Award-Vergabe im altehrwürdigen Journalisten-Club des Axel-Springer-Hochhauses in Berlin (von links): Joachim Kreuzburg (Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG), Christina Raab (Vorsitzende Ländergruppe DACH und Russland der Accenture GmbH), Rolf Geisel (Geschäftsführer Boysen Gruppe) und Thomas Exner (Geschäftsführender Redakteur DIE WELT). Foto: Boysen

Eine mit namhaften Wirtschaftsvertretern besetzte Jury hat die in Altensteig beheimatete Boysen-Gruppe im Rahmen des "Top-500-Awards" mit dem dritten Platz ausgezeichnet.

Berlin/Altensteig - Neben einem dynamischen und nachhaltigen Wachstum berücksichtigt der Preis vor allem auch die Transformationsleistung und in weiterer Folge die Zukunftsfähigkeit der ausgezeichneten Unternehmen. Initiatoren des Awards sind die Tageszeitung DIE WELT und die Unternehmensberatung Accenture.

Die Preisvergabe erfolgte anlässlich des "WELT-Transformationsgipfels" im altehrwürdigen Journalisten-Club des Axel-Springer-Hochhauses in Berlin. Weitere Preisträger sind die Sartorius AG (Platz eins) und die Heraeus Holding GmbH (Platz zwei). Eine Laudatio zum Auftakt der Award-Vergabe hielt der Grünen-Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin.

Boysen nutzt seine Stärke für wichtige Investitionen in die Transformation

In seiner Laudatio auf die Boysen Gruppe betonte Olaf Gersemann, Leiter des Wirtschaftsressorts DIE WELT, dass man mit Blick auf den technologischen Wandel alles andere als einen Abgastechnik-Spezialisten und Automobilzulieferer unter den drei erstplatzierten Unternehmen erwarten würde: "Hat sich die Jury also geirrt? Keineswegs! Zum einen hat sich Boysen eine erstaunliche Position in einer hart umkämpften Branche erarbeitet. Zum anderen nutzt das Unternehmen seine Stärke für wichtige Investitionen in die Transformation."

So verwies Gersemann darauf, dass das konstante Wachstum von Boysen nicht nur im für die Jury relevanten Bemessungszeitraum stattgefunden habe (zwischen 2013 und 2020 stieg der Umsatz von 1,05 auf 2,4 Milliarden Euro). Vielmehr vollziehe das Unternehmen diese erstaunliche Entwicklung bereits seit Jahrzehnten: "Dies begründet sich vor allem in der Person von Rolf Geisel, der 1972 bei Boysen als Werkzeugmacher-Lehrling angefangen hat und seit 1985 als Geschäftsführer verantwortlich zeichnet. Als er vor über 36 Jahren das Ruder übernommen hat, lag der Umsatz bei 60 Millionen D-Mark. Im aktuellen Jahr, in dem die Boysen Gruppe ihr 100-jähriges Jubiläum begeht, hat er seinen 65. Geburtstag gefeiert. Und er wird das Stiftungsunternehmen auch die nächsten Jahre begleiten, um im Zuge der Transformation die richtigen Weichen zu stellen. Dabei sieht er die Zukunft von Boysen vor allem auch im Bereich der Energietechnik, wie uns mutige Investitionen – unter anderem in stationäre Energiespeicher und in ein eigenes Wasserstoffzentrum – aufzeigen."

"Aktuell hängen wir zu 100 Prozent an der Abgastechnik"

In der anschließenden Talkrunde fragte Thomas Exner, Geschäftsführender Redakteur DIE WELT, die Vertreter der drei Preisträger: "Wie hoch ist Ihr Transformationsdruck auf einer Skala von eins bis zehn und worin sehen Sie dabei Ihre größte Herausforderung?" Die Antwort von Boysen-Geschäftsführer Rolf Geisel: "Aktuell hängen wir zu 100 Prozent an der Abgastechnik, also sprechen wir bei Boysen von einer klaren 10. Wir gehen davon aus, dass 2035 von weltweit 80 Millionen Neufahrzeugen nur noch 20 Millionen einen Verbrennungsmotor an Bord haben und die übrigen 60 Millionen rein elektrisch betrieben werden. Also haben wir noch knapp 15 Jahre, um unser Unternehmen technologisch komplett umzubauen und die Arbeitsplätze unserer aktuell 5300 Beschäftigten zu erhalten." Dabei setzt Geisel neben neuen Geschäftsfeldern auch auf Produkttransfers von der Abgastechnik hin zu Elektrofahrzeugen. Als Beispiele hierfür nannte er Strukturbauteile und Batteriegehäuse.

Der abschließende Dank des Unternehmenslenkers für die Würdigung des bei Boysen eingeleiteten Transformationsprozesses ging an die hochkarätig besetzte Jury, die sich aus folgenden Wirtschaftsvertretern zusammensetzt: Ann-Kristin Achleitner (BWL-Professorin an der TU München), Rüdiger Grube (mehrfacher Aufsichtsrat und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG), Michael Hüther (Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln), Eberhard Veit (Gesellschafter der 4.0-veIT GmbH und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Festo AG), Frank Riemensperger (Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture Deutschland) und Thomas Exner (Geschäftsführender Redakteur DIE WELT).