Die Städtepartnerschaften zwischen den Gemeinden des Kinzigtals und ihren Nachbarn im In- und Ausland sind ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Austauschs. 2024 gab es einige Höhepunkte zu feiern.
Das vergangene Jahr stand in Hausach ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft: Die Stadt feierte das 50-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft mit Arbois im französischen Jura. Bei zahlreichen Veranstaltungen, darunter dem Percée du Vin Jaune, einem traditionellen Weinfest, und einer großen Jubiläumsfeier im September, wurde diese besondere Verbindung gewürdigt.
Nicht nur Hausach, sondern auch andere Gemeinden des Kinzigtals pflegen seit vielen Jahren enge Beziehungen zu ihren Partnerstädten. Diese Partnerschaften sind durch zahlreiche Begegnungen und Veranstaltungen geprägt. Die Gemeinden präsentieren ihre Partnerstädte ausführlich auf ihren Webseiten, hier ein Überblick:
Fischerbach: Fischerbach ist die einzige Gemeinde im Kinzigtal ohne offizielle Partnerstadt.
Gutach: Schon vor der Wende begann die Verbindung zwischen Gutach und Mühlberg an der Elbe. Der Schwarzwaldmaler Wilhelm Hasemann, der in Mühlberg geboren und später Ehrenbürger von Gutach wurde, legte den Grundstein für diese Partnerschaft. Mühlberg an der Elbe, eine Kleinstadt in Sachsen, ist geprägt von einer reichen Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Offiziell besiegelt wurde die Partnerschaft 1991 nach zahlreichen Begegnungen auf Vereins-, Gemeinde- und Privatebene.
Die zweite Gutacher Partnerschaft mit Stosswihr wurde 2003 formell begründet, geht aber auf das Jahr 1958 zurück. Damals begann das Ehepaar Max und Inge Ringwald mit der Pflege von Kriegsgräbern in Hohrodberg, einer Nachbargemeinde von Stosswihr. Aus diesem Projekt entwickelten sich die Kontakte zur Partnergemeinde. Stosswihr, eine Gemeinde in den Vogesen, ist geprägt von ihrer malerischen Landschaft und ihrer Nähe zum Elsass.
Haslach: Die Partnerschaft mit Lagny-sur-Marne besteht seit 1981. Die Stadt liegt nur wenige Kilometer von Paris entfernt. Die Stadt liegt in der Nähe des französischen Flusses Marne.
Hausach: Die Verbindung begann in den 1960er-Jahren mit einem Schüleraustausch des Robert-Gerwig-Gymnasiums mit dem Lycée in Arbois. Die Stadt, gelegen im französischen Jura, ist bekannt für seine Weine und seine historische Altstadt mit dem Château Pécauld. Heute ist die Stadt ein Zentrum des Weintourismus. Höhepunkte der Partnerschaft sind gemeinsame sportliche und kulturelle Veranstaltungen, wie beispielsweise die Radtour nach Arbois im Mai 2024.
Hofstetten: Seit 2019 unterhält Hofstetten eine Partnerschaft mit Trostjanez in der Westukraine. Trostjanez ist für ihre historischen Parks und Schlösser bekannt. Diese junge Verbindung zeigt sich besonders durch humanitäres Engagement, wie Geld- und Sachspendenaktionen. In den letzten Jahren wurden Projekte zur Unterstützung der lokalen Schulen und medizinischen Einrichtungen ins Leben gerufen.
Hornberg: Die Partnerschaft zwischen Hornberg und Bischwiller im Elsass besteht seit 1997. Bischwiller, eine Stadt mit etwa 13 000 Einwohnern, ist für ihre Textilindustrie und ihr Kulturleben bekannt. Besonders hervorgehoben wird bei der Verbindung das Engagement des früheren Bürgermeisters Jean-Luc Hirtler, der die Zusammenarbeit maßgeblich gefördert habe.
