Der Neubau im Bürgerpark, in dem die „Kita plus“ untergebracht ist,verbindet nach Ansicht der Juroren traditionelle und moderne Baukultur des Schwarzwalds. Foto: Wendling

Landwirtschaftsminister Peter Hauk hat im Bürgerzentrum im Bürgerpark die Bauherren von 95 Gebäuden im Schwarzwald ausgezeichnet. Bei der Mammutprämierung am Dienstag wurde auch die Stadt Lahr gewürdigt – für einen Neubau in dem für die Landesgartenschau 2018 geplanten Bürgerpark.

Veranstalter war der Verein Bauwerk Schwarzwald, der mehrere Architekturrouten durch das gesamte Schwarzwaldgebiet ins Leben gerufen hat. Dahinter steht die Absicht, den Menschen die regionale Baukultur näherzubringen. Das Ergebnis ist eine Zusammenstellung 95 herausragender Beispiele für die Schwarzwälder Baukultur, wie am Dienstag zu hören war.

Insgesamt 168 Objekte waren im vergangenen Jahr eingereicht worden. Im Sommer 2022 wurden die Bauten von einer Jury aus Planern, Architekten, Tourismus- und Kultur-Experten begutachtet sowie nach zuvor festgelegten Kriterien bewertet. Geachtet wurde zum Beispiel auf zeitgemäße Architektur für Landschaft und Siedlungsstruktur, Konstruktions- und Ausführungsqualität, energetische Effizienz und ökologische Aspekte.

Die Jury achtetete auch auf ökologische Aspekte

95 Objekte wurden schließlich als „Bauwerk Schwarzwald“ ausgezeichnet – sie werden nun in sechs thematischen Routen, etwa „Alte Gebäude modernisiert“, „Bauen für Gäste und Besucher“ oder „Bauen mit Holz“, vorgestellt. Zu den Gebäuden zählen neben Privatobjekten auch Museen, Ferienhäuser, Hotels, Gasthäuser und Kirchen. „Sie verteilen sich über die gesamte Schwarzwaldregion und repräsentieren die Bandbreite der Schwarzwälder Baukultur zwischen Tradition und Moderne“, sagt Rolf Schrader, Geschäftsführer von Bauwerk Schwarzwald. Bei der von Uwe Baumann (Kosmos Schwarzwald GmbH) moderierten Veranstaltung übergaben Minister Peter Hauk und Diana Wiedemann, Vorsitzende des Vereins Bauwerk Schwarzwald, Plaketten, die an den Objekten angebracht werden können. Das Ganze wurde in Etappen vollzogen, wobei immer mehrere Bauherren auf einmal auf die Bühne kamen.

Der Lahrer Baubürgermeister Tilman Petters sprach über Architektur sowie das Erscheinungsbild von Bauten, wobei er die „Demokratisierung der Ästhetik“ betonte. Außerdem ging er auf den ökologischen Fußabdruck beim Bauen, die Weiterentwicklung der Baukultur und nutzungsbedingte Herausforderungen ein. Petters durfte für die Stadt Lahr später dann auch selbst eine Urkunde samt Plakette entgegennehmen – für den Neubau der „Kita plus“ im für die Landesgartenschau 2018 geplanten Bürgerpark. Just in dem Gebäude ging nun auch die Ehrungsfeier über die Bühne.

Auch der Pavillon von der LGS wird ausgezeichnet

Die von den Stuttgarter Architekten Stephan und Stefanie Eberding geplante Kita mit Versammlungsstätte „steht für eine in sich ruhende, ausgewogene und hochfunktionale Architektur, errichtet aus dem Baumaterial Holz als oberstem Gebot“, ist auf der Internetseite von Bauwerk Schwarzwald nachzulesen – dort werden die 95 Bauobjekte vorgestellt.

Ausgezeichnet wurde auch der ehemalige Pavillon aus der Landesgartenschau 2018 in Lahr. Diese Ehrung nahm Friedrich Bladt entgegen. Inzwischen hat der Pavillon seinen Platz in Hohberg gefunden.

Die neu initiierten Touren von Bauwerk Schwarzwald sollen exemplarisch gutes regionales Bauen im Schwarzwald vorstellen und „das Zusammenspiel aus Tradition und Moderne für Besucher erlebbar machen“. Die Schwarzwaldhöfe gelten dabei als ein zentrales Symbol der Ferienregion. Daneben gebe es im Schwarzwald jedoch auch viel hochkarätige moderne Architektur, die sich von historischen Bauweisen inspirieren lasse, wurde bei der Ehrungsfeier betont.

„Dieses historische Kulturerbe zu erhalten und zeitgemäß fortzuschreiben ist Ziel des Vereins Bauwerk Schwarzwald“, erklärte Wiedemann, selbst freie Architektin und Energieberaterin. Die Leitidee des Vereins sei es, die regionalspezifische Bau- und Handwerkskultur zu fördern „und eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne, Architektur, Handwerk, Design, Forschung und Ausbildung, Experiment und Praxis zu schaffen“.

Hauk, der aus dem Odenwald stammt, outete sich in seiner ausführlicher Ansprache als Fan des Schwarzwalds und seiner Baukultur. Zu den Rednern der gut zweieinhalbstündigen Ehrungsfeier gehörten auch Hansjörg Mair, der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus, und Caroline Reich, Vorsitzende der Kreisgruppe Karlsruhe des Bunds deutscher Architekten. Nach der Verleihung der Urkunden und Plaketteb gingen die Teilnehmer zum Umtrunk und zum gemütlichen Beisammensein über.