Louis Gaal kehrte an die Realschule zurück und berichtete, dass ihm die Ausbildung als Hotelfachmann gut gefällt. Foto: Lück

Er heißt wie ein bekannter Fußballtrainer, nur ohne van. Am Mittwoch war Louis Gaal (18), Hotelfachmann-Azubi im Lauterbad, zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder in der Realschule. Und er steht hier, um zu zeigen: Gastro wäre doch was für Euch!

Horb - Noch ist es ruhig auf dem Schulhof der Realschule Horb. Mittagspause. Hier steht das "Gastromobil" – ein Bus mit Gastro-Simulationen wie einem Riesen-Kochlöffel. Martin Eberhard von der Dehoga erklärt: "Da wird ein Gericht eingeblendet, und die Schüler müssen mit dem Kochlöffel auf die richtigen Zutaten tippen. So wollen wir zeigen, was man bei uns lernen kann!" Dann kommt Anita Engler mit der Klasse 9d. Die erste Gruppe stürzt sich auf die Cocktailbar. Ingwer, Zitrone, Gin (natürlich alkoholfrei) und Eis – lecker.

Linda Stehle vom Hotel Lauterbad erklärt der zweiten Gruppen derweil, was man für welche Gastro-Berufe braucht. Und klar, dann stellen sich die drei Jungs mit Teller, Riesen-Schneebesen und Schürze vor die goldene Fotowand zum Selfie. Riesig – schon jetzt sind die drei Jungs Gastro-Stars!

Linda Stehle lacht: "Klar, das ist natürlich ein Höhepunkt. Wir wollen damit die Schüler zum Schnupperpraktikum bei uns animieren. Und es läuft gut. Heute Vormittag haben wir schon einige Bewerbungen bekommen."

Da war auch das Hotel Sackmann da – doch die Kollegen mussten leider wieder ran.

Dafür ist Louis Gaal da. Er sagt: "Vor zwei Jahren habe ich hier meinen Abschluss gemacht. Gestern war ich noch in Baiersbronn, heute hatte ich Teildienst im Hotel Lauterbad. Weil ich in Dettingen wohne, habe ich mir gedacht – Horb ist gleich ums Eck, da schaue ich einfach vorbei!"

Realschul-Rektorin Heidrun Linka: "Ein tolles Zeichen, das Louis freiwillig wieder in die Schule zurückkehrt. Ich finde es toll, dass das Gastro-Mobil bei uns halt macht. Für die neunten Klassen, die jetzt den Abschluss machen, ist das enorm wichtig für die Berufsfindung. Im letzten Jahr hat es kaum Praktika gegeben –­ deshalb ist es eine große Chance für unsere Schüler, hier gleich ein Schnupperpraktikum zu bekommen. Vor allem, weil wir hier in unserer Region eine tolle Auswahl an Top-Hotels und -Gastronomie haben!"

Und wie man sieht, lassen sich die Realschüler durchaus begeistern. Und auch der angehende Hotelfachmann Gaal steht bereit, um seine Gastro-Erfahrung zu teilen.

Zufrieden? Gaal: "Ja. Am Anfang ist es natürlich ungewohnt, auch an den Wochenenden arbeiten zu müssen. Doch wenn man das Team kennengelernt hat, macht es einem nichts mehr aus. Das Gute an dem Beruf ist: Es ist keine wissenschaftliche Arbeit. Und ein guter Weg, Karriere zu machen!"

Deshalb steht vor dem Gastromobil auch der "Gastro-Surfer": Ein Brett, auf dem die Schüler nicht nur durch das Hotel surfen, sondern auch vor den tollsten Stränden der Welt. Immer wieder werden Quizfragen eingeblendet. Martin Eberhard: "Wer es möchte, kann mit seinem Beruf in der Gastronomie durch die ganze Welt surfen. Das ist der Vorteil an dem Beruf: Man bekommt immer Arbeit!"