Cabrios verlieren bundesweit an Reiz, während SUVs auf dem Vormarsch sind. Doch wie sieht es im Kreis Rottweil aus? Wir haben die Zahlen.
Der Sommer kommt und die Spritztour lockt. Mit dem Wind im Haar und der Sonne im Gesicht geht es „oben ohne“ auf den Asphalt.
Carbriolets sind nicht mehr ganz so beliebt wie sie mal waren, dementsprechend verzeichnet das Kraftfahrt-Bundesamt deutlich weniger Cabrio-Zulassungen in Deutschland. Doch sieht es im Kreis Rottweil anders aus und ist das Cabrio überhaupt noch zeitgemäß?
Cabrios verlassen die deutschen Straßen. Laut aktueller Bestandsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) gibt es bundesweit nur noch 2,18 Millionen Cabrios – ein Abfall von 1,09 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei den Zahlen in Baden-Württemberg wird der Rückgang deutlich. Während 2024 noch 361 539 Pkws mit offen Aufbau gemeldet waren, sind es in diesem Jahr nur noch 358 398 – über 3000 weniger.
Der schleichende Cabrio-Rückgang
Der Kreis Rottweil sticht aus diesen Zahlen hervor. Denn hier sind immerhin noch 4829 Fahrzeuge gemeldet – einem Plus von zehn Wagen im Vergleich zu 2024. Doch auch im Landkreis ist der Abwärts-Trend spürbar, nur bei Weitem nicht so deutlich.
Bis 2022 lässt sich eine stetig steigende Kurve an neuangemeldeten Cabrios im Kreis Rottweil verzeichnen. Ab 2023 ist es ein auf und ab an Neuzulassungen. Wenn man jedoch die allgemeine Entwicklung in Deutschland und Baden-Württemberg betrachtet, wird sich der dauerhafte Abwärtskurs wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren im Landkreis widerspiegeln.
Doch was steckt hinter dem schleichenden Cabrio-Rückgang? Ein verändertes Lebensgefühl, so scheint es. Während Cabrios früher als Symbol für Freiheit galten, wirken sie für viele nun zunehmend wie ein überflüssiger Luxus – oder ein veraltetes Statussymbol. Neue Cabrio-Zulassungen sind daher selten geworden.
Das Cabrio gerät unter Druck
Ein Sprecher des Kraftfahrzeuggewerbes in Stuttgart fasst den Wandel so zusammen: „Das Cabrio, einst Sinnbild für automobile Freiheit, gerät zunehmend unter Druck – durch SUV und Elektromobilität.“
Die Daten der Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) machen deutlich, dass die Fahrzeuge mit heruntergeklapptem Verdeck durch Allrad-Modelle und SUVs abgelöst werden.
Bundesweit stieg der Bestand von Allradfahrzeugen von 2024 bis Anfang 2025 auf 7,04 Millionen Pkw – eine Steigerung von fast 270 000 Fahrzeugen oder 3,98 Prozent. Im Kreis Rottweil wuchs die Zahl dieser Fahrzeuge im selben Zeitraum um 494 auf 18 329.
Der Allradantrieb ist auf dem Vormarsch
Im Kreis Rottweil bleibt der Allradantrieb laut aktuellen Zahlen des KBA auf dem Vormarsch, auch wenn er im Gesamtbestand von 98 103 Pkw noch nicht dominiert. Cabrios sind weiter rückläufig – trotz eines kleinen Zuwachses vor Ort.
Praktische und vielseitige Fahrzeuge liegen eindeutig im Trend. Die Freude am Fahren ist geblieben – sie zeigt sich heute nur in anderer Form. Ob als offenes Cabrio für sonnige Tage oder als robuster SUV für jedes Terrain: Der Wandel auf unseren Straßen zeigt, wie sich das Lebensgefühl verändert hat.