Ernst Beilharz im Jahr 1927 in Philadelphia. Foto: Beilharz

Das Thema Auswanderung aus Baiersbronn steht im Mittelpunkt der nächsten Veranstaltung des Heimat- und Kulturvereins der Gesamtgemeinde Baiersbronn. Am Mittwoch, 24. November, wird ab 19 Uhr im Rosensaal das Buch "Dein Bruder Ernst aus Amerika" vorgestellt.

Baiersbronn - Die Herausgeberin, Alexandra Beilharz, hat Briefe ihres Baiersbronner Großvaters Ernst Beilharz gefunden und war begeistert, heißt es in der Ankündigung. Auswanderung aus Baiersbronn sei über lange Zeiträume hinweg eine Möglichkeit gewesen, seinen Lebensunterhalt zu verdienen und gesellschaftlich aufzusteigen.

Als Feinmechaniker schnell Fuß gefasst

1926 wanderte Ernst Beilharz mit 21 Jahren aus Baiersbronn nach Philadelphia aus. Er war gelernter Feinmechaniker und konnte so in den USA schnell Fuß fassen. Trotzdem vermisste er seine Familie in Baiersbronn und seine jüngere Schwester Helene, an die er 14 Briefe schrieb, die heute noch erhalten sind.

Seine Enkelin Alexandra Beilharz reiste mit ihrem Großvater gemeinsam nach Philadelphia und wurde so inspiriert, sich näher mit der Familiengeschichte zu beschäftigen.

Ausschnitt aus Leben der Amerikadeutschen

Sie transkribierte die Briefe, die zwischen 1927 und 1931 entstanden, kommentierte diese und suchte die dazu passenden Fotografien zusammen.

Die Schilderungen bewegen sich zwischen Heimatverbundenheit und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Fremden. Sie zeigen einen Ausschnitt aus dem Leben der Amerikadeutschen, ihrer Arbeitswelt und Vergnügungen in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts.

Aspekte großstädtischen Lebens wie häufige Wohnungswechsel klingen an, aber auch humorvolle Betrachtungen zum erträumten sozialen Aufstieg oder zu den Beziehungen zwischen Mann und Frau. Die Briefe sind nicht nur ein Beispiel für geschwisterliche Zuneigung, sondern auch ein Zeitzeugnis, das exemplarisch die USA-Eindrücke eines deutschen Auswanderers aus dem ländlichen Raum zeigt, heißt es in der Ankündigung weiter.

Drückend gewordene Lage

Während zunächst die Freude über Theaterbesuche oder Strandausflüge im Zentrum steht, spiegeln die letzten Briefe die drückend gewordene Lage auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt infolge der Weltwirtschaftskrise.

Schauspielerin liest aus Briefen

Bei der Veranstaltung wird die Schauspielerin Corinna Beilharz Ausschnitte aus den Briefen lesen und ihre Schwester Alexandra Beilharz wird über die Hintergründe der Auswanderung berichten. Im Anschluss an die Lesung kann das Buch auch erworben werden.

Der Eintritt ist frei. Es gilt die an diesem Tag aktuelle Corona-Verordnung. Eine Anmeldung per E-Mail an info@gemeindearchiv-baiersbronn.de ist erwünscht, aber auch telefonisch unter 07442/12 16 63 (Montag bis Donnerstag) möglich.