Manuel Weißhaar, aufgewachsen in Villingen, erzählt in seinem Debütroman von einem namenlosen Erzähler, der durch eine nostalgische und surreale Welt reist.
Er deutet in den Garten, der sich langsam verdunkelt und schon voller schwarzer Gestalten ist. „Warum sind wir hier?“, fragt er theatralisch. Ich antworte, dass ich es nicht wüsste. „Um keinen Ausweg mehr suchen zu müssen“, sagt er.
Solche rätselhaften Szenen prägen Manuel Weißhaars Debütroman „Schön ist die Welt“, der im Januar 2026 erschienen ist. Der in Villingen aufgewachsene Autor erzählt darin von einem namenlosen Erzähler, der in einer abgeschiedenen, scheinbar idyllischen, aber verstörenden Welt auf der Schwäbischen Alb gefangen ist.
Manuel Weißhaar lebt mittlerweile in Berlin, trotzdem sei er mit seiner Heimat noch eng verbunden. Er habe noch viele Verwandte und Freunde in der Umgebung. „Es ist mein Zuhause“, erklärt er. In seiner Freizeit gehe er gerne wandern, auch das Ski-Fahren gehöre zu seiner Leidenschaft.
Die Geschichte hinter der Entstehung des Romans sei laut Weißhaar auf seine Kindheit zurückzuführen. Er habe früher bei seiner Oma sogenannte „Klatschhefte“ durchgeschaut und wurde unter anderem auf die Geschichte von „Uriella“ aufmerksam. Erika Hedwig Bertschinger-Eicke, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, gründete eine Sekte mit dem Namen „Fiat Lux“, in der sie mit ihren Anhängern in abgeschotteten Gemeinschaften lebte und spirituelle Botschaften verbreitete. „Sie hatten was Melancholisches“, erklärt der Autor.
Modelleisenbahn als Ideenhilfe
Eine weitere Inspirationsquelle für seinen Roman sei eine Modelleisenbahn gewesen. Diese kam ihm seltsam vor, er sah eine idyllische Landschaft, allerdings ohne Menschen. Polizeiautos und Notärzte waren jedoch zu sehen. In dieser scheinbar heilen Welt entstand für ihn ein Gefühl der Angst.
Der namenlose Erzähler in „Schön ist die Welt“ erhält den Auftrag, über Einrichtungen zu recherchieren, in denen Menschen scheinbar spurlos verschwinden. Für Weißhaar habe der Erzähler eine passive Ausstrahlung, „wirkt ein wenig wie ein Geist“.
Die Welt, in der er sich bewegt, ist von Nostalgie geprägt, sie wirke wie eine Rückentwicklung in die Vergangenheit, eine, in der er gefangen sei. Dabei betont Weißhaar, der Erzähler habe nichts mit seiner eigenen Person zu tun, weshalb als Ort des Geschehens auch nicht seine direkte Heimat, sondern die Schwäbische Alb ausgewählt wurde.
Mischung der Genres
Die Geschichte wird als „Heimatroman“ betitelt, jedoch möchte der Autor sich nicht auf ein festes Genre festlegen. Die landschaftlichen Beschreibungen, nostalgischen Elemente und regionalen Bezüge deuten zwar in diese Richtung, zugleich mischt Weißhaar jedoch Elemente anderer Stilrichtungen. Gegen Ende würde die Handlung einem „Horrorroman“ gleichen, erklärt Weißhaar. Die Genres seien nicht offensichtlich zu erkennen, vieles würde sich „unterhalb der Erzähleroberfläche“ befinden. Es gebe keine offensichtlichen „Plot-Twists“ oder ähnliche Elemente, an denen sich Wendungen der Geschichte direkt erkennen lassen.
Nicht als Roman geplant
Am Roman selbst saß der Autor knapp eineinhalb Jahre. Aufgrund seiner viertägigen Arbeitswoche nahm er sich meist den Freitag oder Samstag, um an seiner Geschichte zu feilen. Ursprünglich sollte diese jedoch gar nicht in einem Roman enden, sondern eher in einer „Schlusserzählung von kürzeren Storys“. Als er das Ausmaß des Textes dann jedoch erkannte, entschied er sich, ihn als Roman zu veröffentlichen.
Die Resonanz auf das Buch sei durchaus positiv gewesen. Besonders gefreut habe ihn, dass auch Personen, die diese Art des Schreibens normalerweise nicht bevorzugen, den Roman lobten und ein positives Feedback gaben.
Weißhaar betont, dass seine Reise als Autor noch lange nicht vorbei ist. Er habe bereits neue Ideen und arbeite schon am nächsten Roman.
Der Roman
Schön ist die Welt
„Schön ist die Welt“ ist als Taschenbuch mit 232 Seiten im Verlag Bartels & Bleil erschienen und ist unter der ISBN 9783949682131 im Buchhandel für 12 Euro erhältlich.