Die Bewerber für die Bad Bellinger Bürgermeisterwahl stellen sich unseren Fragen: hier der pensionierte Ingenieur Karl Wiesler aus der Schweiz.
Neben Amtsinhaber Carsten Vogelpohl bewerben sich die drei Gegenkandidaten Karl Wiesler, Harro Kienzler und Franz Feldmeyer für das höchste politische Amt in der Gemeinde. Im Vorfeld der Wahl, die am 25. Januar stattfindet, haben wir alle vier Kandidaten gebeten, uns einen gleichlautenden Fragenkatalog zu beantworten. Karl Wiesler hat als Einziger – und entgegen unserer Bitte – die Fragen handschriftlich beantwortet. Wir drucken seine stichwortartigen Antworten unverändert ab.
Was prädestiniert Sie für den Rathaus-Chefsessel, das höchste Amt in der Gemeinde?
Lebenserfahrung, Fachwissen (technisch und wirtschaftlich) und eine spezielle Denkweise.
Der aktuell laufende Rathaus-Umbau mit Erweiterung hat in der Gemeinde auch für kritische Stimmen gesorgt. War diese Investition von knapp elf Millionen Euro richtig? Oder wäre das Geld an anderer Stelle besser investiert gewesen?
Ist kompletter Unsinn, da sehr hohe Kosten/Bürger.
Wie sehen Sie die Zukunft der Therme – auch angesichts der zunehmend angespannten finanziellen Lage und bereits angekündigter Steuererhöhungen? Kann sich Bad Bellingen den angedachten Neubau im großen Stil leisten (bis 2050 / für 42 Millionen Euro)?
Wenn Unwirtschaftlichkeit nicht zu stoppen ist, sofort schließen (siehe das Ergebnis anderer Träger beispielsweise das Schwimmbad in Badenweiler).
Nicht unumstritten ist auch der geplante Bau des Penny-Markts am Rande des Kurparks. Wie stehen Sie zu dem Projekt?
Vermutlich Gewinnschöpfung über Grundstücksgeschäft (aber nicht notwendig).
Auf welche Themen und Projekte wollen Sie in den nächsten acht Jahren einen Schwerpunkt legen?
Wirtschaftlichkeit der Betriebsabläufe. Kommunikation Internet Handy funktioniert nicht (eigene Erfahrung).
In den vergangenen Jahren gab es aus dem Gemeinderat von einzelnen Räten immer wieder Kritik an der Verwaltung. Kritisiert wurden mangelnde Transparenz und ein unzureichender Informationsfluss. Wie wollen Sie Verbesserungen erzielen?
Keine Infos über Bodenrichtwerte, deren Entstehung-Berechnung.
Bad Bellingen ist seit Jahren auf Wachstumskurs, die Einwohnerzahlen sind deutlich gestiegen. Gibt es noch weiteres Potenzial – oder hat die Gemeinde mit Blick auf Flächen und Infrastruktur ihre Grenzen erreicht?
Auf Wachstumskurs sind wohl eine Handvoll Betriebe, die Masse säuft ab, wie der Handel siehe Badstraße.
Das Gewerbegebiet in Rheinweiler ist voll – wo könnten noch neue Gewerbeflächen entstehen?
Wenn man Gewerbeflächen verschleudert für Containerlager. Hoher Flächenverbrauch zu Arbeitsplätzen. Die extensive Dachbegrünung wird vergessen (wie noch 1999 verlangt).
Bezüglich Infrastruktur und öffentlicher Personennahverkehr, speziell in den Dörfern: Wo sehen Sie in der Gemeinde besonderen Handlungsbedarf?
Eventuell Anrufsammeltaxi. Zu wenig eigene Gedanken bisher.
Besonders in Zeiten klammer Kassen sind gute Ideen gefragt: Was würden Sie für die Gemeinde tun, was nichts oder wenig kostet – aber einen echten Mehrwert für die Allgemeinheit bringt?
Widerspricht dem Wachstum der Gemeinde.
Zum guten Schluss würden wir gerne von Ihnen wissen: Haben Sie ein Lebensmotto?
Habe kein Motto, aber ich lasse mich nicht und nie verbiegen.
Karl Wiesler
Der 67-Jährige
ist Diplom-Ingenieur (FH), Fachrichtung Produktionstechnik. Er stammt aus Hertingen, wohnt allerdings seit zwei Jahren in Altbüron in der Schweiz.