Das Seedorfer Backhaus, ein für die Dorfgemeinschaft wichtiges Gebäude, soll für knapp 300 000 Euro erweitert werden. Die Gemeinde hofft auf Fördermittel aus dem LEADER-Programm. Foto: Weisser

Erfreuliche Nachricht für alle Nutzer des Seedorfer Backhauses: Das Gebäude soll mit finanzieller Unterstützung durch das LEADER-Förderprogramm erweitert werden. Die Stilllegung der Viehwaage machte das Vorhaben erst möglich.

Durch den Umbau und die Vergrößerung des freigewordenen Anbaus soll für den Backhausverein ein Schulungs- und Veranstaltungsraum geschaffen werden. Damit wäre für den Verein ein wesentlich effizienteres Arbeiten möglich. Die Anzahl der Backkursteilnehmer bei laufendem Backbetrieb könnte mehr als verdoppelt werden.

 

Der Gemeinderat begrüßte das Projekt und stimmte am Montagabend der Entwurfsplanung von Architekt Harald Ganter zu. Auf deren Grundlage soll der Bauantrag eingereicht werden.

Die Gesamtkosten wurden mit brutto 297 500 Euro ermittelt. Die Gemeinde hofft auf einen Zuschuss von 40 Prozent. Im Haushalt stehen für das Backhaus Mittel in Höhe von 205 000 Euro. Im Falle des Erhalts eines Förderbescheids darf die Verwaltung die Maßnahme unverzüglich ausschreiben.

Verein führt Betrieb fort

Zur Vorgeschichte: Nach der Einstellung des kommunalen Backbetriebs Ende des Jahres 2003 hat der neu gegründete Backhausverein den Backbetrieb fortgeführt. Das Gebäude verblieb weiter in der Zuständigkeit der Gemeinde. In der Eingliederungsvereinbarung aus dem Jahre 1973 ist niedergeschrieben, dass das Backhaus im Ortsteil Seedorf bestehen bleiben soll, solange hierfür ein Bedürfnis bestehe.

Seit einigen Jahren – so war zu erfahren – seien die Mitgliederzahlen und die Backzahlen stetig angestiegen. Der gemeinnützige Verein zähle mittlerweile 205 Mitglieder. Der örtliche Bäcker sei ebenfalls Mitglied im Verein und nutze das Angebot des Backhausvereins.

Die Erweiterung des Gebäudes sei „kein Projekt Backhausverein für eigene Zwecke“, stellte Bürgermeister Peter Schumacher fest und meinte: „Das Backhaus strahlt weit über den Backhausverein hinaus“. Der Verein sei inzwischen fester Bestandteil des Zusammenlebens im Dorf, in der Gemeinde und sogar in der Region. Denn: Der Verein hat Mitglieder aus sechs Gemeinden.

Barrierefreier Zugang

Sämtliche Vereinsaktivitäten würden ehrenamtlich ausgeführt. Mit mehreren Vereinen gebe es Kooperationen (Brotbacken für Veranstaltungen, Kurse, Teilnahme an Kinderferienprogrammen).

Der Eingangsbereich soll zukünftig barrierefrei sein. Architekt Harald Ganter erläuterte die vorgesehenen Maßnahmen. Der Flachdachanbau erhält eine Dachbegrünung.