Der Kaffeeautomat in der Wartehalle des Hechinger Bahnhofs läuft schon, ebenso die Snack-Automaten. Aber sonst hat Cetin Cavus noch viel zu tun, bis hier der Aufenthaltsraum für alle fertig ist. Er ist aber zuversichtlich, dass das Konzept aufgehen wird. Foto: Klaus Stopper

Der Hechinger Unternehmer Cetin Cavus baut Gaststätte und Wartehalle des Hechinger Bahnhofs aus. Fahrgäste müssen nichts konsumieren, um sich hier aufzuwärmen.

Ob Schneesturm oder Sommergewitter – seit über drei Jahren ist die Wartehalle des Hechinger Bahnhofs geschlossen, und Fahrgäste fanden nur unter Vordächern kümmerlichen Schutz vor miesem Wetter. Bald ist es damit vorbei.

 

Öffentlich zugänglich

Cetin Cavus will die gesamte Erdgeschoss-Etage wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Und zwar täglich von 7 bis 19 Uhr, später eventuell sogar länger.

Das Angebot

Er wird Automaten für Kaffee, andere Getränke und Snacks aufstellen, Münzwaschmaschine, Trockner und einen Passfoto-Automat. „In Holland ist so etwas längst üblich, bei uns in Deutschland gibt es das auch schon in vielen größeren Städten“, sagt er, und „ich glaube, dass es in Hechingen noch ein riesiges Potenzial für Automaten gibt“. Wann genau er eröffnet, ist noch unklar.

Konzept-Eckpunkte

Die Vermieter des Gebäudes kennt er schon lange, und das Konzept, das er ihnen im Winter vorgelegt hat, fanden die auf Anhieb gut. Einige Eckpunkte davon: In der Zeit, in der die Räume geöffnet sind, ist immer eine Aufsichtsperson anwesend. „Sonst wäre hier alles schnell kaputt“, sagt Cetin Cavus.

Aber die Aufsichtsperson wird niemand bedienen. Alles, was er hier gibt, kommt aus Automaten. „Damit spare ich mir auch das teuere Kassensystem“, sagt der Unternehmer. Die Toiletten sind öffentlich zugänglich, kosten aber 50 Cent Gebühr. Dort, wo die Bahnhofsgaststätte war, sind die Räume nur für Erwachsene. Hier ist der Raucherbereich, hier steht ein Automat auch mit alkoholischen Getränken, und hier wird es Spielautomaten geben. Die große Wartehalle dagegen ist Nichtraucherbereich und auch für Minderjährige. Fahrgäste dürfen sich in den Räumen aufhalten, auch wenn sie nichts konsumieren. Es wird sogar eine kleine Bücherecke geben, wo man Werke reinstellen und rausholen kann.

Erfahrung als Unternehmer

Im Lauf der Zeit könnte noch einiges dazukommen, Ideen dafür habe er schon viele, sagt der 54-Jährige, der in Hechingen als Tausendsassa-Unternehmer bekannt ist, der von Reinigungsservice, Haushaltsauflösungen, Containerdienst und im Prinzip „alles, wozu man keinen Meister braucht“ zahlreiche Geschäftsfelder betreibt. „Damit verdiene ich mein Geld“, sagt er. Beim Bahnhof reiche es ihm zunächst, wenn die Kosten für Personal und Gebäude gedeckt seien. „Ich will da erst mal lernen, will sehen wie das läuft und was da gut läuft“, sagt er.

Lektionen gelernt

Eine Lektionen hat er schon gelernt: Das Automatengeschäft brummt aktuell so dermaßen dass sie kaum zu kriegen sind. Ein halbes Jahr Wartezeit sei keine Ausnahme, deshalb weiß er aktuell noch nicht, wann er genau aufmachen kann. „Bestellt sind die Geräte, wann sie kommen, muss ich sehen“. Gelernt hat er auch, dass jeder weitere Schritt in dieser Branche viele Genehmigungen voraussetzt.

Zukunftsmusik

Cetin Cavus würde gern die Küche der ehemaligen Bahnhofsgaststätte nutzen, und in Automaten auch Produkte lokaler Lebensmittelerzeuger anbieten. Aber das sei Zukunftsmusik. „Gebäude und der Standort sind super“, meint er begeistert. Hier lasse sich „etwas tolles draus machen“.