In Schramberg feierte das „Steffi Flaig Trio & The Golden Era Orchestra“ mit neu interpretierten Pop- und Rockhits eine mitreißende Premiere.
Vor gut einem Jahr fasste Sängerin Steffi Flaig den Entschluss, sich ihren Lebenstraum zu erfüllen und dem bereits bestehenden „Steffi Flaig Trio“, mit Matthias Jakob (Klavier) und Stephan Higler (Kontrabass), ein großes Palastorchester zur Seite zu stellen.
Musiker aus der Region
Das Feuer dafür bei professionellen Musikern aus der Region zu entfachen und für die Idee zu gewinnen, moderne Pop-Hits sowie Rock- und Hip-Hop-Songs in den Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts nach Manier von „PMJ“ (Postmodern Jukebox) neu zu interpretieren, kosteten sie und Trompeter Markus Burger offenbar keine Überredungskunst.
Der Funke war bei Nachfrage sofort übergesprungen auf Oliver Felbinger (Schlagzeug, aus Bad Dürrheim), Fabian Huger (Gitarre, aus Donaueschingen), Laura Jörres (Geige, aus Villingen), Daniel Weißer (Posaune aus Hardt), Johannes Elsäßer (Trompete, aus Geisingen), Florian Glatz (Bari-Saxofon und Querflöte, aus Villingen), Markus Keller (Tenor-Saxofon, aus Villingen), Benjamin Hummel (Klarinette und Alt-Saxofon, aus Vöhrenbach).
250 Gäste
Das „Steffie Flaig Trio & The Golden Era Orchestra“ war geboren und die musikalische Show ausverkauft, noch bevor die erste gemeinsame Probe stattgefunden habe, verrieten die Musiker. Das über alle Generationen hinweg gemischte Publikum kam teils sogar in 1920er-Jahre Glamour gekleidet, um teilzuhaben am Spaß, der sofort zu den rund 250 Gästen schwappte.
Mit einem großen Schlagzeugintro von „Ein Tag wie Gold“ (Fernsehserie „Babylon Berlin“) legte sich sofort ein rund zweieinhalb Stunden andauernder, mitreißender Zauber über den Raum, dem sich niemand dort entziehen konnte. Hits wie „Lovesong“ (The Cure, 1989) oder „When we are young“ (Adele, 2011 und 2015), „All about that Bass“ (Meghan Trainor, 2014), „Beyond the Sea“ (Robbie Williams, 2001) oder „Bad Romance“ (Lady Gaga, 2009) und „50 Ways to leave your Lover“ (Paul Simon, 1975) im Kleid von Swing und Jazz mit einer Portion Charleston zeigten, wohin die Reise des Konzert gehen würde.
Mit Smoking und Fliege
Über ein bloßes Konzert hinaus und zu einer mitreißenden Show hin, trug die Anmutung des „Golden Era Orchestra“ selbst bei – die Musiker in Smoking mit Fliege und Kummerbund und die Musikerinnen in glitzernden Charleston-Kleidern, mit Federstirnband und Wasserwelle im Haar.
Zudem glänzte Saxofonist Florian Glatz als charmanter Conférencier, der unterhaltsam und humorvoll den roten Faden, nämlich die Liebe in all ihren Facetten, aufnahm und als Ansager Programm mit Stimmung und Lebenserfahrung im Publikum gekonnt zusammenführte.
Wilde Zugaben gefordert
Elegant und nicht minder glamourös präsentierte die bezaubernde Sängerin Steffi Flaig mit strahlender Stimme pure Lebensfreude und dem Publikum war es eine Lust ihr dabei zuzusehen und zuzuhören. Als Frontfrau glänzte sie jedoch nicht nur, sondern konnte ebenso die düstere, melancholische Stimmung und das Bewusstsein um Endlichkeit einfangen, die den Tanz auf dem Vulkan zum Ende der Wilden 20er auslöste, wie bei „Zu Asche zu Staub“ (Titelsong der TV-Serie Babylon Berlin, 2017).
Ohne wilde Zugaben-Forderungen und begeisterten „Bravo“-Rufen des ausgelassenen Publikums, kamen die neuen Palastorchester-Stars am musikalischen Sympathie-Himmel nicht von der Bühne.