Die B 27 durch Zollhaus ist besonders vom steigenden Lastwagenverkehr betroffen. Deshalb wünschen sich die Anwohner schon seit Langem eine Ortsumfahrung. Doch die lässt auf sich warten. Foto: Hans Herrmann

Ein Diskurs um die Verkehrslast in Zollhaus und Randen: FDP-Politiker und Interessierte machten sich ein Bild vor Ort. Der Lkw-Verkehr nimmt stetig zu, eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Seit Jahren ist die Ortsumfahrung von Blumberg-Zollhaus und Randen geplant, umgesetzt ist sie aber bisher noch nicht. Der Ortsverein der FDP Blumberg hat sich am Montag getroffen, um sich vor Ort darüber einen aktuellen Eindruck zu verschaffen.

 

Los ging die Begehung vor dem Schweizerhof in der Schaffhauserstraße in Zollhaus. Anschließend ging es für die Beteiligten zur Ortsdurchfahrt Randen. Das Ziel: sich ein Bild der hohen Verkehrsfrequenz in beiden Orten machen. Neben Anliegern waren unter anderem der ehemalige Gemeinderat und FDP-Fraktionssprecher Werner Waimer sowie der Landtagsabgeordnete und Sprecher für Wirtschaft und Soziales, Niko Reith, vor Ort.

Dass das immer weiter ansteigende Verkehrsaufkommen durch die Zentren von Zollhaus und Randen kein haltbarer Zustand ist, darüber waren sich alle einig. Vor allem der immense Lastwagen-Verkehr machte den Bedarf der schon seit langer Zeit im Fokus stehenden Umgehungsstraßen mehr als deutlich.

Große Diskussionsrunde

Im Anschluss trafen sich Politiker und Interessierte in großer Runde im Blumberger Café Knöpfle, wo erneut über das Thema diskutiert wurde. Nach der Begrüßung durch den FDP-Ortsvorsitzenden Mirko Theel sowie den Landtagsabgeordneten Niko Reith, der sich beim Regierungspräsidium bereits vor einem Jahr über eine Ortsumfahrung schlau gemacht hatte, klärte FDP-Verkehrssprecher Christian Jung über den nach seiner Sicht aktuellen Stand der Dinge auf.

Beim FDP-Informationsgespräch wird über die Umgehungsstraße Zollhaus und Randen diskutiert. Von links: Werner Waimer, Christian Jung, Niko Reith und Mirko Theel. Foto: Hans Herrmann

„Für die Umgehungsstraßen Zollhaus und Randen stehen die Gelder bereit und die Finanzierung ist gesichert. Zur Zeit scheitert es aber am nötigen Fachpersonal der Planungswirtschaft im Regierungspräsidium Freiburg“, stellte er ein großes Problem fest. Er sehe dringenden Handlungsbedarf: „Es muss alles getan werden, um dieses fehlende Personal zu rekrutieren“, sagte Jung.

Tempolimit durch Zollhaus

„Gerade mit der Anbindung zur Schweiz raten wir zu schnellen Lösungen“, nahm Christian Jung die schwarz-grüne Landesregierung in die Pflicht. Er könnte sich auch eine externe Vergabe an ein Planungsbüro vorstellen. „Diese Planung ist aber schon lange volljährig und es herrscht vordringlicher Bedarf“, stellte er die Dringlichkeit dieser Umgehung in den Vordergrund. Aktuell schlägt die FDP aufgrund des stetig ansteigenden Verkehrs gerade in Zollhaus ein Tempolimit auf 30 Stundenkilometer vor. Vorbeugende Blitzer zog man als weiteres Mittel in Erwägung.

Einer Verlagerung des Verkehrs auf die Schienen, die von den Grünen immer ins Gespräch gebracht wird, steht die Wirtschaftspartei FDP skeptisch gegenüber. Sie sieht dadurch keine Entspannung. Dennoch sagte Jung, dass für die wachsende Zahl an Lastwagen auf den Straßen eine Lösung gefunden werden müsse. Und eine könnte die Umgehungsstraße sein.

Blumberg kämpft seit vielen Jahren

Schon seit vielen Jahren kämpfen die Blumberger Stadtverwaltung sowie alle Fraktionen im Gemeinderat für die Umgehung. Bereits 2015 wurde die damalige Baufreigabe des früheren Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt von Bürgermeister Markus Keller begrüßt. Sogar Verkehrsprognosen bis 2025 wurden erstellt und bis dahin eine Umsetzung in Aussicht gestellt. Personelle Planungsprobleme sind aber weiter ein großes Hindernis. Eine Verwirklichung in den kommenden Jahren erscheint nicht nur für die FDP mehr als fraglich. Bürgermeister Markus Keller zeigt sich mit der aktuellen Situation ebenfalls unzufrieden.

Unbefriedigende Lage

„Der Fortschritt der Umsetzung der Ortsumfahrungen ist für uns unbefriedigend. Ich hoffe, dass die bereitgestellten Mittel auch entsprechend umgesetzt werden. Aus meiner Sicht könnte auch ein externes Büro die Planungen übernehmen“, sagt er.

Die Finanzierung

Bereits genehmigt
Bereits 2019 wurden die Gelder für die Umgehung Randen über 1,4 Kilometer mit 9,5 Millionen Euro sowie für die Umgehung Zollhaus über 800 Meter mit 10 Millionen Euro von der Landesregierung berechnet und genehmigt. Zeitgemäße Erhöhungen werden kalkuliert. Für den FDP-Verkehrssprecher Christian Jung ist die Situation fast schon paradox. „Das Geld steht zur Verfügung, was fehlt, ist eine zeitnahe Planung“, stellt er fest.