Die Schülergruppe besuchte auf Fahrrädern die Stadtmauer von Xi’an. Foto: Schule

Das Lahrer Scheffel-Gymnasium und das Gymnasium Ettenheim organisierten einen Schüleraustausch mit Partnern in Hangzhou. Mit dabei waren so viele Jugendliche wie nie zuvor.

Mit 37 Schülern – so vielen wie noch nie – machte sich in diesem Herbst eine Gruppe des Lahrer Scheffel-Gymnasiums Lahr und des Gymnasiums Ettenheim auf eine zweiwöchige Reise nach China. Begleitet wurde sie von vier Lehrkräften. Der Austausch mit der Changzheng High School in Hangzhou feiert 2025 sein 20-jähriges Bestehen und wurde nach der coronabedingten Pause wiederbelebt.

 

Nach einer zweistündigen Busfahrt nach Hangzhou begegneten sich die deutschen Jugendlichen und ihre chinesischen Partner zum ersten Mal. Schnell wurde laut Mitteilung des Lahrer Scheffel-Gymnasiums deutlich, wie herzlich die chinesischen Gastgeber ihre deutschen Gäste erwarteten.

Die Changzheng High School hatte demnach ein hervorragend organisiertes Programm auf die Beine gestellt. Neben dem Unterricht ihrer Partner nahmen die deutschen Schüler an vielfältigen Aktivitäten teil: Sie probierten sich in Kung-Fu und Federfußball, lernten chinesische Maltechniken kennen, musizierten auf traditionellen Instrumenten und erhielten erste Einblicke in die chinesische Sprache. Ein besonderes Highlight war das Papierschnitzen – ein immaterielles Kulturerbe, das mit viel Geduld und Präzision ausgeübt wird.

Auch sportlich war der Austausch ein Erfolg. Das Fußballfreundschaftsspiel zwischen deutschen und chinesischen Schülern endete nach spannenden 50 Minuten in einem Unentschieden – begleitet von viel Applaus auf beiden Seiten. Ein weiterer Höhepunkt war die Abschiedsfeier: Nach gemeinsamen Proben präsentierten beide Seiten musikalische Beiträge, kunstvolle Darbietungen und kurze Ansprachen. Die Freude über die gemeinsame Zeit war deutlich zu spüren, heißt es in der Mitteilung.

Schüler fühlen sich in Gastfamilien willkommen

Dass Austauschprogramme weit über touristische Eindrücke hinausgehen, zeigte sich in den vielen Erlebnissen in den Gastfamilien. Viele deutsche Schüler berichteten, wie willkommen sie sich fühlten und wie engagiert sich die Gasteltern darum bemühten, ihnen die schönsten Seiten Hangzhous zu zeigen – darunter den berühmten Westsee, moderne Einkaufszentren, Parks, Tempel und historische Viertel.

Emilia, eine der teilnehmenden Schülerinnen, erinnert sich laut Mitteilung besonders gerne an einen Abend in einer Hotpot-Restaurantkette: „Wir haben so viel gelacht, die Atmosphäre war locker und herzlich. Danach waren wir noch in einer Gaming-Halle. Es war einer der schönsten Momente meiner Reise.“ Cara schwärmte von der Offenheit ihrer Gastgeberin: „Ich habe mich von Anfang an willkommen gefühlt, auch von ihren Freunden. So habe ich den Alltag wirklich kennenlernen können.“ Mehrere Schüler berichteten zudem, dass sie auch nach der Rückkehr weiterhin mit ihren chinesischen Partnern in Kontakt stehen.

Nach der Woche in den Gastfamilien begann die Rundreise durch drei der bedeutendsten Städte Chinas: Shanghai, Xi’an und Peking. Die Gruppe erlebte eine Mischung aus hochmoderner Urbanität und beeindruckender Geschichte. In Shanghai gehörte die nächtliche Bootsfahrt über den Huangpu-Fluss zu den emotionalsten Momenten der gesamten Reise. Die bunt beleuchtete Skyline von Pudong – mit futuristischen Wolkenkratzern und der glitzernden Hafenpromenade „The Bund“ – hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Austausch bietet Anlass zum Nachdenken

In Xi’an stand der Besuch der Terrakotta-Armee auf dem Programm – eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der Welt. In Beijing folgten weitere historische Höhepunkte: die Große Mauer, der Platz des Himmlischen Friedens, die Verbotene Stadt und der Himmelstempel. Der Abend endete mit einer traditionellen Peking-Ente – für viele ein kulinarisches Erlebnis.

Der Austausch ließ die deutschen Schüler nicht nur eine andere Kultur erleben, sondern bot auch Anlass zum Nachdenken darüber, was beide Länder voneinander lernen können. So beeindruckte die Gastfreundschaft und Gemeinschaft die gesamte Gruppe. Auch ist den Schülern unter anderem die weitreichende Digitalisierung im Alltag aufgefallen. Deutschland könne nach Einschätzung der begleitenden Lehrer vor allem von der Effizienz und Bündelung der schulischen Angebote profitieren, während deutsche Schulen durch Kreativität, Selbstständigkeit und Methodentraining überzeugen.

Selten waren sich Schüler, Eltern und Lehrer so einig: Der Austausch war ein voller Erfolg. Er zeigte nicht nur die Schönheit Chinas, sondern auch die Stärke einer Schulpartnerschaft, die seit zwei Jahrzehnten hält und ständig neue Generationen von Jugendlichen verbindet. „Die Erlebnisse bleiben für immer im Herzen“, sagt eine Schülerin.