Das "Bollenbacher Ei" sorgt immer wieder für Diskussionen. Dass die Planer die Verkehrssituation erst im Zuge des B 33-Ausbaus entzerren wollen, kommt für viele Anlieger zu spät. Foto: Störr

Die Akzeptanz der Haslacher Bürger für die B 33-Umfahrung wird maßgeblich vom Schallschutz abhängen. Das machte Grünen-Fraktionsvorsitzender Martin Schaeffer jetzt deutlich. Insgesamt wünscht man sich mehr Tempo bei den Planungen.

Haslach - Mit Bundestagsabgeordnetem Johannes Fechner (SPD) ist am Dienstag in erster Linie der Lärmschutz im Zuge des B  33-Ausbaus diskutiert worden. Mitglieder des Ortschaftsrats, des Sonderausschusses Schnellingen und die Fraktionssprecher des Haslacher Stadtrats waren dabei.

"Wir wollen den Ball im Spiel halten"

Bollenbachs Ortsvorsteher Andreas Isenmann (CDU) erklärte angesichts der neuen Regierung: "Wir wollen den Ball gut im Spiel halten." Es gehe nicht nur um eine Lösung für Bollenbach, wo die bestehenden Grenzwerte nur an wenigen Gebäuden und nur nachts überschritten werden. "Es sind Berechnungsergebnisse und Tabellen mit gemittelten Werten, die über den Schallschutz für Menschen entscheiden", gab Isenmann zu bedenken. Die Werte würden für den Bau eines Walls, der mit Solaranlagen bebaut werden könnte, nur knapp nicht ausreichen. Doch um eine breite Unterstützung für den B 33-Ausbau in der Bevölkerung zu haben, müsse in Sachen Schallschutz deutlich mehr gemacht werden, als bisher geplant wurde.

Mehr Anwohner von Lärm betroffen

Walter Läufer erklärte: "Durch die Straße im Kinzigvorland gibt es in Schnellingen viele neue Betroffene, im Oberdorf auf jeden Fall." Eine Umwandlung des bestehenden Mischgebiets in ein Wohngebiet mit wesentlich besseren Schallschutzwerten ist aufgrund der bestehenden Betriebe trotzdem keine Option, diese müssten sonst schließen. Für Martin Hansmann war die Sache klar: "Die neue Straße macht den Unterschied, denn die Leute haben schon immer da gewohnt. Deshalb muss der Lärmschutz kommen." Martin Schaeffer (Grüne) gab zu bedenken: "Wenn es jetzt eine Akzeptanz für die neue Trasse gibt, muss der Lärmschutz für die Menschen gut sein. Sonst wird der Widerstand wieder aufflammen – und zwar erheblich." Die unterschiedliche Anwendung der TA Lärm (erst Straße, später neues Wohngebiet) und des Bundesimmissions-Schutzes (erst Wohnen, dann neue Straße) sei völlig unverständlich. Und dass Lärm krank mache, stehe außer Frage, betonte Isenmann.

"Arche"-Brücke: Barrierefreie Varianten fehlen

Herbert Himmelsbach (SPD) riss die Problematik des Hochwasserschutzes für Haslach sowie die Fußgängerbrücke an der "Arche" an. Das befand auch Bürgermeister Philipp Saar als entscheidenden Punkt, weil bisher zwar mehrere Varianten vorgestellt wurden, aber keine davon barrierefrei sei. Und bevor die Brückenvariante nicht feststehe, könne an anderer Stelle nicht weiter geplant werden. Er sah die Aufgabe, das Bestmögliche in Sachen Schallschutz herauszuholen und die verkehrstechnische Umgestaltung des "Bollenbacher Eis" zeitnah umzusetzen. Joachim Allgaier (FW) regte an, die dortige Verkehrssituation zunächst durch ein Provisorium zu entzerren. Aus der Sicht des Ortsvorstehers würde nach Luftbild-Aufnahmen die vorhandene geteerte Fläche bereits für einen Kreisverkehr ausreichen, lediglich die Markierung müsse geändert werden.

Info: Das sagt Johannes Fechner

"Ich sehe nicht, dass die Maßnahme am Bollenbacher Ei zwingend mit dem B-33-Ausbau umgesetzt werden muss", erklärte Johannes Fechner im Verlauf der Diskussion. Auch mit der neuen Regierung werde es Geld für den Straßenbau geben, allerdings sei er mit dem Tempo mehr als unzufrieden, in dem das Regierungspräsidium die Planungen prüfe. "Es kann nicht sein, dass es noch mal eine Wahlperiode vor sich hin dümpelt", befand er. Angesichts der Gesamtkosten sei der Schallschutz schließlich nicht der große Posten. Fechner sagte zu, alle verkehrspolitisch Verantwortlichen der neuen Regierung gründlich zu informieren und nach Haslach zu holen. Außerdem will er Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer vor Ort von der Dringlichkeit der Umsetzung überzeugen.