Das Forum Asyl in Bad Dürrheim trifft sich erstmals, um über die Lage der Asylbewerber zu sprechen. (Symbolfoto) Foto: Pleul

Mit den im Oktober untergebrachten Flüchtlingen gibt es "überhaupt keine Schwierigkeiten". Forum Asyl trifft sich.

Bad Dürrheim - Aus den Fehlern der 90er Jahre haben die Kommunen gelernt. Damals seien Flüchtlinge auf engstem Raum "zusammengepfercht" worden, meint Sibylle Baumeister von der städtischen Abteilung für Soziales. Mittlerweile werde darauf geachtet, dass Integration gelingen könne, so auch in Bad Dürrheim.

"Überhaupt keine Schwierigkeiten" gebe es mit den sieben Asylbewerbern, die im Oktober in privatem Wohnraum in Biesingen untergebracht wurden. Auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten wurde die Stadtverwaltung nun in der Kernstadt mit einer Drei-Zimmer-Wohnung fündig. Ein "Filetstück", in das demnächst vier der aus Sri Lanka stammenden Tamilen aus Biesingen einziehen werden. Die Kernstadt ist für Baumeister die erste Wahl, wenn es um die Unterbringung von Asylbewerbern geht. Hier sei die Verkehrsanbindung besser, und es gebe mehr Möglichkeiten, die Flüchtlinge in Form einer gemeinnützigen Tätigkeit einzusetzen. So seien drei der Asylbewerber im Bauhof bereits seit Anfang November beschäftigt und würden auf 1. Dezember in die Wohnung in Bad Dürrheim umziehen. Ebenso ein vierter Tamile, der an einer chronischen Erkrankung leide und von der Kernstadt aus besser Ärzte und Klinik erreiche.

Die vier frei werdenden Plätze in Biesingen würden bereits im Dezember für weitere Asylbewerber genutzt, weist Baumeister auf die Zuteilung von Flüchtlingen durch das Landratsamt auf die Kommunen im Kreis hin. Möglicherweise tue sich im Januar noch mal eine Zwei-Zimmer-Wohnung für Flüchtlinge in der Kernstadt auf. Es würden Gespräche mit dem Vermieter laufen. Hier könnten eventuell drei weitere Personen aufgenommen werden. "Dann haben wir erst mal Verschnaufpause bis Mai/Juni", meint Baumeister, dass Bad Dürrheim dann sein Soll, zumindest vorläufig, erfüllt hat. Trotzdem seien weitere Möglichkeiten für die Unterbringung von Asylbewerbern willkommen. Vermieter könnten sich an die Stadtverwaltung wenden.

Außerdem gebe es bereits sechs "Altfälle" in der Kur­stadt, die aber für die Stadtverwaltung keinen Verwaltungsaufwand bedeuteten. Denn diese, schon länger in Deutschland wohnenden Asylbewerber hätten eine Arbeitsgenehmigung, seien also mit Wohnung und Arbeit versorgt. Positiv sei auch, dass diese Altfälle bei der Aufnahmequote von Asylbewerbern berücksichtigt würden.

Am heutigen Mittwoch trifft sich das Forum Asyl zu seinem ersten Arbeitstreffen. Die Initiative hierzu ging von Baumeister aus, die sich bereit erklärt, auch den Vorsitz des neuen Forums zu übernehmen. "Das ist meine Lebensaufgabe für die nächsten Monate", deutet sie an, dass ihr diese Arbeit besonders am Herzen liegt. An der heutigen Runde mit geladenen Gästen im Biesinger Rathaus nehmen außer Baumeister auch Bürgermeister Walter Klumpp, Ortsvorsteher Stephan Klemens, ein Abgesandter der Kur und Bäder GmbH, Vertreter der Kirchen, des Generationentreffs Lebenswert und einige an dieser Arbeit interessierte Bürger teil. Und nicht zu vergessen: Auch die sieben Tamilen sind zu dem Treffen eingeladen, um ihre Anregungen für die künftige Arbeit des Forums einzubringen.

Wie Baumeister ankündigt, werde sich der Kreis für Mitstreiter öffnen. Gemeinsames Ziel sei die Integration und ein gutes Miteinander von Asylbewerbern und Bevölkerung. Vorstellbar seien beispielsweise ein Sprachkurs im Generationentreff und Begegnungen zwischen Asylbewerbern und Bevölkerung.

Sibylle Baumeister von der Abteilung für Soziales der Stadt Bad Dürrheim hilft den frisch in Bad Dürrheim eingetroffenen Asylbewerbern, eine Beschäftigung zu finden. Die Arbeitserlaubnis sei zwar eingeschränkt, doch einer gemeinnützigen Tätigkeit mit 100 Stunden im Monat dürften sie nachgehen und auf diese Weise maximal 105 Euro monatlich verdienen, das mache auf die Stunde 1,05 Euro. Das Geldverdienen stehe hier also im Hintergrund, wichtiger sei auch hier der Gedanke der Integration. Drei der insgesamt sieben Tamilen habe sie dem Bauhof vermitteln können. Auch die Kur und Bäder GmbH prüfe derzeit, ob sie einen der Flüchtlinge einsetzen könne. Normalerweise sei die Tätigkeit auf den Landkreis, in dem die Asylbewerber wohne, begrenzt. Doch einer der sieben Tamilen habe eine Genehmigung für eine Arbeit in Stuttgart erhalten und wohne ihres Wissens nach auch dort unter der Woche.