Eine Frau ist nach der Kollision am Freitag auf der B 33 gestorben. Sie ist seit November 2024 das vierte Todesopfer auf der Strecke.
Erneut ist ein Mensch auf der B33 gestorben. Eine 77 Jahre alte Beifahrerin, die beim Unfall auf der B33 zwischen Steinach und Biberach am vergangenen Freitag mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen wurde, ist am Samstag ihren Verletzungen erlegen.
Bei dem Unfall war eine BMW-Fahrerin, die auf der B 33 von Biberach in Richtung Steinach unterwegs war, aus unbekannten Gründen in den Gegenverkehr geraten und stieß dort seitlich mit einem Dacia zusammen. Der BMW stieß schließlich frontal mit einem VW zusammen. Die Fahrerin des BMW, ihre beiden sechs- und achtjährigen Kinder sowie die beiden Insassen des VW wurden schwer verletzt. Die Beifahrerin des VW wurde schließlich von einem Helikopter in ein Krankenhaus gebracht, wo sie später starb. Die Bundesstraße war bis 19.50 Uhr komplett gesperrt.
Wie die Polizei Haslach berichtet, stellte die Feuerwehr den Brandschutz an der Unfallstelle sicher und nahm auslaufende Betriebsstoffe auf. Die Feuerwehr Steinach war mit vier Fahrzeugen und 25 Mann im Einsatz, die Feuerwehr Haslach mit drei Fahrzeugen und 16 Mann. Das THW Biberach organisierte die Umleitung, da die B 33 während des Einsatzes voll gesperrt war. Den Schaden an den drei Autos schätzt die Polizei auf etwa 50 000 Euro. Die 77-jährige Frau ist somit eines von vielen Opfern, das im jüngster Zeit auf der B 33 in der Nähe von Steinach bei einem Unfall starb oder schwer verletzt wurde. Und jedes Mal geriet ein Auto aus unerfindlichen Gründen in den Gegenverkehr.
Fahrer geraten immer wieder in Gegenverkehr
So wurden am 23. Oktober des vergangenen Jahres auf der B 33 ebenfalls auf der Strecke zwischen Biberach und Steinach zwei Personen schwer verletzt. Auch hier geriet die Unfallverursacherin aus ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr, wo ihr Wagen mit dem eines anderen Fahrers zusammenstieß. Sowohl er als auch die Frau wurden bei dem Unfall eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr frei geschnitten werden.
Nur ein paar Tage später, am 8. November, starben zwei 81-Jährige nach einem Frontalzusammenstoß auf der B 33 auf Höhe Steinach. Ein 18-jähriger Autofahrer war auf der Kinzigbrücke bei Steinach auf zweispuriger Strecke nahezu geradlinig nach links in den Gegenverkehr geraten und frontal mit dem Fiat zweier 81-Jähriger zusammengestoßen. Die Feuerwehr konnte die beiden Senioren nur noch tot bergen, während der mutmaßliche Unfallverursacher schwer verletzt wurde.
Im März dieses Jahres krachte es erneut auf der B 33 in Höhe Steinach. Die Bilanz dieses Mal: zwei Schwerverletzte, ein Toter. Eine VW-Fahrerin war kurz vor Mitternacht auf der Bundesstraße aus Richtung Haslach in Richtung Offenburg unterwegs, als auch sie aus unerfindlichen Gründen auf die Gegenfahrbahn geriet.
Ihr Auto stieß frontal mit einem Dacia zusammen, ein drittes konnte nicht mehr abbremsen und fuhr auf die bereits verunglückten Wagen auf. Die mutmaßliche Unfallverursacherin wurde schwer verletzt, genau wie die Beifahrerin des Dacia. Dessen 56-jähriger Fahrer starb wenig später im Krankenhaus.
Somit haben sich seit Oktober 2024, im Zeitraum von einem halben Jahr, vier schwere Unfälle auf der B 33 in der Nähe Steinachs ereignet. Aber auch in den Jahren zuvor war es bereits immer wieder zu schweren Unfällen, teilweise mit tödlichem Ausgang gekommen (siehe Info).
Eine Erklärung dafür haben weder Polizei noch Feuerwehr. „Auf der Strecke sind keine Besonderheiten oder Auffälligkeiten erkennbar“, schrieb die Polizei zu einer Anfrage, die unsere Redaktion bezüglich der Verkehrssicherheit auf der B 33 zwischen Haslach und Steinach, nach dem tödlichem Unfall im November 2024 gestellt hatte.
Keine Erklärung für die Unfallhäufung
„Aufgrund des durchgehenden Überholverbots und der maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunden ist verkehrssicherungstechnisch bereits ein hohes Niveau auf diesem Streckenabschnitt vorhanden“, so die Polizei.
Auch Markus Halter von der Steinacher Feuerwehr kann die Unfallhäufung nur mit einem Zufall begründen: „Es passieren da momentan tatsächlich viele Unfälle, aber wir haben keinen wirkliche Erklärung dafür. Es gibt keine besonderen Anhaltspunkte, auf die die Häufung zurückzuführen sind.“ Er erinnert sich aber, dass es vor 25 Jahren ebenfalls eine Phase gab, in der viele Menschen auf der B 33 bei Steinach verunglückten. „Als Maßnahme wurde 2010 dann die Höchstgeschwindigkeit auf 80 hm/h festgesetzt und die Strecke dreispurig ausgebaut“, führt Halter aus.
Weitere Unfälle
August 2014:
B 33 zwischen Steinach und Biberach, Fahrer geiet in Gegenverkehr, ein Toter
September 2014:
Höhe Steinach, Fahrer geriet in Kurve auf Gegenfahrbahn, Frontalzusammenstoß mit LKW, zwei Tote
Dezember 2017:
B 33 auf Höhe Steinach, Fahrer geriet in Gegenverkehr, zwei Schwerverletzte
August 2018:
B 33 zwischen Steinach und Haslach, Fahrer geriet in Gegenverkehr, Frontalzusammenstoß mit LKW, zwei Tote
April 2023:
B 33 zwischen Haslach und Steinach, Fahrerin gerät wegen medizinischem Notfall in Gegenverkehr, zwei Schwerverletzte