Oberwolfach: Eine der ältesten Partnerschaften in der Region verbindet Oberwolfach mit Still im Elsass seit 1965. Still ist ein kleines Dorf in der Nähe von Straßburg und liegt in den Vogesen. Die Beziehung wurzelt in der Freundschaft zweier Musiker, die den Zweiten Weltkrieg gemeinsam überlebten. Josef Haug aus Still und Otto Echle aus Oberwolfach waren im Krieg an der Ostfront. Sie versprachen sich ihre Freundschaft, sollten sie heil vom Kriegseinsatz nach Hause kommen.
Steinach: Seit den 1970er-Jahren pflegen Steinach und Lay-Saint-Christophe eine lebendige Partnerschaft. Die französische Gemeinde, die nur wenige Kilometer von Nancy entfernt liegt, ist bekannt für ihre gut erhaltenen historischen Gebäude und ihre Nähe zu den Vogesen.
Welschensteinach ist seit den 1960er-Jahren über Kontakte beider Kirchen freundschaftlich mit Truchtersheim verbunden. Der elsässische Ort ist Teil der Eurometropole Straßburg. Der Austausch wurde durch eine offizielle Partnerschaft seit 2005 weiter intensiviert.
Wolfach: Die Partnerschaft mit der Schweizer Stadt Kreuzlingen am Bodensee besteht offiziell seit 2003. Kreuzlingen ist die zweitgrößte Stadt im Kanton Thurgau und die größte Schweizer Stadt am Bodensee. Sie liegt in der Nähe von Konstanz. Der Seeburgpark ist ein Markenzeichen der Stadt. Die Verbindung der Städte gab es allerdings schon viel länger: Seit 1947 hatten Vereine und Privatpersonen aus Wolfach Verbindungen nach Kreuzlingen. Als im Nachkriegsdeutschland große Not herrschte, hatte der damalige AOK-Direktor Ernst Baral, ein gebürtiger Kreuzlinger, in seiner Heimatstadt um Hilfe nachgesucht. Die Kreuzlinger halfen nicht nur mit Medikamenten, sondern schickten auch Kleidung, Wäsche und Nahrungsmittel. Im Laufe der Zeit ist aus dieser Hilfsaktion eine enge menschliche und partnerschaftliche Beziehung unter den Vereinen und der Bevölkerung beider Städte erwachsen, was sich in zahlreichen gegenseitigen Besuchen und einem regen Austausch auf kommunaler Ebene regelmäßig widerspiegelt.
Eine zweite Partnerschaft pflegt Wolfach seit 1984 mit dem in Südfrankreich gelegenen Cavalaire-sur-Mer. Die Stadt befindet sich zwischen Saint-Tropez und Hyères direkt an der Côte d´Azur. Geprägt ist das Bild der Stadt durch einen Kilometer langen Sandstrand und den Yachthafen. 2024 feierte die Partnerschaft ihr 40-jähriges Bestehen.
Die dritte Partnerschaft besteht für Wolfach mit Richfield im Bundesstaat Ohio der USA. In 1968 liegt der Ursprung der Verbindung. Die Städtepartnerschaft konkretisierten sich 1971 weiter aus Kontakten der Weltbürgerbewegung. Die urkundliche Begründung erfolgte dann im September 1989 in Wolfach. Derzeit gebe es bei dieser Städtepartnerschaft allerdings aus Gründen der weiten Entfernung und dem damit verbundenen finanziellen Aufwand keine aktiven Kontakte mehr.
Städtepartnerschaften
Städtepartnerschaften verbinden Gemeinden über Grenzen hinweg und fördern den Austausch in Kultur, Bildung und Wirtschaft. Sie entstehen meist aus historischen, geografischen oder wirtschaftlichen Verbindungen und werden durch regelmäßige Treffen und Veranstaltungen gepflegt. Häufig beteiligen sich Schulen und Vereine um die Zusammenarbeit zu stärken. Solche Partnerschaften können dazu beitragen, internationale Beziehungen auf lokaler Ebene zu gestalten und zu stärken.