Über eine Auszeichnung freut sich das Dormettinger Unternehmen Robotextile.
Das Unternehmen Robotextile aus Dormettingen hat jüngst bei der Messe Texprocess in Frankfurt einen Innovation Award erhalten. In insgesamt zehn Kategorien wurden 17 internationale Preisträger für wegweisende Forschung, innovative Produkte und Materialien sowie neue Verfahren und Technologien ausgezeichnet. Das Dormettinger Unternehmen erhielt einen Preis in der Kategorie „Ökonomische Qualität (Kostenminimierung, Zeit- und Prozessoptimierung, Automatisierung)“.
Zur Auszeichnung heißt es in der Pressemitteilung: Während die Automobil- und Chipindustrie längst durchgängig automatisiert fertigen, endet die Automatisierung in der Textilbranche oft am Mehrlagenstapel: Zugeschnittene Stofflagen – etwa für Jeans, Autositzbezüge oder Airbags – werden gestapelt und für nachgelagerte Schritte wie Nähen, Bedrucken, Pressen oder Laminieren einzeln von Hand entnommen. Dieses scheinbar einfache Entstapeln ist für Roboter eine harte Nuss: Weil Textilien nicht starr sind, sondern biegeschlaff, verformbar und luftdurchlässig, können klassische Robotersysteme sie nicht zuverlässig greifen.
„Ein Textilteil automatisiert von A nach B zu bewegen, ist nichts Besonderes“
Für einen Strömungsgreifer, der Stofflagen automatisiert vom Stapel vereinzelt, wurde das Unternehmen Robotextile nun ausgezeichnet. Der nachrüstbare Greifer nutzt Luftströme, um Textilien wie Gewirke, Vliesstoffe, Gestricke oder Gewebe selbstständig aufzunehmen und an der gewünschten Position zur weiteren Verarbeitung wieder abzulegen. „Ein Textilteil automatisiert von A nach B zu bewegen, ist nichts Besonderes“, sagt Michael Müller, Co-Geschäftsführer von Robotextile. „Aber das prozesssichere automatische Vereinzeln ist die Königsdisziplin.“
Laut Müller treiben vor allem Nearshoring, Arbeitskräftemangel und sinkende Roboterpreise die Automatisierung in der Textilindustrie. Automatisierungstechnologie von Robotextile ist bereits praxiserprobt: C&A nutzte sie zur Bestückung von Jeanstaschen. Auch die Outdoor-Marke Vaude sowie Unternehmen der Schuh-, Medizintechnik- und Airbag-Herstellung zählen zu den Anwendern.