Am 29. Juli sprengten Unbekannte einen Geldautomaten im Liebelsberger Edeka. Foto: Thomas Fritsch

Am Sonntagabend sind Unbekannte in die Filiale der Raiffeisenbank in Oberkollbach eingedrungen und haben einen Geldautomaten geknackt. Dabei gab es bereits am Morgen des 29. Juli eine Automatensprengung in Liebelsberg. Wie ist dort der Stand der Ermittlungen?

Im Edeka in Liebelsberg sprengten am 29. Juli kurz nach 3 Uhr Unbekannte den Geldautomaten, der sich im Geschäft befand.

 

Schaden am Gebäude Am gleichen Tag sagte Benjamin Koch, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim, dass es durch die Sprengung „nicht unerhebliche Zerstörungen am Gebäude, insbesondere auch an einer angrenzend befindlichen Bäckerei“ gibt. Die Ermittlungen übernahm neben dem Kriminaldauerdienst das Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Letztere Polizeibehörde teilte im Sommer auf Nachfrage mit, dass die Höhe des entstandenen Sachschadens am Gebäude noch nicht beziffert werden könne. Und wie sieht es mehr als drei Monate später aus? „Eine genaue Schadenshöhe kann noch nicht beziffert werden“, teilte Alexandra Vischer, Pressesprecherin des Landeskriminalamtes, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Wie viel Geld ist weg? Der Schaden durch das gestohlene Geld liegt wohl „im niedrigen sechsstelligen Bereich“, hieß im Sommer vonseiten des Landeskriminalamtes. Mehr als drei Monate später gibt sich das Landeskriminalamt dazu bedeckt. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus ermittlungstaktischen Gründen dazu keine Angaben machen können“, so Vischer.

Wer sind die Täter? Ist die Polizei bei der Suche nach den Tätern weitergekommen? „Bislang konnten noch keine Täter ermittelt werden. Die Ermittlungen laufen weiterhin“, so Vischer.

Prävention Sind solche Sprengungen zu verhindern? „Durch eine konsequente Umsetzung von sicherungstechnischen Maßnahmen können Sprengungen von Geldautomaten größtenteils verhindert werden“, macht Vischer deutlich. Dazu zähle zum Beispiel die Ausstattung aller Geldkassetten mit Einfärbesystemen. „Damit soll bei einem Angriff auf Geldautomaten das Bargeld unbrauchbar gemacht werden und damit kein Beuteanreiz mehr für die Täter bieten“, so Vischer. Darüber hinaus nennt Vischer den Einsatz von Einbruchmelde-, Video- und Nebeltechnik: „Insbesondere das Zusammenwirken verschiedener Sicherungsmaßnahmen führt zum Erfolg.“

Individuelle Beratung

Aufgrund großer Unterschiede der jeweiligen Objekte gebe es aber keine allgemeingültige Lösung, gibt Vischer zu bedenken: „Eine individuelle Beratung der örtlichen Banken ist zielführender.“

Die Polizei in Baden-Württemberg unterstütze die Kreditinstitute mit der Bereitstellung einer Risikobewertung von Geldautomaten und bei der Umsetzung von sicherungstechnischen Maßnahmen, so Vischer abschließend.