Ein Selbstmordattentäter hat sich in einer Schule in Kabul in die Luft gesprengt. Foto: dpa

Bei dem Attentat in einer Schule in Kabul, zu dem sich die Taliban bekannt hat, ist tatsächlich ein deutscher NGO-Mitarbeiter ums Leben gekommen. Das bestätigte jetzt auch das Auswärtige Amt.

Berlin - Der bei einem Selbstmordanschlag in einer Schule in der afghanischen Hauptstadt Kabul getötete Deutsche hat für eine örtliche Nichtregierungsorganisation gearbeitet. Das teilte das Auswärtige Amt am Freitag in Berlin mit. Auch der bei dem Attentat verletzte zweite Deutsche arbeitete nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur im Entwicklungshilfebereich. Der Mann bleibt demnach vorerst im Land. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, sagte, der Mann habe keine schwere Verletzung erlitten.

Am Donnerstag hatte sich ein jugendlicher Attentäter während einer Theateraufführung in die Luft gesprengt. Die von Frankreich gebaute Schule wird auch vom französischen Kulturzentrum für Aufführungen genutzt. In Paris war von etwa 20 Verletzten die Rede. Unter den Opfern seien keine französischen Staatsangehörigen.

Am Tag nach dem Anschlag flogen zehn deutsche Soldaten aus dem Bundeswehr-Camp Marmal in Masar-i-Scharif nach Kabul, wie ein dpa-Reporter berichtete. Darunter waren ein Arzt, der den Totenschein ausstellen sollte, und der ranghöchste deutsche Militärpolizist im Land. Die Delegation führte den Sarg mit sich, in dem der Tote nach Deutschland geflogen werden soll. Nach dem Anschlag war die Leiche ins Krankenhaus am militärischen Teil des Flughafens in Kabul gebracht worden.

Attentäter gab sich als Zuschauer aus

Der Attentäter habe sich als Zuschauer ausgegeben, sagte der amtierende afghanische Innenminister Ayoub Salangi. In der Aula der Schule wurde gerade das Theaterstück „Herzschlag und Stille nach der Explosion“ aufgeführt, das sich gegen Selbstmordanschläge richtet. Den Sprengstoff habe der Täter in der Unterwäsche versteckt, sagte der Polizeichef von Kabul, Abdul Rahman Rahimi. Mehrere der vorwiegend afghanischen Verletzten schwebten in Lebensgefahr.

Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Es war der zweite Anschlag binnen eines Tages in Kabul: Stunden zuvor riss ein Selbstmordattentäter fünf afghanische Soldaten mit in den Tod. Zuvor war es zwei Wochen lang in der Stadt relativ ruhiggeblieben.