Das Auffahren auf die Autobahn ist für viele Autofahrer ein alltäglicher Vorgang. Tester des Autoclubs Europa stellten bei der Auffahrt auf die A 98 allerdings in einigen Fällen Fehlverhalten fest. (Symbolfoto) Foto: Kristoff Meller

Der Autoclub Europa kontrollierte zum Verkehrssicherheit Autofahrer an der Auffahrt zur Autobahn 98.

Beim Auffahren auf die Fernstraße oder Autobahn nutzen die meisten Autofahrer den Beschleunigungsstreifen vollständig, um ihre Geschwindigkeit an den fließenden Verkehr anzupassen. Doch was passiert, wenn sich keine ausreichend große Lücke ergibt, um sicher einzufädeln? Diese Situation kennen viele Verkehrsteilnehmer aus eigener Erfahrung.

 

Genau diesem kritischen Punkt widmet sich die Erhebung des Autoclubs Europa (ACE) zum Tag der Verkehrssicherheit. So haben Ehrenamtliche des ACE in Lörrach und Binzen an der Auffahrt zur Autobahn (A) 98 insgesamt 121 Autofahrer beobachtet und laut Mitteilung mit Erschrecken in 23 Prozent der Fälle Gefahrensituationen und Fehlverhalten dokumentiert.

Das Auffahren auf Autobahnen und Fernstraßen ist ein alltäglicher Vorgang, der jedoch in seinen Tücken häufig unterschätzt wird. Mit der bundesweiten Aktion unter dem Motto „Gefahrenstelle Auffahrt?“ wird der ACE diesen sensiblen Bereich stärker in den Fokus rücken und mögliche Gefahren sichtbar machen. Daher sind Ehrenamtliche und Mitarbeitende des ACE von März bis Juni bundesweit unterwegs, um Auffahrtssituationen an rund 100 Fernstraßen zu beobachten und zu dokumentieren – auch bei Lörrach/Binzen an der Auffahrt zur A 98. Die Ergebnisse werden zum Tag der Verkehrssicherheit am 20. Juni veröffentlicht.

Im Fokus der Beobachtungen stehen verschiedene Aspekte der Verkehrssicherheit sowie die Einhaltung der geltenden Verkehrsregeln auf dem Beschleunigungsstreifen. Dazu gehören insbesondere das Blinkverhalten beim Einordnen, unzulässiges direktes Spurwechseln auf die linke Fahrspur sowie das notwendige Anhalten auf dem Beschleunigungsstreifen. Ebenfalls berücksichtigt wird das kurzfristige Nutzen des Standstreifens zur sicheren Einordnung.

Darüber hinaus werden potenzielle Gefährdungssituationen wie das Schneiden oder Ausbremsen des fließenden Verkehrs systematisch dokumentiert.

Deutliche Risiken bei Lörrach

Auch in Lörrach zeigte die Beobachtung laut Mitteilung ein deutliches Bild. Die ACE-Tester erfassten innerhalb von 30 Minuten an der Auffahrt zur A 98 insgesamt 121 auffahrende Fahrzeuge. Dabei wurden bei 23 Prozent der Fahrzeuge Fehler oder Regelverstöße festgestellt.

Positiv: in keinem Fall mussten Fahrzeuge auf dem Beschleunigungsstreifen halten und nur in einem Fall musste der Standstreifen genutzt werden, um sich sicher in den fließenden Verkehr einzuordnen.

Besonders beim Blinkverhalten zeigten sich Auffälligkeiten: 15,7 Prozent der beobachteten Fahrer setzten den Blinker nicht oder zu spät. Zudem wurde in neun Fällen ein direkter Spurwechsel auf die linke Fahrspur festgestellt, was für den nachfolgenden Verkehr ein erhebliches Risiko darstellen kann.

Positiv fiel den Testern auf, dass die Zahl der akuten Gefährdungssituationen mit fünf Beobachtungen vergleichsweise niedrig blieb.

Die Straßenverkehrsordnung sieht in einem solchen Fall grundsätzlich vor, am Ende des Beschleunigungsstreifens anzuhalten. Dieses Anhalten kann jedoch ein nicht unerhebliches Risiko darstellen – sowohl für den Stoppenden selbst als auch für den nachfolgenden Verkehr.

Wenn keine Lücke entsteht

In solchen besonderen Fällen kann es daher gerechtfertigt sein, den Standstreifen kurzzeitig weiter zu nutzen, um die eigene Geschwindigkeit an den Verkehr auf der rechten Fahrspur anzupassen und sich anschließend gefahrlos einzuordnen.

Häufig reichen bereits wenige Meter, um sich so in eine passende Lücke einzuordnen.

Die bundesweite Aktion des ACE zum Tag der Verkehrssicherheit wird von rund 700 Ehrenamtlichen in insgesamt 111 ACE-Kreisen getragen. Neben Aktivitäten zur Europäischen Mobilitätswoche, zum Tag der Verkehrssicherheit und zur ACE-Clubinitiative engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche vor Ort für Themen der Verkehrssicherheit und Verkehrsinfrastruktur, heißt es in der Mitteilung.

Der Autoclub Europa wurde im Jahr 1965 gegründet. Kernthemen sind die Unfall- und Pannenhilfe, Verkehrssicherheit, Verbraucherschutz, Elektromobilität und neue Mobilitätsformen.