Mit 30 Kindern und Jugendlichen bildet die Bad Bellinger Jugendfeuerwehr eine ungewöhnlich starke Nachwuchstruppe.
Zugegebenermaßen war es ein besonderer Übungsabend, den sich unsere Zeitung für einen Besuch ausgesucht hatte. Als erstes wurde über die Weihnachtsfeier gesprochen, danach durfte die neue Drehleiter inspiziert werden und als drittes stand Kürbisschnitzen an.
„Geht erstmal hoch“, begrüßt Jugendwartin Nadine Dercho die Ankömmlinge vor der Tür des Domizils der Feuerwehr. Mädchen und Jungen treffen ein, stürmen die Treppe rauf und schnattern durcheinander. Florian Sattler von der Abteilung Hertingen übernimmt stets einen Fahrdienst und lädt eine Reihe Kinder ab. Generell kommen die Mitglieder aus allen Ortsteilen.
Mit Stellvertreter Manuel Hummel und sechs Betreuern habe sie ein ganzes Team an ihrer Seite, sagt Dercho. Seit 2020 bekleidet sie das Amt, und bereits als Zehnjährige ist sie Mitglied geworden.
Mittlerweile dürfen Achtjährige in die Bad Bellinger Wehr eintreten – nur ein Grund für die zahlenmäßig große Abteilung. Erst ab zehn Jahren zur Feuerwehr – das sei ein alter Stiefel, meint Dercho. Ein anderer Grund sei, dass sie in Bamlach beruflich mit Kindern zu tun habe und ihre Schützlinge mit in ihren Freizeitdienst „rüberziehe“. Außerdem „sind wir überall präsent, etwa an örtlichen Festen, um ordentlich zu werben“. Alles zusammen sorge für die hohe Quote.
Dann geht der Übungsabend los. Es gilt zu klären, wohin die Reise geht. Die Weihnachtsfeier kommt nämlich in Gestalt eines Ausflugs daher. Bevor alle lautstark ihre Ideen kundtun, wird die Riege aufgeteilt. Die Älteren begeben sich mit Dercho ins Nachbarzimmer. Die Jüngeren übernimmt Daniel Ott. „Einfach fragen, wohin sie wollen und was sie essen möchten“, ruft ihm die Jugendwartin noch zu.
Viele Pokale errungen
Nach zehn Minuten steht der Plan. Die Acht- bis Elfjährigen fahren in den Trampolinpark Kenzingen, und haben für Pizza, Pommes und Spaghetti gestimmt. Die Großen werden sich auf der Kartbahn in Weil am Rhein vergnügen und mit Pizza und Döner verpflegt.
Die zahlreichen Pokale im Jugendraum sprechen dafür, dass hier auch hart geackert wird. Etwa vor zwei Wochen anlässlich des großen Übungseinsatzes im Jugendtreff „Baracke“ Rheinweiler: Simuliert wurde ein Gebäudebrand mit einer vermissten Person. Sie selbst sei nicht dabei gewesen, sagt Dercho. Aber der Bericht rief bei der Chefin Stolz auf ihre leistungsfähige Mannschaft hervor.
Teil zwei des Übungsabends bricht dann an, und im Nu leert sich der Raum. Vor allem die Großen flitzen jubelnd ins Freie und direkt in eine offene Garage. Vorbereitet wurden von den zahlreich anwesenden Betreuern Tische, Kübel für Kürbisschnitzabfall und Messer. Die 30 Kürbisse hat wieder Felix Koch spendiert.
Die Drehleiter erkunden
Die Jungfeuerwehr war kürzlich zur Übergabe der millionenschweren Investition – der Drehleiter – eingeladen. Das Aufregendste für den Nachwuchs sei die Ankunft des Riesenfahrzeugs im Hof mit Blaulicht und Sirene gewesen, erzählt Dercho. Vier hätten sich getraut, den 30-Meter-Höhenflug im Korb mitzumachen.
Die Kleineren sind am jüngsten Übungsabend relativ schnell durch mit der Besichtigung des neuen Fahrzeugs. Einige krabbeln darauf herum, andere bleiben unten und öffnen mal eine Lade. Jakob kontrolliert, ob noch alles vom vergangen Mal da ist. Zufrieden erklärt der Achtjährige, bei dem Gerät handele es sich um einen Lüfter. Dieser drücke nach einem Brand den Rauch aus dem Haus heraus. Dann rauscht die jüngste Gruppe ebenfalls in Richtung Kürbisse ab.
Es ist richtig was los
Zwischen den Zöglingen tummeln sich mittlerweile einige Mitglieder der Aktivmannschaft. Irgendwie hat jeder etwas zu erledigen. „Manchmal ist hier abends richtig was los“, sagt die Jugendwartin.