Ein neuer Stern am Handwerks-Himmel: Funk Dreidimensional stellt mit dem (ehemaligen) Azubi Nils Gerken wieder einen Bundessieger. Das war sein Weg nach oben.
Vom Schülerpraktikum zum bundesweiten Preisträger: Bei der deutschen Meisterschaft im Handwerk wurde Nils Gerken zum Bundessieger der technischen Modellbauer ernannt. Somit stellt die Firma Funk Dreidimensional, nach Samuel Haid im Jahr 2019, bereits zum zweiten Mal einen Gewinner bei Europas größtem Berufswettbewerb.
Schon von klein auf sei er mit dem Handwerk aufgewachsen, erzählt Gerken. Auch seine Eltern seien beide schon immer handwerklich unterwegs gewesen. „Für mich war eigentlich schon von Vorhinein klar, dass ich etwas Technisches machen will“ meint er.
So machte Gerken bereits in der siebten Klasse ein Schülerpraktikum bei Funk Dreidimensional, später fing er dort auch seine Ausbildung an. Kurz nach Abschluss der Ausbildung ging es für den 20-Jährigen dann so richtig los.
Die Aufgabe war ein „innovatives Fahrradlicht“
Nachdem er zunächst Kammersieger wurde und danach die Landesmeisterschaft gewann, ging es für den Wörnersberger weiter auf die Bundesebene. Dort gab es dann die Herausforderung: Anhand eines zweidimensionalen Bildes eines Fahrradlenkers sollte Gerken ein „innovatives Fahrradlicht“ entwerfen und anfertigen.
Das dabei herausgekommene Werkstück ist äußerst kreativ: Gerken entwarf ein Fahrradlicht mit integriertem Blinker, einem Fernlicht, einer Hupe und einem S.O.S.-Knopf. Außerdem befindet sich auf dem Licht eine Halterung, beispielsweise für ein Tacho oder Handy.
Zwar sei der S.O.S.-Knopf bisher noch nicht einsetzbar, allerdings seien Blinker, Fernlicht und Hupe mithilfe von Knöpfen am Lenkrad schon funktionstüchtig.
Das gesamte Konstrukt könne außerdem abgenommen und später wieder angebracht werden, erklärt Ausbilder und Abteilungsleiter Heino Renz.
Dokumentation floss in die Wertung ein
Mit dem 3D-Drucker fertigte Gerken zunächst das Gehäuse des Lichts an. Dann fräste er aus Plexiglasscheiben den Lampenschirm. Die ganze Technik im Inneren fertigte er ebenfalls eigenständig an.
Da die Dokumentation ebenfalls mit in die Bewertung einfließt, hielt Gerken den Ablauf Schritt für Schritt fest.
All das Tüfteln zahlte sich für Nils Gerken am Ende aus: Er wurde mit 96 Punkten zum Bundessieger der technischen Modellbauer ernannt und bekam in Frankfurt seinen Preis verliehen.
„Wir als Unternehmen sind sehr stolz auf Nils und seine Leistungen“, sagt Geschäftsführerin Carola Funk.
Auch Gerken ist sehr dankbar für die Möglichkeit, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Wie es jetzt weitergeht? „Das steht noch in den Sternen“, lacht er. Der nächste Halt sei dann wohl der Meister.