Die Botschaften der Demonstranten sind unterschiedlicher Art. Der grüner Wagen mit Lautsprecher (Bild oben) fährt voran, es folgen Autos mit unterschiedlichen Ansichten. Foto: Weisser

Ruhiger als erwartet verlief am Samstag der unter dem Motto "Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit" angemeldete Autokorso durch die Rottweiler Innenstadt. Dem grünen Lautsprecherwagen mit dem Logo der Partei "Wir 2020" aus dem Kreis Tuttlingen folgten so schätzungsweise 140 bis 150 Fahrzeuge.

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Rottweil - Immer wieder mischten sich aber auch andere Fahrzeuge in die Kolonne, so dass ein Mitzählen gar nicht so einfach war. Die Teilnehmer kamen überwiegend aus den Landkreisen Rottweil, Tuttlingen, Balingen und Villingen-Schwenningen.

Viele Autos trugen das Emblem der "Wir 2020"-Partei oder das Kennzeichen der sogenannten "Freiheitsfahrer". Es waren ebenso Fahrzeuge mit Stuttgarter oder Böblinger Kennzeichen zu sehen.

Der Autokorso – die teilnehmenden Fahrzeuge waren mit einem Stück rot-weißem Warnmarkierungsband gekennzeichnet – bewegte sich recht ruhig durch die Hochbrücktorstraße, sieht man mal vom ersten Fahrzeug ab. Zwischendurch ertönte eine Hupe oder eine Tröte, aus einem Auto schallte die deutsche Nationalhymne, doch größtenteils verlief der friedliche Protest gegen die Corona-Einschränkungen lautlos.

Nur vereinzelt Fußgänger

In der Innenstadt war in diesem Moment nicht allzu viel los. Die letzten Markthändler hatten bereits ihre Stände eingepackt oder waren schon weggefahren. Einzelne Fußgänger blieben stehen und nahmen den Protest wahr.

Ein Polizeifahrzeug führte den angemeldeten Autokorso mit allerlei Fahrzeugtypen an. Vom kleinen Fiat bis zum großen Porsche war alles vertreten. Genauso breit angelegt waren die Parolen, die auf den Fahrzeugen zu lesen waren. So wurde allgemein die Aushebelung von Freiheitsrechten angeprangert, andere brachen eine Lanze für die Wirtschaft ("Rettet den Mittelstand"), an die gravierenden Auswirkungen auf die Bildung wurde ebenso hingewiesen. Selbst Bibelworte aus Psalm 50,15 ("Rufe mich an in der Not") zierten ein Fahrzeug.

Unter den Auto-Demon­stranten befanden sich hartnäckige Corona-Leugner. Ein Teilnehmer ("Es gibt weltweit keine Übersterblichkeit") zweifelte das Vorkommen einer Pandemie grundsätzlich an. "Ich kann vieles nachvollziehen, was ich gelesen habe, und habe dafür Verständnis, aber nicht für das Plakat mit der Giftspritze", meinte eine Passantin, die sich den Autokorso anschaute.

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