonventionell denkt. Von Berggötz wollte Gudrun Ruf beispielsweise wissen, ob er gelobe, als Bürgermeister nie bei der katholischen Frauenfasnet zu fehlen (er bestätigte lachend: "Ich gelobe!") und ein anderer Bürger fragte, ob sich Berggötz mit erst 32 Jahren wirklich gewappnet sehe für das hohe Amt des Bürgermeisters ("natürlich!" – er bringe "wirklich viel mit"). Jens Wehner wurde gefragt, wie er mit dem Verlust der Kur und Bäder GmbH umgehe – dort würde ordentliche Arbeit geleistet, gegebenenfalls müsse man Zielstrukturen festlegen und hart daran arbeiten, "künftig kein Minus mehr zu schreiben". Und bei Bad Dürrheim denke er, so die Antwort auf eine andere Frage an ihn, zunächst "an Heimat".

Rahms Antwort auf die Frage nach seinen Ideen, wie die Innenstadt gestärkt werden könne, war der Masterplan, den er für die Stadt aufstellen will. In diesem Konzept seien natürlich auch Ansätze dazu vorhanden. Chancen zum Geld sparen, auch das war eine Frage an Rahm, sieht er unter anderem im Erbbaurecht, aber auch darin, Prozesse zu optimieren, nachhaltiger zu bauen und Fördergelder zu akquirieren.

Mehr zur Bürgermeisterwahl in Bad Dürrheim auf unserer Themenseite.

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