Noch kann hier kostenlos geparkt werden, was sich jedoch bald ändern wird. Foto: Ursula Kaletta

Die Stadt Bad Dürrheim benötigt mehr Einnahmen. Daher ist jetzt das kostenlose Parken auf den Prüfstand. So lief die Diskussion im Fachausschuss.

Die Ergebnisse wurden jetzt von Malte Noak vom Planungsbüro Brenner dem Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss vorgestellt. Erarbeitet wurden vier Varianten, in diese die Stadtmitte sowie die Großraumparkplätze am Salinensee, an der Salinensporthalle sowie am Minara einbezogen sind.

 

Vom Gremium wurden zuvor einige Anregungen eingebracht, Eingeführt werden solle eine sogenannte „Brötchentaste“, eine kostenfreie Kurzzeitparkregelung für 15 oder alternativ 30 Minuten. Von den Gebühren sollen die Elektrofahrzeuge befreit werden, je nach Lage und Parkdauer differenzierte Gebührenmodelle und die Berücksichtigung sozialer Aspekte.

Vorgeschlagen wurden mehre Möglichkeiten für die kostenpflichtigen Parkzeiten. Von montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 13 Uhr und an Sonntagen von 11 bis 18 Uhr. 30 Minuten Parkzeit sollen 0,50 Euro kosten. Für Langzeitparken von fünf Stunden könnten vier Euro berechnet werden, für einen ganzen Monat 30 Euro und für ein ganzes Jahr 300 Euro. Der Planer schlug vor, im gesamten maximal 13 Parkautomaten aufzustellen, der Abstand zwischen Parkplatz und Automaten sollte 100 bis 150 Meter betragen. Überlegt wurde, welche Zahlungsmethode angebracht sei: mit Bargeld oder mit App-Zahlung per Handy oder, wie in vielen Städten üblich, mit der Zahlungsart vom Easy-Park.

Barzahlung oder digital?

Hier gingen die Meinungen der Ratsmitglieder auseinander. Zur Sprache kam, dass ältere Menschen lieber mit Bargeld ihren Parkschein aus dem Automaten holen, eingeworfen wurde dagegen, dass auch die ältere Generation mit dem Umgang vom Handy vertraut sei. Bürgermeister Jonathan Berggötz wies darauf hin, dass bei Bargeldbezahlung zusätzliche Kosten entstünden: Es müsse jemand eingestellt werden, der das Geld regelmäßig aus den Automaten entnehme.

Die Kosten für die Automaten würden im ersten Jahr 205 000 Euro betragen, im zweiten Jahr 62 000 Euro. Gegengerechnet wurden die Einnahmen, im ersten Jahr 153 000 Euro mit einem Verlust von 76 00 Euro, im zweiten Jahr 129 000 Euro und somit ein Überschuss von 66 000 Euro.

Der Bürgermeister ließ wissen, dass ihm der Gedanke, für Parkplätze, die nicht dem Stand entsprechen, Geld zu verlangen, Probleme bereite. Daher sollte festgelegt werden, dass die Gelder in die Innenstadt fließen. Wenn die Infrastruktur verbessert werde, würde auch gerne Geld für Parken ausgegeben. Zur Diskussion kam, wer von den Parkgebühren befreit werden solle. Angesprochen wurden das Lehrerkollegium an der Werk-Realschule und die ehrenamtlichen Übungsleiter und Trainer, die vor der Salinensporthalle parken, sie sollten zumindest weniger zahlen, so die mehrheitliche Meinung.

Für und Wider

Am Ende werde es immer unterschiedliche Argumente geben, die dafür und dagegen sprechen, daher sind kluge Entscheidungen erforderlich, lenkte Berggötz ein. Zu den Überlegungen, ob die Mitarbeiter der Stadt Parkgebühren zahlen, meinte Gemeinderätin Regine Mäder, man könne nicht erwarten, dass man als Arbeitnehmer direkt vor der Arbeitsstelle einen kostenlosen Parkplatz bekomme. So sah es auch Karen Roeckl. Ihre Amtskollegin Andrea Kanold wies darauf hin, dass sie zwei Parkplätze für ihre Angestellten gekauft habe, die sie regelmäßig pflege und instand halte. „Ohne kostenlose Parkplätze würde mir gekündigt“, befürchtete sie. Sie sei erschrocken über die Kosten, und im Vorfeld sei kein Cent übrig, um die Plätze zu sanieren.

Lösungen für Handwerker gefordert

Tamara Pfaff erkundigte sich nach der Lösung für Handwerker, die für mehrere Stunden ihr Fahrzeug parken müssen. „Wir stehen in den Startlöchern und sind auf dem richtigen Weg,“ sagte Kurgeschäftsführer Markus Spettel. Er gab zu bedenken, dass für der Bezahlung an den Automaten an die unterschiedlichen Strukturen der Einwohner und Gäste gedacht werden solle, also Bargeldzahlungen sowie mit einer App.

Dem Beschlussvortrag, dass der Gemeinderat die Verwaltung ein Parkraummanagement für städtische Parkplätze sowie Einzelparkplätze im öffentlichen Raum schrittweise einzuführen, wurde bei drei Gegenstimmen von acht Stimmen befürwortet.