An der Baustellenampel an der B462 zwischen Schramberg und Sulgen immer häufiger zu gefährlichen Szenen. Manche Fahrer sollen die linke Spur häufig gezielt blockieren.
Seit September regelt eine Baustellenampel an der Grünen-Baum-Kurve den Verkehr auf der B 462 zwischen Schramberg und Sulgen. Doch die nötige Geduld, die der Engpass den Autofahrern abverlangt, scheint einigen Verkehrsteilnehmern schwerzufallen.
Mittlerweile sorgt die Verkehrsführung nicht nur für Frust, sondern auch für gefährliche Situationen – und für wachsenden Ärger bei Lesern unserer Zeitung. Mehrere von ihnen berichten, dass Autofahrer bewusst das vorgeschriebene Reißverschlussverfahren auf den beiden Fahrbahnen vor der Ampel bergabwärts verhindern. In einem Fall wäre es nach Angaben einer Betroffenen beinahe zu einem schweren Unfall gekommen.
Leserin schildert brenzliges Manöver
Eine Autofahrerin schildert ein besonders drastisches Erlebnis: „Ein Baustellen-Lkw ist kürzlich komplett nach links ausgeschert – obwohl er mich gesehen hat und obwohl ich ständig gehupt habe.“ Um eine Kollision zu vermeiden, habe sie abrupt reagieren müssen. „Ich musste mit 50 Kilometern pro Stunde in den Gegenverkehr ausweichen. Sonst wäre es zu einem Unfall gekommen.“
Ihre Schilderung bleibt kein Einzelfall: Mehrfach wurden der Redaktion ähnliche Beobachtungen gemeldet. Einige Fahrzeuge würden sich regelrecht quer stellen, um andere Verkehrsteilnehmer daran zu hindern, die linke Spur zu nutzen, um dann einzufädeln.
So ist das Reißverschlussverfahren gedacht
Dabei sieht die Straßenverkehrsordnung an Baustellen wie dieser vor, beide Spuren bis zum Ende zu befahren und sich erst direkt vor der Engstelle abwechselnd einzuordnen.
Genau dieses Reißverschlussverfahren ist an der Haarnadelkurve ausdrücklich vorgesehen. Die Ampel wurde eingerichtet, um Bauarbeiten im engen Kurvenbereich zu ermöglichen. Bereits zu Beginn der Maßnahme wurde darauf hingewiesen, dass sich talwärts zweispurig aufzureihen ist – ein System, das den Verkehrsfluss stabil halten soll.
Wenn Blockierer zur Gefahr werden
Solange sich beide Fahrstreifen gleichmäßig füllen, funktioniert die Abwicklung auch zuverlässig: In einer Grünphase kommt die wartende Kolonne in der Regel zügig durch die Baustelle.
Problematisch wird es erst, wenn einige Verkehrsteilnehmer versuchen, andere am Einfädeln zu hindern oder die linke Spur aus Prinzip blockieren. Dann entstehen unnötige Rückstaus, Unmut – und riskante Situationen wie das von der Leserin beschriebene Ausweichmanöver.
Wie das Reißverschlussverfahren korrekt funktioniert, erläutert der ADAC: Autofahrer sollen beide Fahrstreifen bis unmittelbar vor die Engstelle nutzen und sich erst dort abwechselnd einordnen – nach dem Prinzip „einer von rechts, einer von links“. Dadurch bleib die Kapazität der Strecke erhalten und der Verkehr fließt gleichmäßiger. Wer hingegen bewusst blockiert, gefährde im schlimmsten Fall sich selbst und andere.