Axel Guffarth war als gewissenhafter Arzt bekannt und beliebt.  Foto: Guffarth

Er gehörte zu den bekanntesten und beliebtesten Ärzten der Region – und war mit Leib und Seele Mediziner: Axel Guffarth ist im Alter von 76 Jahren nach längerer Krankheit gestorben.

Albstadt-Ebingen - Ursprünglich wollte Axel Guffarth eine Laufbahn in der Lehre einschlagen, an der Universität bleiben. An seinem Geburtsort Tübingen hatte der Albstädter, der 1965 das Abitur absolviert hatte, Medizin studiert und promoviert. Dort war er Anfang der 1970er-Jahre zunächst als Medizinalassistent tätig, ebenso wie in Günzburg und in Berlin.

Nach seinem Wehrdienst, den Guffarth in Weingarten ableistete, ließ er sich – zurück in Tübingen – zum Facharzt ausbilden: Hals, Nase und Ohren – das war schon das medizinische Fachgebiet seines Vaters gewesen, der seinen Sohn lieber als Nachfolger in seiner Praxis sehen wollte als an der Universität. Guffarth entsprach diesem Wunsch und übernahm nach seiner Zeit als Oberarzt am HNO-Klinikum Tübingen 1978 die HNO-Praxis seines Vaters, die er 19 Jahre lang alleine führte.

Im Jahr 1997 machte er eine Gemeinschaftspraxis daraus und holte Hermann Zwisler an Bord, der bis heute in den Räumen in der Unteren Vorstadt praktiziert.

Axel Guffarth selbst zog sich 2009 aus dem Beruf zurück, obwohl er gerne Arzt war – und als solcher geschätzt und beliebt, im Umgang mit Patienten stets gewissenhaft und empathisch.

Beim Reisen setzte er sich keine Grenzen

Im Ruhestand hatte er endlich mehr Zeit für seine Hobbies. Gerne schwang er sich aufs Fahrrad, um die Natur zu erkunden, kannte sich gut in der Flora aus, fotografierte viel und schrieb sogar Computerprogramme.

Außerdem reiste Axel Guffarth gerne und setzte sich dabei buchstäblich keine Grenzen. In Kanada besuchte er seine Schwester, war auf exotischen Inseln wie Hawaii und Jamaika ebenso unterwegs wie in Europa: in Nord und Süd, in West und Ost. Zuhause erfüllte er sich einen lang gehegten Traum: einen Porsche.

Nicht zuletzt war Guffarth sein Freundeskreis sehr wichtig: Gesellschaftsspiele wurden dann hervorgeholt, und an der Landessportschule in einer Gruppe, die seine Frau Janna-Maria gegründet hat und leitet, spielte er leidenschaftlich gerne Flugball: Seinen Montagabend widmete er fast zehn Jahre lang dem Sport und den Freundschaften, die dabei entstanden sind – bis die Coronavirus-Pandemie kam und die Gruppe aussetzen musste. Der Wiederaufnahme des Trainings habe er entgegengefiebert, berichtet Janna-Maria Guffarth, doch es hat nicht sein sollen. Stattdessen müssen sie und die beiden Söhne nun Abschied nehmen – im engsten Kreis.