Die AVG hat ihre S-Bahn-Haltestellen mit stationären Ticketautomaten ausgestattet. Foto: KVV/Gärtner

Kunden der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) müssen ihre S-Bahn-Tickets ab November bereits vor der Fahrt lösen. Die mobilen Automaten fallen weg. Die AVG verspricht ihren Kunden damit mehr Service.

Kunden der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) müssen ihre Tickets für die S-Bahnen ab November bereits vor der Fahrt lösen. Die mobilen Automaten fallen weg. Die AVG verspricht ihren Kunden damit mehr Service.

Die Änderung tritt zum Montag, 1. November, in Kraft. Bis dahin seien nahezu alle Eisenbahn-Haltestellen der AVG mit stationären Automaten ausgestattet. Die mobilen Geräte würden danach schrittweise ausgebaut. "Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Kundinnen und Kunden nun entlang aller AVG-Linien mithilfe der stationären Automaten flächendeckend einen sehr guten Service anbieten können", sagt Alexander Pischon, Vorsitzender der Geschäftsführung der AVG. Fahrscheine könnten außerdem bereits vor der Fahrt digital gelöst werden.

Zahlen jetzt mit Karte

Die AVG verspricht Kunden mit der Umstellung verbesserte Bezahlmöglichkeiten und ein erweitertes Tarif-Sortiment. Die stationären Automaten könnten, anders als die bisher zusätzlich betriebenen mobilen in den Stadtbahnen – mit zusätzlichen Bezahlmöglichkeiten und einem "deutlich erweiterten Tarif-Sortiment punkten". So sei ab sofort an allen Haltestellen-Automaten die Zahlung mit EC- und Kreditkarte möglich.

Mehr Zuverlässigkeit

Die stationären Automaten sind laut AVG "deutlich ausfallsicherer" als die mobilen Automaten in den Fahrzeugen, bei denen es vereinzelt zu Störungen gekommen sei. "Die mobilen Fahrkartenautomaten dienten bisher dazu, den Ticketkauf dort zu ermöglichen, wo an der jeweiligen Haltestelle leider noch kein stationärer Automat verfügbar war", so Pischon. Mit der nun abgeschlossenen Ausstattung aller Haltestellen stelle die AVG beim Thema Ticketverkauf die Weichen für die nächsten Jahre. Die Anforderungen des Landes Baden-Württemberg hinsichtlich eines einheitlichen Vertriebsstandards im Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) seien damit erfüllt. Über den Abschluss eines neuen Verkehrsvertrags werde aktuell noch zwischen dem Land Baden-Württemberg und der AVG verhandelt.

Kosten fallen weg

Der Abbau der mobilen Fahrkartenautomaten spare der AVG viel Geld. So gehörten teure Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten ebenso der Vergangenheit an wie die technisch komplexe Daten-Versorgung der Automaten zum Fahrplanwechsel mit mehreren unterschiedlichen Tarifen. Allein hierfür fielen jährliche Kosten von 20 000 Euro an.

Keine Einbrüche mehr

Zudem habe es in den vergangen Jahren immer wieder Probleme mit Aufbrüchen von Fahrzeugen durch die organisierte Kriminalität gegeben, um die Ticketeinnahmen zu stehlen. Die Schäden an Fahrzeugen und Automaten seien teils hoch gewesen. Außerdem seien die Züge während der Reparatur für den Verkehr ausgefallen. Den Aufwand beziffert die AVG mit Kosten im sechsstelligen Bereich. Sie könnten künftig vermieden werden.

Kunden-Information

Kunden würden auf sämtlichen AVG-Linien bereits durch große Info- Aufkleber an den Stadtbahntüren darauf hingewiesen, dass der Zustieg künftig nur noch mit einem bereits vorab erworbenen Ticket zulässig ist. Fahrgäste können ihr Ticket entweder am Automat an der jeweiligen Haltestelle oder digital vor Fahrtantritt kaufen.

Mobilitäts-Apps

Von Seiten des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) stehe den Fahrgästen die Mobilitäts-App "KVV.regiomove" zur Verfügung, die dem Kunden von der Fahrplanauskunft über die Buchung und Bezahlung vieler verfügbarer Verkehrsmittel alle Dienste "gebündelt und komfortabel" anbiete. Mit wenigen Klicks könnten sich Kunden ihre Reisekette zusammenstellen und anschließend direkt in der App ihre Buchung vornehmen. Auch über den Webshop des KVV auf dessen Internetseite könnten Tickets erworben werden. Fahrgäste könnten auch über die App "DB Navigator" der Deutschen Bahn ein digitales Ticket für die von der AVG befahrenen Verkehrsverbünde erwerben.

Die betroffenen Linien

Der Abbau der mobilen Automaten erfolge sukzessive über mehrere Monate hinweg – in einem ersten Schritt würden alle Automaten in den AVG-Bahnen abgeschaltet und seien dann nicht mehr nutzbar. Dies betrifft folgende AVG-Linien: S 31, S 32, S 34, S 4, S 41, S 42, S 5, S 51, S52, S6, S7, S 71, S 8 und S 81.

Die Ausnahmen

Die mobilen Automaten bleiben in Tram-Linien der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und in den Fahrzeugen der S 1, S 11 und S 2 weiter notwendig, da noch nicht alle Haltestellen dieser Linien über einen stationären Automaten verfügen, so die AVG.