Einer größeren Renaturierungsmaßnahme soll die gegenwärtig noch schnurstracks verlaufende Kötach auf der Unterbaldinger Gemarkung 2021 unterzogen werden. Foto: Kaletta Foto: Schwarzwälder Bote

Kötach: 2021 soll der Bach teilweise renaturiert werden / Probleme bereiten Kohlenwasserstoffe

Die Kötach zählt zu den schlechtesten Gewässern im Schwarzwald-Baar-Kreis. Der Bach soll 2021 auf einer Strecke von 1200 Metern auf der Gemarkung von Unterbaldingen mit einem Kostenaufwand von 420 000 Euro renaturiert werden.

Bad Dürrheim-Unterbaldingen. Voraussetzung dabei ist, dass die Maßnahme vom Gemeinderat gebilligt wird. Der Kostenanteil der Stadt liegt bei 15 Prozent. Die Biologin Stefany Lambotte und Gerhard Bronner vom Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbandes Donaueschingen erörterten das Vorhaben bei der Sitzung des Ortschaftsrates, an der auch zahlreiche Bürger teilnahmen.

Als Ziel der Maßnahme wurde von der Referentin die Schaffung einer naturnahen Gewässerstruktur genannt. Diese soll mit stellenweisen Verschwenkungen des Bachlaufs, der abschnittweisen Anhebung der Gewässer-Sohle, dem Stehenlassen von Totarmen sowie dem Einbau von Strukturelementen erreicht werden. Auch wird die Beseitigung von vereinzelt vorhandenen belasteten Böden erforderlich sein. Hierbei handelt es sich um Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), einer großen chemischen Stoffgruppe, die seit Jahrzehnten wegen ihrer problematischen Eigenschaften für Mensch und Umwelt im Fokus von Wissenschaft und Öffentlichkeit steht. Ein Zusammenhang mit Ölprodukten von der nahen Autobahn wollte die Biologin nicht ausschließen.

Einige Landwirte äußerten ihre Bedenken zur weiteren Funktionalität von den ebenfalls zu versetzenden vorhandenen Drainagen, wenn der Bachlauf erhöht werde. Die Sicherstellung der Entwässerung der Wiesen sollte unbedingt gewährleistet sein, war zu hören.

Der 79-jährige ehemalige Ortsvorsteher Erich Hasenfratz äußerte seine Zweifel an Aussagen, dass die Kötach früher anders ausgesehen habe als gegenwärtig. "Ich lebe jetzt seit 40 Jahren an der Kötach und habe deren Verlauf noch nie anderes gesehen", so Hasenfratz. Der Gewässerwart des Unterbaldinger Angelverein Stefan Müller begrüßte die Renaturierung der Kötach ausdrücklich, zumal der Verein auch Pächter des Gewässers ist. Vor und nach der Maßnahme kündigte er eine vom Verein durchzuführende Bestandsaufnahme der Fische und Kleinlebewesen an. Müller regte an, in die Gesamtmaßnahme die Legung eins Leerrohrs von der Fischhütte am Niederwiesensee zur nahen Kläranlage aufzunehmen, womit der Verein den Zugang zur Stromversorgung, Frisch- und Abwasser herstellen könnte. Die Anfrage wurde zur Prüfung von Gerhard Bronner aufgenommen.

Auf Anfrage über die Anzahl von zu setzenden Gehölzen erwiderte er, dass diese gering ausfallen und gegen den Biber geschützt werden. Abschließend wurde von den beiden Referenten der Handlungsbedarf als groß und notwendig angesehen, da die Kötach über eine weite Strecke geradezu kanalartig ausgebaut ist, und selbst über eine geringe Reinigungskraft verfügt.