Die B27 bot ein Bild der Verwüstung am Mittwochvormittag nach dem vorangegangen Eisregen. Foto: Klaus Stopper

An der Anschlussstelle Hechingen-Mitte ist es am Mittwochmorgen gegen acht Uhr zu einer Massenkarambolage mit 21 Autos gekommen. Glücklicherweise blieb es bei zwei Leichtverletzten. Die Bundesstraße 27 war über mehrere Stunden gesperrt.

Die Unfallstelle zog sich über mehrere hundert Meter hin. Auf der Fahrbahnseite in Richtung Bisingen lagen auf Höhe des Kauflands herausgerissene Fahrzeugteile weit verstreut. Stoßstangen, ganze Räder mitsamt Aufhängung. Die Fahrbahn glich einem Trümmerfeld. Auf der Straße herrschte durchgehend ein Eisfilm. Hier waren gegen 8 Uhr Autos in die Leitplanken gerutscht, nachfolgender Verkehr geriet bei Bremsversuchen ins Schleudern und krachte in diese Fahrzeuge. Am Ende waren 21 Autos teilweise schwer beschädigt. Der Verkehr staute sich wenig später über eine Stunde lang in Richtung Bodelshausen.

 

Nach ersten Angaben vor Ort war von vier Unfallstellen die Rede. „Als wir an die Leitplanke rutschten, war noch kaum was passiert. Wir sind dann ausgestiegen, und danach ist noch jemand in uns reingekracht. Wir haben nur noch geschrien“, berichteten zwei junge Frauen vor Ort, die neben ihrem demolierten Auto auf ein Abschleppunternehmen warteten. Die Decken des Roten Kreuz schützen sie etwas gegen die Kälte.

Fahrbahn über Stunden hinweg gesperrt

Ein Mann daneben erzählte, dass er langsam gefahren sei und dann gebremst habe, „aber auf der vereisten abschüssigen Strecke hat mein Auto dann sogar noch beschleunigt“. Sie hätten das wahrgenommen als ob sie in einem Film sitzen, erzählten alle drei. „Völlig unwirklich“, so die junge Frau.

Angesichts solcher Schilderungen war es wirklich Glück, dass es nur zwei Leichtverletzte gab, die in die Klinik gebracht werden mussten, wie das DRK in einer Pressemitteilung informiert. Der Notarzt untersuchte trotzdem alle Unfallbeteiligten. „Zum Glück wurde niemand schwerer verletzt“, sagte Alwin Koch, der Einsatzleiter des DRK auf der B 27. Das Technische Hilfswerk half bei der Sicherung der Unfallstelle.

Kreisbrandmeister vor Ort

Vor Ort war auch die Feuerwehr Hechingen mit 26, die Feuerwehr Bisingen mit 14 und die Feuerwehr Rangendingen mit neun Einsatzkräften. Auch Kreisbrandmeister Sven Röger machte sich ein Bild von der Massenkarambolage.

Besonders herausfordernd war, dass auch zwei E-Autos in den Unfall verwickelt waren. Die Feuerwehr-Einsatzkräfte sind mittlerweile dafür speziell geschult und drückten sofort einen Schalter in den Autos, durch den die Hochspannung im Fahrzeug abgeschaltet wird. Die Fahrzeuge wurden für den Abschleppdienst zudem mit einem Elektroauto-Warnhinweis markiert.

Stau konnte schrittweise aufgelöst werden

Nachdem der Unfall aufgenommen und die Verletzten versorgt waren war am Mittwochmorgen das vorrangige Ziel der Einsatzkräfte, zumindest eine Spur bis zur Anschlussstelle Mitte wieder befahrbar zu machen, damit nur leicht beschädigte Autos und solche, die zwar unbeschädigt blieben aber durch die Unfälle praktisch eingeschlossen waren, den Unfallort verlassen konnten. Auch Autos im Stau konnten dort dann von der Bundesstraße abfahren. Die Straßenmeisterei streute die vereisten Stellen und reinigte die Unfallstelle, freigegeben wurde die gesamte Fahrbahn aber erst wieder am Nachmittag.