Dieser Abschnitt der Bahnhofstraße zwischen Kreisverkehr und Bahnübergang soll grunderneuert werden. Foto: Benjamin Roth

Neben der Zollernstraße steht einer der nächsten Hauptverkehrsachsen eine Grunderneuerung bevor. Die Bahnhofstraße soll zwischen Kreisverkehr und Bahnübergang ein neues Gesicht bekommen. Die Hofgartenstraße wird noch 2025 saniert.

Erhebliche Schäden im Belag weist die Bahnhofstraße zwischen Bahnübergang und Kreisverkehr auf; im Straßenzustandskataster schneidet der Straßenabschnitt mit der Zustandsnote 3,5 bis 4 „mangelhaft“ ab. Die Stadt Hechingen sieht daher dringenden Handlungsbedarf, die schadhafte Fahrbahn zu erneuern.

 

Doch beim Fahrbahnbelag soll es nicht bleiben, wie aus der Sitzungsunterlage der Bauausschusssitzung am Mittwoch, 9. April, hervorgeht. Vorgestellt wird dort ein städtebaulich-verkehrliches Planungskonzept für eine komplette Grunderneuerung des angesprochenen Straßenabschnitts.

Barrierefreier Gehweg

Heißt: Bei einer Sanierung sollen hauptsächlich Fußgänger, Radfahrer und damit ÖPNV-Nutzer profitieren. Konkret sehen die ersten Entwurfspläne vor, die Fahrbahnbreite von 7,50 Meter auf sieben Meter zu reduzieren sowie einen barrierefreien Gehweg mit 2,50 Metern Breite zu schaffen. Um den Radverkehr auf der Fahrbahn zu schützen, ist künftig eine Tempo-30-Zone vorgesehen. Zudem sollen barrierefreie Bushaltestellen, die seit dem 1. Januar 2022 eigentlich gesetzlich Pflicht sind, installiert werden.

Noch steckt das Projekt in den Anfängen, wie ein Blick auf die vorgesehene Beschlussfassung des Bauausschusses zeigt. Das Konzept soll vom Gremium zur Kenntnis genommen, ein Ingenieurbüro beauftragt und ein Fördermittelantrag in die Wege geleitet werden. Für die Grunderneuerung der Bahnhofsstraße rechnet die Verwaltung mit 500 000 Euro, verteilt auf die Jahre 2025 bis 2028 – in der Hoffnung, dass davon circa 25 bis 40 Prozent vom Land gefördert werden.

Warum sieht die Stadt eine Grunderneuerung als notwendig an? Die Bahnhofstraße sei aus Sicht der Verwaltung ein „Flaschenhals“ für den Fußgängerverkehr und stelle damit einen zentralen innerörtlichen Verknüpfungsbereich dar. Schließlich befinde sich die Bahnhofstraße in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und Busbahnhof und sei daher eine der wenigen Verbindungen zwischen dem nördlichen und südlichen Teil Hechingens der Bahnschienen. Insbesondere Schüler seien dort unterwegs.

Zubringer zur B27

Durch die Erschließung des Neubaugebiets Killberg IV und der Zubringerfunktion der Bahnhofstraße zur B 27 gehe man auch davon aus, dass der Autoverkehr weiter zunehme. Vorstellbar wäre auch, dass nur eine neue Asphaltschicht aufgetragen wird. Dieser Teil der Bauleistung – geschätzt rund 150 000 Euro teuer – sei aber gerade nicht förderfähig, heißt es in der Sitzungsunterlage weiter.

Und dazu kommt: Der Landkreis plant, die Fahrbahn der angrenzenden Hofgartenstraße, eine Kreisstraße, mitsamt Kreisverkehr noch dieses Jahr zu erneuern. Dabei sei die Hofgartenstraße noch in einem besseren Zustand. Nun ist es an den Stadträten zu beraten, wie umfangreich die Sanierung der Bahnhofstraße letztlich ausfallen soll.