Donald Trump setzt seine Zoll-Pläne durch. Davon ist besonders die Autoindustrie betroffen. Welche Auswirkungen haben die 25 Prozent für den Auto-Import in Horber Autohäusern? Das sagen die Unternehmen zur aktuellen Lage.
Die Drohungen sind nun wahr geworden – US Präsident Donald Trump erhöht drastisch die Zölle für den Import aus anderen Ländern. Die EU – und somit auch Deutschland – ist mit 20 Prozent stärker von den Maßnahmen betroffen als andere Länder. Wie zum Beispiel Großbritannien, die seit dem Brexit nicht mehr in der EU sind und somit nur 10 Prozent Import-Zölle bekommen.
Besonders stark treffen die Erhöhungen die Automobilbranche. Seit Donnerstag gilt hier ein Zoll von 25 Prozent. Doch wie wirkt sich das auf die Horber Autohäuser und die Verbraucher aus? Unsere Redaktion erkundigte sich.
Überschuss könnte Vorteile für Verbraucher ergeben
„Die US-Zölle betreffen uns auf den ersten Blick nicht“, erklärt Matthias Prusseit. Er ist Geschäftsführer von der Autowelt Prusseit in Horb. Fast alle Gebrauchtwagen, die das Unternehmen verkaufe, würden in Deutschland verkauft werden. Ein kleinerer Teil in europäisches Ausland, zeigt der Experte. Andere Händler, wie etwa in den USA, seien für den Gebrauchtwaren-Markt kein oder kaum noch Absatzmarkt.
Daher sei das Thema in seinem Betrieb vorerst nicht relevant. Die Zölle würden vor allem Hersteller wie Porsche, Mercedes oder weitere große Automarken aus Deutschland betreffen. Dabei könnte es zu weniger verkauften Autos in die USA kommen und somit mehr Autos, die in Deutschland bleiben, beschreibt Prusseit das wahrscheinliche Szenario.
Dieser Überschuss an Autos könnte sich auf den zweiten Blick für die Verbraucher lohnen, denkt der Geschäftsführer. Denn mit einem größeren Angebot, könnte es zu niedrigeren Preisen für die Kunden kommen. Das könne aber erst in den kommenden drei bis vier Monaten abgeschätzt werden.
„Exotische“ Marken könnten teurer werden
Für Auto-Liebhaber von amerikanischen Autos wie zum Beispiel Chevrolet könnte es hingegen schwieriger werden. Auch wenn es nur vereinzelt Autohändler mit solchen „Exoten“, wie sie Matthias Prusseit nennt, im Sortiment gibt. Dennoch werden sich dort die Zölle bemerkbar machen, vor allem wenn es zu Gegenzöllen kommen sollte, so der Geschäftsführer. Diese Autos dann zu vermarkten, könnte schwierig werden, denkt er.
Ähnlich sieht das auch Alphartis. Auch sie seien als Handelspartner nicht unmittelbar von den aktuellen Ereignissen betroffen, da sie weder importieren noch exportieren, so der Sprecher von Alphartis.