Die Transformation bringt selbst einen technologisch breit aufgestellten Weltkonzern wie Bosch in Bedrängnis. Der Konzern hat allerdings gute Chancen, die Lage zu meistern, meint Klaus Köster.
Beim Klimaschutz „gibt es keinen Weg zurück, und es gibt auch kein Bremsen“, sagte der Bosch-Chef. „Man muss sich der Herausforderung stellen.“ Der Bosch-Chef, der dies sagte, hieß damals Franz Fehrenbach, und er traf diese Aussage schon vor 16 Jahren. Fehrenbach gründete einst einen eigenen Unternehmensbereich, in dem der Klimaschutz und andere neue Technologien abseits der Machtverhältnisse im Konzern gedeihen sollten.
Inzwischen hat Bosch viele Milliarden in erneuerbare Energien investiert und dabei auch die Erfahrung gemacht, dass man sich mit einer allzu starken Ausrichtung auch die Finger verbrennen kann. Das Geschäft mit Solaranlagen erwies sich als Milliardengrab. Man stellte das Geschäft nach jahrelangem Zögern wieder ein. Auch bei der Elektromobilität macht nicht nur Bosch derzeit die Erfahrung, dass etwas, das in der Öffentlichkeit von vielen gewünscht wird, geschäftlich kein Selbstläufer sein muss. Hersteller wie Volkswagen, die euphorisch in diese Technologie eingestiegen sind, haben nun Fehlinvestitionen in Form unausgelasteter Kapazitäten zu verkraften.
Bosch vertritt schon lange den Ansatz, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. Das Unternehmen hat mehrere Standbeine und fällt somit so schnell nicht um. Doch auch Bosch verliert nun Jobs – in neuen wie in alten Technologien. Gleichwohl hat das Unternehmen angesichts seiner breiten Kompetenz die größten Chancen, die Krise zu überstehen. Wenn Bosch die Transformation nicht schafft, wer dann, fragte der Kfz-Betriebsratschef Frank Sell. Das ist in der Tat eine Schlüsselfrage.