Audi-Chef Gernot Döllner hat einen schwierigen Job zu bewältigen. Foto: bernhardhuber.com /bernhard huber munich

Die schwachen Zahlen werfen ein Schlaglicht auf das grundsätzliche Problem, dass die Marke an Strahlkraft eingebüßt hat. Auch im Premiumsegment ist die Konkurrenz groß.

Trotz widriger Umstände schafften die Automarken, die bei Volkswagen unter dem Gruppennamen „Core“ im Massensegment unterwegs sind, im ersten Quartal dieses Jahres eine Gewinnsteigerung um 21 Prozent. Und das zu einer Zeit, in der selbst die Luxus-Sportwagentochter Porsche Rückgänge hinnehmen musste. Nun zeigt sich, dass auch die Markengruppe „Progressive“ um Audi massiv geschwächelt hat. Während Porsche weiter ein Renditemotor des Konzerns ist, blieb die Ertragskraft von Audi deutlich hinter der des VW-Massensegments zurück. Im Premiumsegment tätig zu sein, bietet offenbar keine Garantie mehr für ordentliche Erträge.

 

Gewiss, für den Rückgang gibt es plausible Erklärungen. Modellwechsel erfordern Investitionen und gehen zeitweise zulasten der Auslieferungen. Bei Audi führt überdies ein Streit mit einem Zulieferer offenbar zu Versorgungsengpässen. Auch die Verzögerungen durch die hartnäckigen Softwareprobleme des VW-Konzerns hinterlassen Spuren.

Hinter all diesen Einflussfaktoren steht allerdings die Frage, welche Tragfähigkeit die Marke Audi im Premiumsegment besitzt, die schon länger nicht mehr durch aufsehenerregende neue Modelle von sich reden gemacht hat. Auch bei der strategischen Positionierung im VW-Konzern hat Audi zuweilen das Nachsehen. Während der vollelektrische Porsche Macan in Singapur eine spektakuläre Weltpremiere feierte, wurde das Schwestermodell Audi Q6 e-tron in einem überaus bescheidenen Rahmen präsentiert. Aus Konzernsicht ist das Vorgehen gut zu erklären, für Audi aber gibt es zwischen Premiummarken wie Mercedes und BMW und überragenden konzerninternen Marken wie Porsche nicht allzu viel Spielraum.