Bei Bodelshausen verengt sich die Bundesstraße 27 Richtung Tübingen von zwei auf eine Spur. Dort steht eine Geschwindigkeitsmessanlage, deren neuer Zusatzblitz bislang willkürlich aufflammt und auch vorschriftsgemäß schnelle Autofahrer erschreckt.
Wer in den vergangenen Tagen auf der B 27 in Richtung Tübingen gefahren ist, der hat sich am Ende der Ausbaustrecke hinter Bodelshausen möglicherweise gewundert: Obwohl der Tacho nicht mehr als die vorgeschriebenen 80 Stundenkilometer anzeigte, blitzte es. Die stationäre Radarfalle hatte zugeschlagen!
Das haben auch mehrere Mitarbeitende des Schwarzwälder Boten festgestellt, die regelmäßig zwischen den Kreisen Zollernalb und Tübingen pendeln. Eine Kollegin berichtet beispielsweise, sie habe wegen des zähflüssigen Verkehrs die Stelle mit höchstens 40 Stundenkilometern passiert. Trotzdem flammte das rote Licht in der Messsäule auf.
Keine Sorge: Es gibt weder Foto noch Strafzettel
Fragt man bei der Stadt Mössingen nach, die diese Messungen vornimmt, was denn los sei und ob dort die Gemeinde ihre oder der Autofahrer seine Geschwindigkeitsmessung überprüfen sollte, dann erhält man eine beruhigende Auskunft: Keine Sorge, es werde keine Zahlungsaufforderung mit der Post geben. Es sei noch nicht einmal ein Foto gemacht worden.
Vielmehr ist in die Messanlage ein zusätzlicher Blitz eingebaut worden. Dieser soll die Bildqualität verbessern, scheint derzeit aber einfach zu machen, was er will: Mal blitzt er, mal blitzt er nicht. Und ob er blitzt oder nicht, das hänge nicht von der Geschwindigkeit des fraglichen Wagens ab.
Das Problem sei bekannt, versichert Steffen Seiler, Teamleiter der Zentralen Bußgeldstelle bei der Stadt Mössingen, es werde daran gearbeitet. Der Zusatzblitz muss wohl noch „domestiziert“ werden – und das soll so schnell wie möglich geschehen.