Ein außergewöhnliches Unterhaltungsprogramm bot am Freitagabend der international renommierte Klavierkabarettist Martin Schmitt in seinem Sonderkonzert auf Gut Berneck.
Wieder einmal toll zum Tragen kam das beeindruckende Ambiente dort.
Sein Auftritt bildete zugleich einen der Höhepunkte, aber auch einen Vorgeschmack auf das kommende Programm, des diesjährigen Schwarzwald Musikfestivals im Mai. Denn Schmitt erhielt an diesem Abend bereits zum zweiten Mal den begehrten Solistenpreis des Schwarzwald Musikfestivals für das Jahr 2023 von Junghans. Zuletzt erhielt er den Preis für das Jahr 2016 von Lehmann. Erfolgsverwöhnt liebäugelte er mit Blick auf die Zukunft gar schon mit einer Preis-Trilogie. Das Schwarzwald Musikfestival jährt sich 2024 bereits zum 26. Mal.
Kaum weniger als hundert Gäste waren erschienen, was einer ausverkauften Veranstaltung entsprach. Bevor der humorvoll-musikalische Hauptgang serviert wurde, gab es weitere Sinneseindrücke zu genießen.
Besichtigung der Etagen
In vier Gruppen wurden die vier renovierten Etagen des Gutshauses begangen, wobei die Gäste tiefere Einblicke in die Instandsetzung und die Geschichte des Hauses erhielten. Daran anschließend wurde als erstes musikalisches Häppchen die Besonderheit der großen Halle, die selbst spielende Orgel mit der Ouvertüre Wilhelm Tell, vorgeführt.
Dr. Hans-Jochem Steim sagte zur Eröffnung des Programms, dass dies die einzige Form von künstlicher Intelligenz gewesen sei, die an diesem Abend zu hören wäre.
Auch Mark Mast, Intendant des Schwarzwald Musikfestivals, freute sich sehr dass das Programm auf Gut Berneck stattfinden konnte. „Bei uns gilt, wo Schwarzwald drauf steht, ist auch Schwarzwald drin“,sagte Mast.
„Ort von kulturellem Wert“
Das Gut Berneck sei ein Ort mit Historie und von kulturellem Wert und stehe im Einklang mit den Eindrücken, die das Festival (re)präsentiert, führte Mast aus.
Nicht zuletzt tat auch Martin Schmitt kund, es sei ihm eine große Freude an diesem besonderen Ort Programm machen zu dürfen.
Schmitts präsentiertes „Best Of“ umfasste Stücke aus Boogie Woogie, Blues und Jazz sowie eine Vielzahl seiner gewitzten Eigenkompositionen.
Dabei spielte er nicht nur virtuos mit dem Klavier, sondern auch mit seinem Publikum. Er präsentierte pointierte Klänge ebenso wie scharf bis feinwürzigen Humor. Und bewies vollen Einsatz, als er während des Spiels den Rhythmus unter dem Flügel steppte und die Zuhörer mimisch wie verbal mit einbezog.
Außer den Tasten des Instruments wurden daher auch die Gäste schnell mit ihm warm, weshalb schnell zum kollektiven „du“ umgeschwungen wurde. Besonders angetan hatten es dem Publikum auch Begebenheiten mit und Eigenkomposition über seine unbeirrbar, kecke Großmutter.
Aktuell arbeitet Schmitt an seinem neuen Programm „Schmitt Happens“, das bis zum Herbst fertig werden soll.
Für die Preisvergabe waren sich Hannes Steim und Mark Mast schnell einig. Es gebe zwar viele gute Künstler, doch nur noch wenige sehr, sehr gute. Darunter ist und bleibt Martin Schmitt mit seiner Stilrichtung herausragend und einzigartig.
Steinway-Flügel im Einsatz
Auch sein Wing(man) an diesem Abend, in Form des Steinway Flügels, hat sich verdient gemacht. Das gute Stück aus dem Jahr 1924 blickt nun auf eine einhundertjährige Lebensgeschichte zurück.
Eine weitere Chance „das Phänomen Martin Schmitt“ zu erleben gibt es am 11. Mai in Baiersbronn, gemeinsam mit Axel Zwingenberger.