Dauerhaftes Parken ist im Kernort Königsfeld voraussichtlich bald nicht mehr möglich. Der Gemeinderats-Ausschuss sprach sich für ein Parkraumkonzept aus.
Man beschäftigte sich schon geraume Zeit mit dem Thema Parkraumbewirtschaftung, so Bürgermeister Fritz Link.
Vonseiten der Bewohner – vor allem der Hermann-Voland-Straße – gebe es seit Jahren Beschwerden wegen Patienten der Klinik am Doniswald, die ihre Autos an der Straße abstellen.
Von der Klinik sehe man keine Möglichkeit für mehr Parkplätze. Die Klinik argumentiere damit, dass sie Arbeitsplätze schaffe, Steuern und Abgaben kreiere und darauf angewiesen sei, öffentlichen Parkraum zu nutzen. Die Stellplatzverpflichtungen seien erfüllt.
Autos von Schülern der Zinzendorfschulen
Starker Parkdruck entstehe auch durch Schüler der Zinzendorfschulen, der aus Sicht der Gemeinde nicht mit genügend Stellplätzen auf dem Schulgelände befriedigt werde, so Link. Von Kommune und Schule zur Verfügung gestellte Ausweichparkplätze reichten nicht.
Um die Situation nachhaltig zu verbessern, sei ein Parkraumkonzept nötig. Wichtig sei, alle Beteiligten mit ins Boot zu nehmen. Allerdings appelliere man an diese, selbst Abhilfe zu schaffen und nicht immer alles der öffentlichen Hand zu überlassen.
Mit dem äußerst strittigen Thema Parken sei Königsfeld nicht allein, so Wolfgang Wahl von der in der Schweiz beheimateten Pfaff AG, die ein Angebot zur Erstellung des Konzepts abgegeben hatte. Er berichtete über darin enthaltene Schritte und die Definition von Zielen, wie die Vermeidung von Dauerparkern durch deren Verlagerung auf private Flächen oder Ausweichparkplätze. Letztere gibt es laut Link schon bei der katholischen Kirche, die aber nicht in Anspruch genommen werden.
Im Sommer viele Tagesgäste
Die angedachte Erfassung des Ist-Zustands sollte laut Link nicht nur unter der Woche sondern auch am Wochenende erfolgen, weil Königsfeld gerade im Sommer viele Tagesgäste verzeichne. Stefan Giesel wies zudem auf extreme Unterschiede bei Gästezahlen in Sommer und Winter hin. Eine Bewirtschaftung der Parkplatze funktioniert seiner Überzeugung nach nur mit Kontrollen.
Dann müsste man laut Link den Zeitanteil des Vollzugsbeamten überprüfen, der nur zum Teil mit Parkraumüberwachung beschäftigt ist. Dabei müsse man als Gemeinde auch mal Rückgrat beweisen, so Link mit Verweis auf Strafzettel für Dauerfalschparker.
Ausweisung von Anwohnerparken
Für die schon früher immer wieder geforderte Ausweisung von Anwohnerparken sei besagtes Parkraumkonzept nötig, so Link. Auch könne nur das Landratsamt entsprechende Ausweise ausstellen. Letztlich gehe es um die Abwägung der Interessen aller Beteiligten. Deshalb sollen auch Bürgerworkshops stattfinden.
Das Angebot der Wahl AG beläuft sich auf etwa 40 000 Euro. Dank einer Förderung mit bis zu 75 Prozent läge der Gemeindeanteil bei etwa 11 000 Euro.
Der Ausschuss sprach sich für die Erstellung des Konzepts durch die Pfaff AG aus.