Der Künstler wird wird für seine mutigen Äußerungen uns seine klare Position gegen Rechtsextreme Gesinnung gewürdigt.
Hape Kerkeling erhält den Eugen-Bolz-Preis. Der Vorsitzende des Stiftungsrates, der Rottenburger Oberbürgermeister Stephan Neher, wird die Ehrung am Montag, 29. September 2025, um 18 Uhr, in der Festhalle Rottenburg vornehmen.
Der Preis der Eugen-Bolz-Stiftung würdigt die Leistungen des deutschen Komikers und Autors. Hape Kerkeling wird nicht für seine Verwandlungskünste als deutscher Komiker ausgezeichnet, sondern für die mutigen Äußerungen und seine klare Position gegen rechtsextreme Gesinnung beziehungsweise gegen eine rechtsextreme politische Haltung, wie es in einer Mitteilung heißt
Klare politische Haltung
Als Komiker überzeugend eine klare politische Haltung zu artikulieren, ist außergewöhnlich und bedarf einer besonderen Fähigkeit. Hape Kerkeling hat keine Scheu davor, seine Haltung zur Politik in engagiert zu äußern.
Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Die Auszeichnung wurde erstmals 1997 verliehen und wird seitdem in Abständen von zwei bis vier Jahren vergeben. Der diesjährige Vorschlag zielt bewusst wie auch die letzten beiden Preisverleihungen in den nicht politischen Bereich. Er soll Leben und Wirken von Eugen Bolz auch jüngeren Menschen ins Bewusstsein rücken.
Das Programm der Preisverleihung sieht nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Stiftungsrats, Oberbürgermeister Stephan Neher, Grußworte des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenministers von Baden-Württemberg Thomas Strobl und des Generalvikars Clemens Stroppel vor. Die Laudatio hält die Journalistin und Fernsehmoderatorin Dunja Hayali. Für den musikalischen Rahmen sogt die Stadtkapelle Rottenburg.
Zu Hape Kerkeling
Hape Kerkelings Karriere begann in den 1980er- Jahren als Fernseh- und Bühnenkomiker. Seine Erfolgsgeschichte zeigt sich in einer Vielzahl von Preisen und Auszeichnungen. Ob im Film, in der Moderation, als Komiker und zuletzt als Autor, der Erfolg ist auf seiner Seite.
In der jüngeren Vergangenheit hat sich Hape Kerkeling mit seiner klaren Haltung gegen rechtsradikales Gedankengut deutlich positioniert. In dem Zusammenhang übte er auch heftige Kritik an der seiner Meinung nach zu wenig entschlossenen Haltung und Vorgehensweise im Kampf gegen „rechts“ durch die Mandatsträger im Land.
Die Stiftung
kam zu der Auffassung, dass Hape Kerkeling seine hohe Akzeptanz als Komiker, Fernsehmoderator und Autor nutzt, um sich persönlich für den Erhalt der Demokratie und seiner Werte einzusetzen. Er ist außerdem Schulpate
beim deutschlandweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
Die Eugen-Bolz-Stiftung
Zur Person von Staatspräsident Dr. h. c. Eugen Bolz (1881-1945):
1912 wurde der gebürtige Rottenburger Mitglied des Reichstages, 1913 Mitglied des württembergischen Landtags und schon 1919 württembergischer Justizminister, 1923 Innenminister und 1928 Staatspräsident. 1933 wurde Bolz von den Nationalsozialisten unter unwürdigen Bedingungen aus dem Amt gejagt, da er aus seiner Gegnerschaft zu ihnen nie einen Hehl gemacht hatte. Ab 1941 nahm Bolz Verbindungen zu Widerstandskreisen um Carl Goerdeler auf und erklärte sich 1944 bereit, in einer neuen Reichsregierung das Kultusministerium zu übernehmen. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet, am 21. Dezember 1944 vom berüchtigten Volksgerichtshof zum Tod verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Die Eugen-Bolz-Stiftung
wurde 1949 gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, das Andenken an Eugen Bolz zu bewahren. Im Jahr 2007 begründete der Verein eine gleichnamige Stiftung. Die Stiftung, in der Angehörige der Familien Rupf-Bolz, die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Stadt Rottenburg vertreten sind, wird unter Federführung der Stadt verwaltet und geleitet.
Der Eugen-Bolz-Preis
wird verliehen an Persönlichkeiten, die sich in besonders herausragender Weise aus religiöser Verantwortung in Wissenschaft, Politik und Publizistik um Rechtsstaat und Verfassung Verdienste erworben haben. Preisträgerinnen und -träger waren bislang: Steffen Heitmann (1997), Bärbel Bohley und Arno Vaatz (1999), Prof. Dr. Paul Kirchhof (2001), Dr. Joachim Fest (2003), Dr. Wanda Póltawska (2006), Dr. h.c. Erwin Teufel (2008) und Dr. h.c. Charlotte Knobloch (2010), Robert Antretter (2014), Dr. Angela Merkel (2017), Silbermond (2021), Gerald Asamoah (2023).