Michael Messner, Sohn von Urban Messner, will unabhängig von seinem Vater einen Hof gründen, der die Schweinezucht und Mast nach den Regularien des Biolandverbands betreibt, wie er gestern dem Gemeinderat mitteilte. Foto: Hildenbrand

Michael Messner sucht Mitarbeit des Gemeinderats. Hof unabhängig von Zuchtanlage auf Rauhäcker.

Bad Dürrheim - Es ließ dann doch den einen oder anderen Gemeinderat am Mittwochabend aufhorchen, was Michael Messner unter dem ersten Tagesordnungspunkt – Fragen der Bürger – vortrug. Er will einen Hof gründen, auf dem er nach den Richtlinien des Biolandverbandes arbeitet. Wo das sein wird, ist noch offen.

Der Plan ist auch unabhängig von dem seines Vaters zu sehen, der die Schweinezuchtanlage auf Rauh­äcker plant. Nun wollte er von dem Gemeinderat wissen: Beteiligt er sich an der Planung, um etwas Gutes zu Stande zu bringen oder will er einen fertigen Plan auf dem Tisch haben? Er bat den Gemeinderat um eine konstruktive Mitarbeit bei dem Projekt, "sei es in Belangen der Standortwahl bis hin zu Vorschlägen über die spätere Bewirtschaftung, alles was reell erscheint und unternehmerisch möglich ist, würde ich gerne berücksichtigen", erklärte er in dem Schreiben an Bürgermeister und Gremium. Und er hat dem Gemeinderat eine Frist gesetzt: Bis zum 10. August hätte er gerne eine Antwort. Ob er die bekommt, ist jedoch offen, da es die letzte Sitzung vor den Sommerferien war.

Im Gespräch mit dem jungen Landwirtschaftsmeister wird deutlich: Er will endlich arbeiten können. Seit acht Jahren läuft das Verfahren Rauhäcker, acht Jahre seien für einen Unternehmer lang. Und wie lange es sich hinziehen werde, ist im Moment offen. Messner Junior wollte sich gestern Abend nicht äußern. Vergangene Woche erklärte der Anwalt von Urban Messern jedoch, dass er davon ausgehe, dass es zu einer Normenkontrollklage vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim kommen wird, wahrscheinlich Anfang August.

Vor kurzem ergab sich nun für Michael Messner mit Partnern die Möglichkeit, auf dem Absatzmarkt der Bioprodukte einzusteigen. Rauh­äcker komme als Gelände jedoch nicht in Frage, da die notwendige Gebäudegruppierung aufgrund des Bebauungsplans nicht mehr machbar sei. Der Plan sieht laut Messner folgendermaßen aus: Kerngeschäft ist die Ferkelerzeugung für Biolandbauern. Dazu benötigt es 250 Muttersauen (insgesamt sind 324 Sauenplätze vorgesehen), er würde 816 Ferkelaufzuchtplätze benötigen und 482 eigene Mastsauenplätze. Hierfür wären nach Biolandrichtlinien sieben Ställe notwendig. In der Länge hätten diese zwischen 45 und 60 Metern, in der Breite neun bis zwölf Meter. Hinzu kommen die üblichen Nebenanlagen mit Jauche- und Mistendlager sowie eine Lagerhalle – natürlich auch ein Wohnhaus.

Der Biolandverband hat strikte Richtlinien für seine Tierhaltung: "Bei Bioland nehmen wir Rücksicht auf die Bedürfnisse unserer sau-schlauen Tiere", ist auf der Homepage zu lesen. Sie müssen genügend Stroh zum Spielen und Wühlen im Stall haben, konventionelle Spaltenböden sind verboten. Zusätzlich sind getrennte Liege- und Kotplätze sowie einen Auslauf vorgeschrieben. Der Biolandverband weist auch darauf hin, dass Schweine Allesfresser sind und diese somit möglichst vielfältiges Futter bekommen. Von frischem Gras über Heu bis hin zu Schrot aus Getreide oder Bohnen.