Hohe Spritpreise gibt es derzeit wegen des Kriegs im Iran. Preisschwankungen gab es aber auch in der Vergangenheit, weiß Sven Pflumm, Tankstellenbetreiber aus Bisingen.
Die USA und Israel bombardieren den Iran aus der Luft, und das Mullah-Regime bedroht die Straße von Hormus am Persischen Golf. Gut ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen werden durch diese Meerenge verschifft, zwar in der Hauptsache nicht nach Europa, aber die Märkte reagieren auf die geänderte Lage sensibel. Das zeigt sich auch an den Zapfsäulen im Zollernalbkreis.
Augenscheinlich suchen die Autofahrer die Tankstellen mit dem günstigsten Preis pro Liter, und sie warten dort in mehreren Reihen. Ob die Preise weiter anziehen werden? „Das hängt davon ab, was im Iran passiert“, sagt Sven Pflumm aus Bisingen von der gleichnamigen „Pflumm Tankstellengruppe“, zu der 17 Shell-Tankstellen in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gehören (im Zollernalbkreis gehören Tankstellen in Balingen, Tailfingen, Ebingen und Geislingen).
Dass die Schiffe die Straße von Hormus nicht passieren können, verbessere die Lage nicht. Die gerne bemühte Glaskugel hat natürlich auch Sven Pflumm nicht, aber er spricht von einem „massiven Anstieg“, bei dem zum Beispiel der Dieselpreis innerhalb kurzer Zeit auf mehr als zwei Euro angestiegen ist.
In der Regel normalisieren sich die Preise wieder
Der Tankstellenbetreiber erinnert im Hinblick auf die Preisschwankungen auch an den Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Zu Preisanpassungen kann es auch kommen, wenn der Rhein im Sommer Niedrigwasser hat oder wegen Problemen bei der Bahn der Güterverkehr ins Stocken kommt. All das habe in der Vergangenheit schon zur kurzzeitigen Verknappung des Angebots beigetragen. Nach diesen Phasen ist es „in der Regel so, dass sich alles wieder normalisiert“.
Die Preisschwankungen sind immer ein „Hype“, erklärt Pflumm, denn Kraftstoff „bewegt die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes“. Allerdings: Auch wenn die Preise gestiegen sind, verdienen die Tankstellen nicht mehr Provision. Es ist generell so, dass nur ein kleiner Bruchteil dessen, was die Kunden fürs Benzin ausgeben, bei den Tankstellen bleibt – das ändert sich auch durch gestiegene Rohstoffpreise nicht.
Die zentrale Frage für Autofahrer dürfte sein: Ergibt es Sinn, mit dem Tanken zu warten, um auf sinkende Preise zu spekulieren? Diese Frage kann aktuell niemand zuverlässig beantworten, denn die Märkte reagieren nach wie vor angespannt.