„Man muss handeln statt nur zu reden“ – sein Lebensmotto wandte Herbert Ganter aus Gütenbach auch auf das Niederschreiben seiner Lebensgeschichte an. Sein Buch ist nun erschienen.
Ein Buch, sagt Herbert Ganter, habe er eigentlich gar nie schreiben wollen. „Ich wollte vielmehr mein Leben festhalten – damit zum Beispiel meine Tochter einfach etwas Schriftliches hat“, erklärt er. „Denn viele Leute sagen, man hat eigentlich so viel erlebt, da könnte man ein ganzes Buch drüber schreiben. Aber genau das ist es: Sie sprechen darüber, machen es aber nicht.“ Das wollte Ganter anders machen.
Was dabei wohl zusammenkommen würde? 40 oder 50 Din-A4-Seiten schätzte er am Anfang. Nach rund acht Monaten und etwa 70 Stunden Arbeit, wie er grob schätzt, waren es schließlich 192 Seiten – ein Umfang, den Ganter sich nie hätte erträumen lassen.
Und auch, dass „Der kleine Schwarzwälder nimmt sein Leben selbst in die Hand“ von Andreas Glück – so lautet sein Pseudonym – tatsächlich als richtiges Buch mit einem Umfang von etwa 340 Seiten verlegt werden würde, hätte er anfangs nicht gedacht, berichtet er. Doch seine Familie habe ihn ermutigt, das Skript an einen Verlag zu schicken – und es weckte das Interesse der Deutschen Literaturgesellschaft in Berlin. Die Geschichte überzeugte den Verlag.
Im Buch beschreibt Ganter, der in Gütenbach aufgewachsen ist, seinen eigenen Weg – „vom Habenichts zu Millionär“, wie es im Untertitel des Buchs heißt. „Das ist natürlich ein bisschen provokant formuliert“, meint er mit einem Lachen.
Eine zentrale Botschaft: handeln statt nur reden
Und doch treffe der Untertitel die zentrale Botschaft des Buchs: Man muss sich anstrengen, um etwas zu erreichen – doch wer sich ins Zeug legt und anpackt, kann es auch zu etwas bringen. „Man muss handeln statt nur zu reden – das war eigentlich schon immer mein Motto“, sagt Ganter. „Ich wusste immer, dass ich nichts geschenkt bekomme. Ich muss es selbst machen.“
Mit Witz und Einfallsreichtum
Stark geprägt habe ihn seine Kindheit, die er auch im Buch schildere, berichtet Ganter. „Ich war das letzte von fünf Kindern. Wir hatten immer genug zu essen, aber sonst nicht viel“, fasst Ganter gegenüber unserer Redaktion zusammen. Diese Geschichte spiegelt sich auch im Klappentext seines Buchs wider: „Gütenbach, ein kleines Dorf im Schwarzwald der 1960er-Jahre: Hier wächst ein kleiner Junge in einfachen, oft harten Verhältnissen auf. Seine Kindheit ist geprägt von Entbehrungen, Arbeit und einem Alltag, der keine Verschnaufpause kennt – aber auch von Mut, Geschick und einem unerschütterlichen Willen. Mit Witz, Einfallsreichtum und einem starken Gerechtigkeitssinn bahnt sich der ‘kleine Schwarzwälder‘ seinen Weg durch eine Welt voller Herausforderungen.“
Schon, bevor das Buch auf den Markt kam, sagt Ganter, habe es sich herumgesprochen, dass er unter die Autoren gegangen sei. „Gütenbach ist halt ein kleiner Flecken, und jeder kennt hier jeden“, meint er. Seit dieser Woche ist das Buch „Der kleine Schwarzwälder nimmt sein Leben selbst in die Hand: Vom Habenichts zum Millionär“ erhältlich.