Stefan Liebhäuser hat „Horni“ erfunden – die Einhornkatze gibt es jetzt als kunterbuntes Buch. Der Geislinger Autor hat die Geschichte geschrieben und auch die Illustrationen gemacht.
Cataleya ist sechs Jahre alt und begleitet ihren Vater Stefan Liebhäuser zum Besuch in unserer Redaktion. „Gut“ – das ist die knappe Antwort auf die Frage, wie sie denn das erste Buch ihres Vaters findet.
Bei „Capri Sonne“ und Erdbeerlolly taut Cataleya auf – und dann sprudelt es nur so aus dem Kindermund: ihre Kindi-Gruppe lässt sich gerade die Geschichten um Lena und die Einhornkatze vorlesen. Am liebsten Mag das Mädchen die Geschichte, in der Horni sich in der Schultasche versteckt, getarnt als Kuscheltier, und sich so ins Klassenzimmer schmuggeln lässt.
„Man kann alles schaffen“
Familie Liebhäuser liebt Geschichten. Jeden Abend lesen sie den Töchtern vor. Allerdings hatte Papa Stefan nicht immer Lust auf ein Buch und so hat er kurzerhand selbst Geschichten erfunden und erzählt.
„Horni“ ist ein Mischwesen, halb Katze – das Lieblingstier von Tochter Annabelle – und einem Einhorn, Cataleyas Favorit. „Horni“ will überall dabei sein, wo ihre Freundin Lena ist. „Es geht und Freundschaft und Mut und darum, dass man alles schaffen kann“, fasst der Autor zusammen.
Zwölf Kapitel sind zusammengefasst
Und dann muss er lachen. „Irgendwann kam Tag X“, erinnert sich der frischgebackene Schriftsteller. „Die Mädchen wollten eine Geschichte noch einmal hören, die ich ein paar Tage zuvor erzählt hatte.“ An die habe er sich aber gar nicht mehr so genau erinnern können. Fortan machte er sich also nach dem Abendritual sofort Notizen.
Das war im Sommer vergangenen Jahres. Ab Herbst wurden auch den Stichworten nach und nach ganze Kapitel, zwölf sind im Erstlingswerk des Geislingers zusammengefasst, 73 Seiten hat das Buch, alle sind kunterbunt gestaltet.
Cataleya kennt sich in „Hornis“ Welt aus
Cataleya scheint sich in „Hornis“ Welt auszukennen wie in ihrer Westentasche. Flink blättert das Mädchen durch die Seiten, zeigt hier ein Lieblingsbild, dort eines, das sie gruselig findet und dann wieder eine lustige Kleinigkeit, die es zu entdecken gilt. Ein Einhornschaf, zum Beispiel – oder den „Wunschbaum“, den ihre siebenjährige Schwester mit Holzstiften auf eine der am Computer gestalteten Seiten gemalt hat. Hat Cataleya eine Lieblingsgeschichte? „Der Kampf um den Sternenstein“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Worum es darin geht? In der Sternenhalle haben sich Schattenwesen breit gemacht. Gemeinsam gelingt es den Protagonisten um „Horni“, das Licht zurück zu bekommen – durch die Kraft der Freundschaft und den gemeinsamen Mut.
„Blei offen für das Unbekannte“
Cataleya ist absoluter „Horni“-Fan. Genau wie ihre Schwester. „Es gibt schon Merchandising-Produkte“, scherzt Liebhäuser. Zwei Tassen nämlich mit dem Bild der Einhornkatze, aus denen die Mädchen Tee trinken. Himbeer-Sahne-Tee, wie Cataleya präzisiert.
Die Reaktionen auf das Erstlingswerk seien durchweg gut, berichtet der Autor. Der Geislinger Bibliothek habe er ein Exemplar gegeben, auch die Klasse von Annabelle sei ausgerüstet.
Zu haben ist das Buch als Softcover und als Hardcover. Das sei zwar teurer, aber für kleine Kinderhände besser, weil stabiler, erklärt Liebhäuser.
In die Welt des Selfpublishings musste er sich erst einfuchsen. Beruflich ist er als Lokführer unterwegs und nebenbei selbstständig im Networkmarketing.
„Hornis“ Erfinder hofft darauf, einen Verlag zu finden. Dabei darf er sich selbst aus dem Nachwort des Buches zitieren: „Bleib offen für das Unbekannte, denn die besten Geschichten warten darauf, von Dir entdeckt zu werden.“